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(„Star Wars: Episode II – Attack Of The Clones“ directed by George Lucas, 2002)

Lange war die Wartezeit für die Fans, doch nach 3 Jahren war es dann endlich soweit und Episode II – Angriff der Klonkrieger kam in die Kinos. Im Star Wars-Universum selbst sind mittlerweile 10 Jahre vergangen und der in Episode I noch kleine Anakin Skywalker (Hayden Christensen) ist mittlerweile fast erwachsen. Wie seinerzeit Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) seinen Meister Qui-Gon versprochen hatte nahm er in diesen Jahren den unberechenbaren Skywalker unter seine Fittiche und machte ihn zu seinem Padawan.  Anzumerken ist noch, dass die Königin von Naboo, Padmè Amidala (Natalie Portman), nach ihrer zweiten Amtsperiode eine Verfassungsänderung abgelehnt hat die ihr eine Wiederwahl ermöglicht hätte. Stattdessen mischt sie jetzt als Senatorin der Republik in der Politik mit und das sogar sehr erfolgreich. Nach ihrem damaligen Misstrauensantrag ist einer ihrer Verbündeten, Ex-Senator Palpatine (Ian McDiarmid), zum Kanzler ernannt worden und die Demokratie scheint vorerst gesichert zu sein. Dennoch hat sich in diesen Jahren so einiges getan und die Bedrohung der Sith ist immer noch präsent. Man munkelt deshalb vielerorts, dass die Republik eine große Armee plant um sich besser vor unerwarteten Angriffen wie etwa damals von der Handelsföderation zu schützen. Die wiederum würde einen sehr harten Rückschlag für die Jedi-Ritter bedeuten, die sich als die wahren Wächter der Republik verstehen. Die Föderation erfreut sich übrigens bester Gesundheit und seltsamerweise mischt immer noch dessen Vizekönig und in damaliger Aggressor, im politischen Geschehen mit.

Zudem scheint auch der Rat der Jedis an Einfluss zu verlieren. Meister Yoda (Stimme von Frank Oz) und Meister Mace (Samuel L. Jackson) spüren eine große Erschütterung der Macht und befürchten, dass ihr ehemaliger Schüler Count Dooku (Christopher Lee) noch für Probleme sorgen wird. Dieser scheint sämtliche Handelsgilden und auch die Föderation erneut gegen die Republik aufzustacheln. Er will erreichen, dass sich möglichst viele Sonnensysteme auf seine Seite schlagen um somit die Überhand im galaktischen Senat zu erlangen. Man weiß es nicht mit Sicherheit, aber man ahnt zu diesem Zeitpunkt schon, dass Count Dooku gleichzeitig der neue Sith-Schüler, nämlich Darth Tyranus ist. Wer nun aber der eigentliche Drahtzieher und Sith-Meister ist, bleibt auch in Epsiode II unklar, auch wenn wieder ein paar Hinweise gestreut werden.

In diesen politisch sehr delikaten Zeiten erlangen Loyalität und Vertrauen wieder eine sehr hohen Stellenwert. Der Jedi-Rat wendet sich in diesen Fall an Senatorin Amidala und entsendet Obi-Wan und Anakin Skywalker als Padmès Leibwächter nachdem sie nur knapp einem Attentat entkommen konnte. Das Wiedertreffen zwischen letzterer und Anakin wird schon bald zu einer Romanze führen. Ani nannte Padmè schon damals als kleiner Junge auf Tatooine einen „wunderschönen Engel“ doch seine kindliche Zuneigung ist mit dem heranwachsen einem sexuellen Verlangen gewichen. Padmè ist anfangs darauf bedacht Distanz zu halten was dazu führt, dass Anakin seine waren Charakterzüge, nämlich Habgier und Tyrannei, offenbart. Schlussendlich wird aber auch Padmè ihre Gefühle für den jungen Jedi nicht zurückhalten können.

Meister Yoda ist unterdessen sehr besorgt um den Werdegang von Skywalker und als dieser auf seinen Heimatplaneten zurückkehrt um seine von Räubern verschleppte Mutter aufzusuchen, scheint Anakin endgültig den dunklen Pfad der Macht betreten zu haben: nachdem er die Kidnapper seiner Mutter ausfindig gemacht hat und diese durch deren verschulden in seinen Händen stirbt, tötet er die komplette Bande samt Frauen und Kindern.
Während Anakin und Padmè ihre Beziehung vertiefen und den Abstecher nach Tatooine machen, begibt sich Obi-Wan auf einen mysteriösen Planeten. Er hat nämlich vor kurzem entdeckt, dass dieser Stern aus der Jedi-Bibliothek gelöscht wurde und will den Grund erfahren. Dort angekommen wird er Zeuge einer gewaltigen Klonarmee die angeblich für die Republik bestimmt sein soll. Brenzlig wird die Situation allerdings sobald er auf den Kopfgeldjäger Jango Fett (Temuera Morrison) trifft. Fett scheint auch mit der Handelsföderation in Verbindung zu stehen die ebenfalls eine neue Droiden-Armee baut. Sein Besuch auf dem Klon-Planeten hatte er lediglich angetreten um aus unklaren Gründen ein perfektes Duplikat von sich zu erschaffen. Boba Fett (Daniel Logan), so der Name des Klons, soll allerdings ohne Wachstumsbeschleunigung heranwachse und sieht deshalb eher aus wie Jangos Sohn.

Zwischen den Separatisten und dessen Rädelsführer Count Dooku, die die Republik gezielt im Senat zermürben wollen und die Gefahr, dass das militärische Wettrüsten aus den Fugen gerät, gibt es also jede Menge Action und Spannung in Episode II.
Nachdem viele von Episode I euphemistisch ausgedrückt, enttäuscht und verärgert waren, trumpft das Sequel wieder mit altbewährter Kost auf. Der ätzende Jar Jar Bings (Ahmed Best) verschwindet fast vollständig zu Gunsten des köstlichen Duos R2-D2 und C-PO3. Die beiden Droiden sind endlich wieder der Humorfaktor im Star Wars-Universum und das ist auch gut so. Hayden Christensen als Skywalker fand ich persönlich zwar nicht berauschend aber dafür spielen Ewan McGregor und Natalie Portman wieder sehr solide. Auch Sam Jackson bekommt mehr Zeit auf der Leinwand zugesprochen, seine Rolle als Meister Mace fand ich aber nie besonders reizend. Ganz im Gegenteil dazu war wohl für viele der genial inszenierte Fight von Yoda und Count Dooku der Hingucker schlechthin. Der kleine, grüne Typ zeigt mit seinem Laserschwert was er kann. Zwar ist auch Epsiode II mehr CGI als die Polizei erlaubt, doch unterm Strich fand ich es nicht so anstrengend wie noch im ersten Teil. Die Charaktere, allen voran Anakin Skywalker, werden schön ausgeleuchtet und bekommen noch mehr Profil. Wie schon im ersten Teil gibt es auch hier einige nette Gimmicks für Hardcore-Fans zu erleben, wie etwa die Herkunft von Boba Fett.

George Lucas schaffte es mit Episode II die aufgebrachten Gemüter nach dem katastrophalen erste Teil wieder etwas zu beruhigen und auch bei mir persönlich war die Freude und die Lust auf Star Wars ganz klar wieder da. Die ca. 140 Minuten Laufzeit bieten eine breite Palette an Effekten und Action. Die Balance zwischen Kommerzialität und Tribut an die klassische Star Wars-Trilogie wurde diesmal gefunden. Puristen werden wohl auch diesen Teil der Serie vehement ablehnen, ich hingegen kann ihn als tolles Popcorn-Kino weiterempfehlen. Drei weitere Jahre sollten nach Episode II ins Land ziehen, bis 2005 dann endlich der dritte Teil erschien und die Brücke zur alten Trilogie schloss. Soviel sei an dieser Stelle schon mal verraten: die Wartezeit hat sich gelohnt.

Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger
4 (80%) 11 Artikel bewerten

Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger
Tolles Sequel das den katastrophalen ersten Teil vergessen lässt und Lust auf weitere Abenteuer macht
8von 10

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Eine Antwort

  1. Parker

    Ich fand den ersten Teil ehrlich gesagt besser. Hayden Chrstensen spielt zwar gut, aber Lucas hätte mehr aus ihm herausholen können. Die Liebesbeziehung zu Padmè fand ich auch etwas oberflächlich in Szene gesetzt. Für die Länge die die Szenen einnehmen, hätte da ruhig ein wenig Charrakterdetails reinfließen können. Anakin hätte ein bisschen mehr Liebe gutgetan und Padmè ein wenig mehr Weiblichkeit. Die Szene in der er gesteht, dass er den ganzen Räuberclan ausgerottet hat fand ich etwas verstörend. Dieser erste wirklich „böse“ Akt in seinem Werdegang zum Darth Vader verkommt fast zu einer Nebensache, vor allem durch die verarmlosende Reaktion Padmès. Generell fand ich den 10-Jahressprung in seinem Charrakter wenig nachvollziehbar. Die Reifung seiner Kräfte hätte mehr in Szene gesezt werden können (ausser beim Schwebenlassen von Bällen oder Sprüngen aus fliegenden Autos) und die Reifung seines Charrakters kaum sichtbar. Das lag vor allem an dem „kumpelhaften“ Verhältnis zu seinem Meister, den Ewan McGregor zu weich spielt. Falls Lucas hier implizieren wollte, dass Anakin einen reiferen Mentor gebraucht hätte der ihn in seine Schranken weist anstatt blöde Sprüche zu klopfen ist ihm das Gelungen. Schade, dass er Qui-Gon im ersten Teil sterben ließ.

    Fazit: Gute Fortsetzung, aber die Charraktere leiden eindeutig unter den Mainstreamkompromissen der Story.

    So jetzt freu ich mich auf den Showdown im 3. Teil :))

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