(„The Prestige“ directed by Christopher Nolan, 2006)

Da ich schon ganz ungeduldig auf „The Dark Knight“ dem Sequel von „Batman Begins“ warte, dachte ich mir es kann nicht schaden diesen in höchsten Tönen gelobten Film von Christopher Nolan zu sehen. In der Tat übertreibt es die Beschreibung auf der DVD-Schachtel nicht. Die 130 Minuten Laufzeit vergehen wie im Fluge auch wenn man am Ende nicht das Gefühl hat der Streifen wäre zu kurz gewesen. „Sehen sie auch ganz genau hin?“ so leitet Alfred Borden (Christian Bale) das Magier-Spektakel ein und ganz nach diesem Motto wird sich der Film auch abspielen. Ende des 19. Jahrhunderts kämpfen nämlich zwei Zauberer um die Gunst des Londoner Publikums. Zum einen ist da der schauspielerisch talentierte Robert Angier (Hugh Jackman), der das neugierige Publikum immer wieder aufs neue verblüffen kann. Auf der anderen Seite ist Alfred Borden, der einst ein „Knotenbinder“ von Angier war, sich selbst aber für den besseren Magier hält. Die Wege der beiden hatten sich getrennt als Angiers Frau Julia (Piper Perabo) auf tragische Weise in einer ihrer Zauber-Shows ums Leben kam. Julia ertrank bei einem gefährlichen Wassertank-Trick. Alfred, der die Aufgabe hatte die Knoten an Julias Hände so zu binden, dass sie sich leicht lösen, wird für ihren Tod verantwortlich gemacht. Seitdem führen die beiden Zauberer einen regelrechten Kampf und jeder versucht den anderen zu übertrumpfen. Alfred versucht also auf eigene Faust eine Show zu geben, doch sein Auftreten kommt beim Publikum nicht so gut an wie das des eleganteren Robert Angier der mittlerweile eine neue bezaubernde Assistentin, Olivia (Scarlett Johansson) engagiert hat. Außerdem kann Angier auf den berühmten Zaubertrick-Erfinder Cutter (Michael Caine) zählen. Wie soll es da Alfred nur gelingen die Aufmerksamkeit der verwöhnten Zuschauer zu gewinnen? Nachdem er ein paar kleinere Auftritte hinter sich gebracht hat und Sarah (Rebecca Hall) geheiratet hat, enthüllt er plötzlich einen neuen Trick der sich „Der transportierte Mann“ nennt: der Magier verschindet hinter einer Tür und erscheint am anderen Ende der Bühne wo er aus einer zweiten Tür heraustretend das „Prestigio“ (Anmerkung: italienisch für Ansehen, Prestige) genießt. Angier ist schockiert über diesen verblüffenden Trick und kommt nicht dahinter wie er funktioniert. Besessen von der Idee seinen Rivalen zu überbieten und zu sabotieren besucht er Nikola Tesla (David Bowie) in Colorado Springs, USA. Mit Hilfe von dessen Wechselstrom-Technik, die angeblich Energie transportieren kann, will Angier endlich selbst einen eigenen „transportierten Mann“ auf die Bühne zaubern…
Beim zusammenfassen musste ich Acht geben nicht zu viel zu verraten. Es fiel mir also nicht leicht die vielen interessanten Szenen auszulassen, aber um sich nicht selbst den Genuss dieses außergewöhnlichen Filmes zu schmälern, sollte man sich einfach zurücklehnen und das Geschehen am Bildschirm konzentriert verfolgen. Erwähnen möchte ich noch die interessante Anspielung des Konkurrenzkampfes zwischen Nikola Tesla und Thomas Edison. Die Performance von Christian Bale ist einmal mehr genial. Auch Hugh Jackman und Michael Cain überzeugen auf voller Länge. Der Auftritt von Pop-Legende David Bowie als Nikola Tesla ist übrigens auch sehr gelungen. So Leid es mir auch tut, aber die weiblichen Rollen spielen – wie in Hollywood anscheinend üblich – auch hier nur eine Nebenrolle und sollen gut aussehen, basta.
Die musikalische Untermalung von David Julyan von dem ich erst neulich die Score zu „The Descent“ hörte, viel mir hingegen weniger auf. Das soll aber nicht heißen, dass sie schlecht sei, sondern eher trifft das Gegenteil zu: der Sound passt sich den Film wohlig an und begleitet das Geschehen an der Leinwand.
Man darf also höchst gespannt sein auf Christopher Nolan’s letzten Streich, dem dunklen Ritter von Frank Miller…

The Prestige – Die Meister der Magie
4 (80%) 14 Artikel bewerten

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2 Responses

  1. Ijon Tichy

    Toller Film! Spannendes Drama. Nicht ganz die Klasse von Memento, aber mindestens so unterhaltsam wie die Batman-Streifen.

    Nolan spielt mit der Zauberkunst, indem er sie auf das Kino überträgt. Er überträgt ganz einfach die drei goldenen Regeln bzw. Akte der Magier (pledge – turn – prestige) auf den Film und schafft so eine Illusionskunst par exellence.

    Auch die historische Kulisse wirkt überhaupt nicht überfrachtet oder zu künstlich und die Special Effekts wurden auf ein angenehmes Minimum (für einen Hollywood-Film) runtergeschraubt.

    Das braucht der Film auch nicht. Er glänzt mit einer hervorragenden Erzählstruktur (die Rivalen lesen jeweils die Tagebücher des Gegenspielers) und einem alles-über-den-Haufen-werfenden Finale.

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