(„Le Mépris“ directed by Jean-Luc Godard, 1963)

Genauso wie François Truffaut, gilt auch Jean-Luc Godard als wichtiger Vertreter der Nouvelle Vague.
Der 100 Minuten lange Film, erzählt die Story von einem jungen Autor, Paul Javal (Michel Piccoli), der in Cinecittà (Rom) ein Hollywood-Angebot erhält. Er soll das Drehbuch zu einem Odysseus-Streifen von Fritz Lang (Fritz Lang) schreiben. Den Auftrag bekommt er vom amerikanischen Produzenten Jeremy Prokosch (Jack Palance), der die bisherige Arbeit von Lang verachtet und das Script neu wissen will. Damit sich die Männer untereinander verständigen können, wurde Francesca Vanini (Giorgia Moll) engagiert. Die fesche Italienerin wird vom Arbeitgeber Jeremy aber mehr als Objekt wie Mitarbeiterin angesehen und auch Paul scheint eher ihr Hintern als ihre Übersetzungen zu interessieren.
Als Paul schließlich einwilligt das Drehbuch zu schreiben, bietet ihm Jeremy an mit auf Capri zu fahren, wo der Film aufgenommen werden soll. Pauls wunderschöne Frau, Camille (Brigitte Bardot), die mitreisen soll verhält sich aber plötzlich alles andere als normal. Sie schient ihren Mann plötzlich nicht mehr zu lieben. Am Vortag lebte das junge Paar noch unbeschwert und glücklich verliebt in ihrer neuen Wohnung in Rom. Paul weiß nicht was er falsch gemacht hat und als Camille schweigt, gibt er zuerst Francesca dann dem Drehbuch die Schuld. Camille gibt weiterhin keine Erklärungen und als sie schließlich gemeinsam auf Capri sind erwischt Paul seine Frau wie sie Prokosch küsst. Sie erklärt ihm, sie empfinde nichts mehr außer Verachtung für ihn und verlässt mit diesen Worten die Insel. Sie will mit Jeremy nach Rom und dort einen Job beginnen, aber die beiden werden nie dort ankommen…
Der (bewusst) minimalistisch gedrehte Film basiert auf einem Buch von Alberto Moravia. Von Anfang an hält er das Interesse des Zuschauers gefangen und lässt es bis zum tragischen Schluss nicht mehr los. Der Streifen erzählt vom Business der Filmindustrie selbst und wenn man den DVD-Booklet glauben darf, dann spielten sich am Set ähnliche Probleme zwischen Regisseur und Produzenten ab wie im Film. Godard soll diese vom Set verbannt haben, da sie sich mehr für Brigitte Bardots Nacktszenen interessierten, als für den Inhalt seines Werkes. Bardot wurde ihm übrigens von seinen Arbeitgebern aufgezwungen, er selbst bevorzugte Kim Novak. Auch wenn die hübsche Blondine sich anscheinend in der Rolle der Camille unsicher fühlte, fand ich ihre Leistung dennoch in Ordnung. Auch Jack Palance als schleimiger Produzent und Michel Piccoli der vergeblich versucht seine Frau zu verstehen, gefallen gut.
Die Musik von Georges Delerue beschränkt sich zwar mehr oder weniger auf ein Theme, aber dieses passt gut und rundet die Sache ab. Ein Film den man meiner Meinung auf jeden Fall einmal gesehen haben sollte, vor allem weil er einer der interessantesten Bewegungen gegen das kommerzielle Kino angehört.

Die Verachtung
4 (80%) 25 Artikel bewerten

Über den Autor

Ehemaliger Autor

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.