(„Black Hawk Down“ directed by Ridley Scott, 2001)

Dieser ach so hoch gelobte Kriegsfilm von Ridley Scott konnte mich zum wiederholten male nicht überzeugen. Es stimmt schon: Die regelrechte Bilderwucht die den Zuschauer erwartet und die gut aufgenommenen Schauplätze sind beeindruckend gestaltet, aber sonst?
Einfach zu wenig Tiefe für ein derart komplexes Thema. Der Konflikt in Somalia wird nur halbherzig mit einer eingeblendeten Schrift am Anfang erklärt, Hauptaugenmerk liegt ganz klar in der Action und das ist Schade. Auch der Schluss lässt viel zu wünschen übrig: Während die US-Truppen siegreich (?) abziehen wird in keinster Weise erwähnt in welchen Zustand die Soldaten das Land hinterlassen haben. Die Story die der Film erzählt handelt ausschließlich um ein Militär-Batallion, das den Auftrag hat in Mogadischu, der Hauptstadt des Landes, diverse hohe Offiziere des Tyrannen Mohamed Farrah Aidid zu liquidieren. Dabei werden Hubschrauber des Typs „Black Hawk“ eingesetzt, von denen einer abgeschossen wird. Somit erklärt sich der Titel des Streifens. In über 140 Minuten Laufzeit, erlebt der Zuschauer nun eine bittere Straßenschlacht.
Trotz guter Besetzung durch Josh Hartnett, Ewan McGregor, Eric Bana oder Tom Sizemore scheitert für mich der Film kläglich. Er taugt allenfalls als Popcorn-Kino, nur leider finde ich es äußerst unangebracht, ja fast skandalös, einen so düsteren Abschnitt der Menschheitsgeschichte in ein Action-Spektakel umzuwandeln. Meine Abneigung zum Producer Jerry Bruckheimer ist dadurch lediglich verstärkt worden. Schleiferhaft ist mir übrigens warum der Film einen Oscar für die Musik bekommen hat. Hans Zimmer lässt dem Zuschauer teilweise völlig unangebrachte Stücke in seine Ohren dringen. Der Abzug bzw. die Flucht der Amerikaner ist bspw. mit einem „heldenhaften“ Theme untermalt. Überhaupt ist der gesamte Soundtrack mehr schlecht als recht und auch hier bestätigt sich einmal mehr mein Missfallen gegenüber diesen „Komponisten“.

Black Hawk Down
3.91 (78.18%) 22 Artikel bewerten

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7 Responses

  1. Der kleine Candide

    Naja „The Red Thin Line“ aka „Der schmale Grad“ hat schon in gewisser Weise Tiefe und Intelligenz. Dieser Film steht sogar in meiner DVD-Sammlung und wurde bereits 3-4x geguckt

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  2. movie-struck

    Noch dazu muss man sagen, die deutsche sync., vor allem bei Josh Hartnett brachte mich derart auf die Palme, dass ich, mal abgesehen von der Oberflächlichkeit der Story, auch deshalb einen tierischen Brass auf den Film habe. Josh Hartnett klingt hier als hätte er einen Klos oder vielleicht sogar 10 im Hals hängen, so eine gepresste und aufdringliche Sprech- bzw. Brüllweise habe ich noch nicht erlebt. Für mich -> grausam!

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  3. Ijon Tichy

    movie-struck :

    Noch dazu muss man sagen, die deutsche sync., vor allem bei Josh Hartnett brachte mich derart auf die Palme, dass ich, mal abgesehen von der Oberflächlichkeit der Story, auch deshalb einen tierischen Brass auf den Film habe. Josh Hartnett klingt hier als hätte er einen Klos oder vielleicht sogar 10 im Hals hängen, so eine gepresste und aufdringliche Sprech- bzw. Brüllweise habe ich noch nicht erlebt. Für mich -> grausam!

    Deshalb schaue ich mir Dvds mittlerweile nur noch mit der Originalsprache an. Ist manchmal ein wenig mühsam (mitlesen der Untertitel), aber dadurch wirkt der ganze Film authentischer, selbst wenn man manchmal weniger versteht.

    Ansonsten kann ich mich Candide nur anschließen. Neben der ästhetisch perfekten Inszenierungen, kann der Film nichts vermitteln.

    Halt, doch: „Im Krieg sind wir keine Helden. Wenn mich jemand zu Hause fragen würde, warum ich das hier mache (einen Krieg, der nicht unserer ist), dann sage ich ihm: wegen meinen Freunden“

    Das ist paraphrasiert von Eric Bana (im Schlussteil) und zeugt von der geistigen Verblüffungskraft des Films 😉

    Aber auch kein Wunder. Denn um an all die militärischen Gerätschaften zu gelangen, werden i.d.R. Deals mit der Army gemacht, die eine Art Zensur des Drehbuchs betreibt.

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  4. Inspector Santini

    Also ich fand den Film wieder Erwarten sehr stark, denn im Gegensatz zu vielen Kriegsfilmen hält sich „Black Hawk Down“ an die Fakten und romantisiert nicht.
    Gut, der Fokus liegt auf der militärischen Operation und den Soldaten, dafür wird in vielen -teils sehr drastischen- Sequenzen aber auch nicht das Leiden der Zivilbevölkerung ausgespart.
    Der Film zielt ja nicht darauf ab den Bürgerkrieg in Somalia zu schildern oder das Engagement der Amerikaner zu bewerten, sondern diesen katastrophalen Einsatz wiederzuspiegeln.
    Vieleicht mag die Inszenierung dem ein oder anderen Zuschauer als zu martialisch daherkommen, aber der Film beschönigt nichts und die „Schlacht von Mogadischu“ wird akurat und detalliert beschrieben.

    justin slammer :Kein Hollywood Kriegsfilm hat in irgendeiner Weise Tiefe oder Intelligenz. Dieser hier macht da keine Ausnahme.

    Dann hast du aber nicht gerade viele Kriegsfilme gesehen.

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