© Steve Dietl/2024 Starz, LLC/Netflix

The Hunting Wives – Staffel 1

„The Hunting Wives“ // Deutschland-Start: 2. Oktober 2025 (Magenta TV) // 2. Oktober 2026 (Netflix)

Inhalt / Kritik

Als Sophie (Brittany Snow) und Graham O’Neil (Evan Jonigkeit) nach einem tragischen Zwischenfall nach Maple Brook, Texas ziehen, dauert es nicht lange, bis sie dort Anschluss finden. Denn bei einem Fundraiser-Treffen von Grahams Chef Jed Banks (Dermot Mulroney), einem schwerreichen Öl-Tycoon, lernen sie dessen Frau Margo (Malin Akerman) kennen. Diese findet nicht nur Gefallen an Sophie, sondern hat als ungekrönte Anführerin einer elitären Freundinnenclique exzellente Verbindungen, die sie zu nutzen weiß. Und auch Jed findet den Neuankömmling attraktiv, was dank der offenen Ehe kein Problem ist. Schwieriger ist da schon, dass sie Geheimnisse mit sich herumtragen – aber das tun sie hier am Ende alle …

Viel Sex, wenig Hemmungen

Sie erfreuen sich doch immer wieder größerer Beliebtheit: Geschichten über reiche Cliquen, bei denen hinter der schicken Fassade die Abgründe lauern. Gerade bei den Streamingdiensten haben diese eine treue Fangemeinde. Imperfect Women und Und hüte dich vor dem Bösen sind zwei aktuellere Beispiele dafür, wie hässlich solche Freundeskreise sein können. Wie viele Geheimnisse man auch voreinander haben kann, obwohl man nach außen hin so tut, als sei man eine eingeschworene Gruppe. Wer solche Geschichten mag, kann es auch einmal mit The Hunting Wives versuchen, das dank einer späteren Veröffentlichung auf Netflix hierzulande zum Hit wird. In den USA war sie das vorher auch schon. Tatsächlich wird dort in Kürze die zweite Staffel ausgestrahlt, eine dritte ist bereits angekündigt. Das scheint also alles zu laufen.

Dabei fragt man sich hier schon, was genau die Serie denn anders machen soll als die vielen anderen, die mit einem solchen Szenario arbeiten. So beginnt die Geschichte mal wieder damit, dass jemand Neues in die Clique kommt und diese Figur dann zur Identifikationsfigur fürs Publikum wird. Durch sie lernen wie die anderen Leute kennen, tauchen nach und nach in deren Leben ein. Wobei The Hunting Wives schon relativ früh die Hosen runterlässt. Und das ist durchaus wortwörtlich zu verstehen: In der Serie spielt Sex eine große Rolle. Mit Treue hat man es hier nicht so, da wird dann munter durch die Gegend gevögelt, wobei Alter, Beziehungsstatus und Geschlecht (fast) egal sind. Das klingt nach einem Erotikthriller. Mit dem Unterschied, dass das hier eher weniger erotisch ist und so viel Sinnlichkeit ausstrahlt wie ein Besuch bei einem Fast-Food-Laden.

Aus Spaß am Absurden

Interessanter ist da schon die Gewaltbereitschaft. Dass die Serie mit einem Fundraiser-Event der National Rifle Association of America beginnt, der berühmt-berüchtigten Waffenlobby, gibt bereits eine grobe Marschrichtung vor. Das hätte sich für eine gesellschaftliche Debatte angeboten, alternativ für eine Satire. Doch auch wenn zwischendurch mal der eine oder andere humorvolle Moment ansteht, eine Komödie ist das hier nicht. Das ist ein bisschen schade, weil The Hunting Wives auf diese Weise vielleicht unterhaltsamer gewesen wäre. So aber muss man sich mit lauter unsympathischen Figuren herumschlagen und weiß dabei nicht so genau warum. Normalerweise ist die Rolle des Neulings so angelegt, dass man mit diesem mitfiebert. Wenn Sophie aber schamlos ihren Mann betrügt, macht es das etwas schwierig.

Wobei die Serie schon auch einen Unterhaltungswert hat. Die absurde Ansammlung von irgendwelchen Geheimnissen, verbunden mit einem weitgehenden Verzicht auf jegliche Moral öffnen hier Tür und Tor für den größten Blödsinn. Da darf man schon neugierig sein, was sonst noch alles passieren wird, zumal Loyalität in diesen Kreisen nichts zählt. Da kann praktisch jeder jedem in den Rücken fallen. Und manchmal auch zustechen: Bei The Hunting Wives kommt es schon zu dem einen oder anderen Todesfall. Zwischenzeitlich ist die Serie dann auch eine Art Whodunit-Krimi. Nur eben einer mit einem großen Glamour-Seifenoper-Anteil. Wer Spaß hat an solchen Kombinationen, kann sich die Adaption des gleichnamigen Romans von May Cobb anschauen.

Credits

OT: „The Hunting Wives“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Julie Anne Robinson, Melanie Mayron, Cheryl Dunye, Jennifer Getzinger
Drehbuch: Rebecca Cutter, Mike Weiss, Emily Bensinger, Benjamin Flores, Breannah Gibson, Will Hettinger, Brandon Zuck, Kayla Westergard-Dobson
Idee: Rebecca Cutter
Vorlage: May Cobb
Musik: Dario Marianelli
Besetzung: Brittany Snow, Malin Akerman, Evan Jonigkeit, Katie Lowes, George Ferrier, Dermot Mulroney, Jaime Ray Newman, Chrissy Metz, Hunter Emery, Karen Rodriguez

Trailer

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The Hunting Wives – Staffel 1
fazit
In „The Hunting Wives“ wird eine Frau von einer elitären Freundinnenclique aufgenommen, in der alle Geheimnisse haben. Das ist alles komplett übertrieben, ohne komisch zu werden. Der Mix aus Glamour-Seifenoper-Drama und Whodunit-Krimi hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, stößt aber mit lauter unsympathischen Figuren ab.
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