
Für Mia gibt es kein spannenderes Thema als Monster! Ständig beschäftigt sie sich mit ihnen und sucht auch nach Beweisen, dass es sie wirklich gibt, obwohl sie offiziell seit Jahrhunderten ausgestorben sein sollen. Damit stößt sie allerdings auf wenig Gegenliebe. So findet sie bei den anderen Schülern und Schülerinnen keinen Anschluss mit ihren seltsamen Geschichten. Ihre Vorträge werden zudem als Provokation aufgefasst, die es zu unterbinden gilt. Und so fliegt die Jugendliche von einer Schule nach der anderen. Nun bleibt nur noch eine übrig, auf die sie gehen könnte: die Finsterwald Academy. Mia ist von dem Gedanken wenig begeistert, zumal sich schon der Name nicht sehr einladend anhört. Und tatsächlich sind Menschen dort alles andere als willkommen, handelt es sich doch um eine Schule, die nur für Monster gedacht ist …
Monsterasyl nach einem Kinderbuch
Auch wenn Halloween und Animationsfilme für Kinder vielleicht nicht die naheliegendste Kombination sind, findet man doch regelmäßig Beispiele dafür, wie so etwas aussehen kann. Sehenswert war beispielsweise letztes Jahr Alles voller Monster über einen aus menschlichen Resten zusammengeflickten Jungen, der sich selbst sucht. Vor einigen Wochen verwandelten sich in Zombies im Zoo – Verrückt nach Mitternacht Tiere nach einem Meteoreinschlag in Zombies. Ganz aktuell ist das wunderbare Stop-Motion-Abenteuer Shaun das Schaf: Spuk im Kürbisfeld, wo die Schafe eigentlich nur dafür sorgen wollen, dass ihre Kürbisse schneller wachsen – mit unvorhergesehen Folgen. Mit Monster Mia kommt nun ein weiterer Film zu uns und schafft es dabei sogar in die Kinos. Und das ist durchaus eine erfreuliche Nachricht, da die europäische Coproduktion ganz schön geworden ist.
Grundlage für den Film ist eine Kinderbuchreiche von A. B. Saddlewick, die vor vielen Jahren auch in Deutschland veröffentlicht wurde, inzwischen aber in Vergessenheit geraten ist. Dabei ist das Thema eigentlich leicht zu verkaufen. Geschichten, die in Schulen spielen, gibt es schließlich ohne Ende. Die Kombination mit Magie und anderen übernatürlichen Elementen ist auch bestens bewährt. Wobei Monster Mia von dem Kontrast der beiden Welten lebt. Vergleichbar etwa zu Hotel Transsilvanien, wo Monster fernab der Menschen ausspannend dürfen, ist die Schule ausschließlich Monstern vorbehalten. Dort lernen sie aber nicht, wie man die Menschen erschreckt, was vielleicht naheliegend gewesen wäre. Vielmehr ist das ein Rückzugsort, da die Monster selbst große Angst vor den Menschen haben und sich von ihnen verfolgt fühlen.
Nicht originell, aber schön
Das kommt einem alles ziemlich bekannt vor. Tatsächlich ist Monster Mia ein Mix bekannter Elemente, die man in der einen oder anderen Form schon woanders gesehen hat. Auch der Ablauf der Handlung ist sicherlich nicht überraschend, das meiste lässt sich doch problemlos vorhersagen. Tatsächlich originelle Einfälle sind eher rar gesät, dazu gehört beispielsweise die eigenwillige Kategorisierung. Und doch erzählt Regisseurin Verena Fels (Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz) eine ganz schöne Geschichte. Wenn es hier am Ende auf eine Aussöhnung zwischen Menschen und Monstern kommt, ist zwar auch das nicht gerade bahnbrechend. So etwas findet man bei Animationsfilmen andauernd. Verkehrt ist es aber nicht, in einer Zeit, die auf Ausgrenzung pocht, ist ein Plädoyer für Offenheit und gegen Diskriminierung durchaus aktuell.
Das Ganze ist auch schön anzusehen. Der Animationsfilm, der beim Annecy Festival 2026 Weltpremiere hatte, kann natürlich nicht mit den Wunderwelten der großen US-Studios mithalten. So eine europäische Produktion hat da einfach nicht das Budget, um vergleichbare Bilder hervorbringen zu können. Ein paar der Monsterdesigns sind ganz witzig geworden. Auch technisch kann man dem deutschen Animationsstudio arx anima nichts vorwerfen, das ist alles sauber umgesetzt, mit angenehmen Farben. Monster Mia ist zwar aufgrund der besagten bekannten Elemente kein sehr einprägsamer Film. Aber das hier ist doch gut geeignet, wenn es darum geht, für den Nachwuchs etwas Passendes für die Jahreszeit zu finden.
OT: „Monster Mia“
Land: Österreich, Deutschland, Spanien
Jahr: 2026
Regie: Verena Fels
Drehbuch: Katharina Reschke, Jasmina Kallay, Tom Martin, Ines Häufler, Dunja Bernatzky
Vorlage: A. B. Saddlewick
Musik: Zeltia Montes
Animation: arx anima
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