Young Sherlock Amazon Prime Video Streamen online Video on Demand
© Amazon Prime Video/Daniel Smith

Young Sherlock – Staffel 1

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„Young Sherlock“ // Deutschland-Start: 4. März 2026 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

England, 1871: Der junge Sherlock Holmes (Hero Fiennes Tiffin) geht schon länger durch eine rebellische Phase, was ihm immer wieder Ärger einbringt. Nicht nur, dass er regelmäßig von Schulen fliegt, obwohl er seine Noten manipuliert hat. Er landet sogar im Gefängnis – sehr zum Ärger seines älteren Bruders Mycroft (Max Irons), der sich um ihn kümmert, da ihre Eltern nicht dazu in der Lage sind. Mycroft ist es auch, der ihm eine Stelle an der renommierten Oxford Universität besorgt. Es dauert aber nicht lang, bis Holmes und sein bester Freund James Moriarty (Dónal Finn) dort ebenfalls für Ärger sorgen. Erst legen sie sich mit Studenten an. Und dann wird ihnen vorgeworfen, wertvolle Schriftrollen der Prinzessin Gulun Shou’an (Zine Tseng) gestohlen zu haben. Also bleibt ihnen nicht anderes übrig, als der Sache auf den Grund zu gehen und selbst nach der Wahrheit zu suchen …

Jeder Held fängt mal klein an

An und für sich ist das literarische Werk rund um Sherlock Holmes ziemlich überschaubar. Gerade einmal vier Romane hat Arthur Conan Doyle geschrieben, dazu noch einige Dutzend Kurzgeschichten. Im Vergleich zu anderen berühmten Detektivfiguren der Literaturgeschichte ist das bescheiden. Und doch kann praktisch niemand mithalten, wenn es um Filme und Serien geht – auch weil inzwischen zahlreiche andere Autoren und Autorinnen ihre eigenen Versionen ersonnen haben. Bei denen muss Holmes nicht mal selbst im Mittelpunkt stehen. So gab es auf Netflix die Serie Die Bande aus der Baker Street, welche den Fokus auf die Straßenkinder legen, auf die der Detektiv immer wieder zurückgreift. Ebenfalls auf dem Streamingdienst kamen zwei Filme um Enola Holmes, die nicht minder begabte junge Schwester. Nun zieht Konkurrent Amazon Prime Video nach und präsentiert mit Young Sherlock eine weitere Interpretation.

Dabei handelt es sich nicht um eine direkte Adaption der Originalgeschichten. Stattdessen steht hier die Romanreihe Young Sherlock Holmes von Andrew Lane Pate, die zwischen 2010 und 2015 acht Bände hervorgebracht hat und die sich mit den Jugendjahren des späteren Meisterdetektivs befasst. Das Konzept ist nicht ganz neu. So gab es bereits vor rund 40 Jahren den Film Das Geheimnis des verborgenen Tempels, wo ein junger Holmes das Rätsel um eine Reihe von Selbstmorden klären musste. Young Sherlock geht jedoch in eine etwas andere Richtung. Auffällig ist beispielsweise, dass es hier keinen Watson gibt. Dafür ist Moriarty, der spätere Erzfeind des Protagonisten, hier der beste Freund, was schon neugierig macht, wie sich die Geschichte in etwaigen späteren Staffeln fortsetzen könnte. Auch in anderer Hinsicht werden erste Grundsteine gelegt, damit aus dem jungen Mann später einmal der uns bekannte Held wird.

Hoher Unterhaltungsfaktor

Wobei auch Holmes selbst anders ist, als man es gewohnt ist. Der Detektiv als Dieb und Betrüger? Das ist doch mal ein anderer Zugang. Er ist auch weniger arrogant, zumindest etwas weniger. Dann und wann zeigt er zwar schon seine herablassende Art, etwa, wenn er einen aufgeblasenen Studenten auflaufen lässt. Ansonsten merkt man aber eher selten, mit wem wir es hier zu tun haben. Dass die übrigen Hauptfiguren neu sind, darunter die meisten Familiemitglieder von Holmes, hilft auch nicht unbedingt beim Wiederkennungswert. Lustig dabei: Joseph Fiennes, im wahren Leben der Onkel von Hauptdarsteller Hero Fiennes Tiffin, spielt in Young Sherlock die Rolle des Vaters Silas Holmes, der ganz anders ist, als man erwarten würde.

Die Besetzung macht auch tatsächlich Spaß. Hinzu kommt eine temporeiche Inszenierung. Das verwundert nicht wirklich, ist doch Guy Ritchie einer der Co-Schöpfer der Serie, der mit Sherlock Holmes und Sherlock Holmes: Spiel im Schatten die berühmte Figur auf seine Weise zu Blockbuster-Material machte. Auch wenn der Brite nur bei den ersten beiden der acht Folgen Regie führte, ist seine Handschrift unverkennbar. Zwar verzichtet er auf Splitscreens und andere allzu offensichtliche Spielereien. Die Kombination aus markigen, humorvollen Sprüchen und stylischer Action weckt aber das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis. Inhaltlich wird auch einiges geboten. Vielleicht sogar etwas zu viel, wenn die Geschichte lauter Haken schlägt und man irgendwann schon gar nicht mehr sagen kann, worum es überhaupt gehen soll. Da der Unterhaltungsfaktor aber bei dieser Sinnsuche hoch ist, ist Young Sherlock eine willkommene Ergänzung in der langen Ahnenreihe.

Credits

OT: „Young Sherlock“
Land: UK
Jahr: 2026
Regie: Guy Ritchie, Anders Engström, Dennie Gordon, Tricia Brock
Drehbuch: Matthew Parkhill, Peter Harness, Steve Thompson, Melissa Bubnic
Idee: Peter Harness, Guy Ritchie
Vorlage: Andrew Lane, Arthur Conan Doyle
Musik: Christopher Benstead
Kamera: Mark Patten, Oliver Loncraine
Besetzung: ​​​​​​​Hero Fiennes Tiffin, Dónal Finn, Zine Tseng, Joseph Fiennes, Natascha McElhone, Max Irons, Colin Firth, Holly Cattle

Bilder

Trailer

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Young Sherlock – Staffel 1
fazit
Basierend auf der Romanreihe erzählt „Young Sherlock“ von einem Holmes, der selbst ein Dieb ist, bevor er zu ermitteln beginnt. Die Serie gefällt durch die Besetzung und eine temporeiche Inszenierung. Zwischendurch darf man sich jedoch fragen, wohin die wendungsreiche Geschichte führen soll.
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