Other Beautiful Monster
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Other – Beautiful Monster

„Other – Beautiful Monster“ // Deutschland-Start: 5. März 2026 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Zwar hatte Alice (Olga Kurylenko) in den letzten Jahren nur wenig Kontakt zu ihrer Mutter, das Verhältnis war schon distanziert. Dennoch ist der Schock groß, als sie von deren Tod erfährt, zumal die Leiche teilweise von Tieren gefressen wurde. Also macht sich Alice auf zu dem abgelegenen Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat, um sich dort um alles zu kümmern. Das ist schwieriger als gedacht. Nicht nur, dass die Leiche erst noch von der Rechtsmedizin freigegeben werden muss. Alice hat zudem mit dem Smarthome zu kämpfen, kommt mit der ganzen Technik nicht zurecht. Als dann auch noch der Schlüssel zu ihrem Leihwagen verschwindet, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als ihren Aufenthalt zu verlängern. Während sie auf diese Weise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, macht sie zunehmend eigenartige Erfahrungen …

Der Horror der Heimat

Das Motiv ist altbekannt: Die Hauptfigur eines Films kehrt in ihre Heimat zurück und muss sich dort mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Oft kommt dieses in Dramen zum Einsatz. Aber auch Horrorfilme nutzen es gern, um die Protagonisten und Protagonistinnen mit alten Wunden und Traumata zu konfrontieren. Kürzlich ist Diabolic – Gefäß des Teufels erschienen, wo eine junge Frau mit Aussetzern zu der streng religiösen Gemeinschaft zurückkehrt, in der sie einst gebrochen wurde. Auch der Archäologe in Starve Acre muss sich seinen nicht so schönen Erinnerungen an die Kindheit stellen. Mit Other – Beautiful Monster erscheint nun ein weiteres Beispiel dafür, dass eine Rückkehr bedeutet, aus gutem Grund Verborgenes ans Tageslicht zu bringen. Und auch der Anlass – ein Elternteil ist gestorben – stammt aus dem Genregrundstock.

Grundsätzlich ist es daher nicht überraschend, wenn Alice hier, umgeben von den Relikten der Vergangenheit, anfängt, sich an die Ereignisse von früher zu erinnern. Das dauert natürlich ein wenig. Da trifft es sich doch gut, zumindest aus Sicht des Publikums, dass sie länger in dem Haus eingesperrt ist. Was genau zwischen den beiden Frauen nicht stimmte und es daher zu einer solchen Entfremdung kam, ist anfangs noch nicht klar. Es dauert aber nicht ewig lang, bis Other – Beautiful Monster die Karten auf den Tisch legt. Ein bisschen nimmt auch der „deutsche“ Untertitel das vorweg. Letztendlich befasst sich der Film mit Schönheitsidealen und wie einen diese kaputtmachen können. Als Thema ist das wichtig, gerade bei Frauen, die traditionell stärker auf das Äußere reduziert werden. Das ist zwar nicht ganz so traumatisch wie das, was andere in Horrorfilmen so durchmachen müssen, ist aber nah genug am Alltag dran, um Identifikationsfläche zu schaffen.

Unschlüssig, aber interessant inszeniert

Hätte sich Regisseur und Co-Autor David Moreau nur auf diesen Aspekt konzentriert, hätte das durchaus schlüssig sein können. Nur schien dem Franzosen das so nicht zu reichen, weshalb da noch verschiedene andere Aspekte eingebaut wurden. Da ist zum einen das titelgebende Monster, wenn etwas – oder jemand – sein Unwesen treibt. Schließlich wissen wir schon durch den Einstieg, dass da Gefahr droht. Ergänzt wird das durch die technologische Seite, wenn das Smarthome die Protagonistin überfordert und dann auch noch ein Influencer auftaucht. Ach ja, einen Freund hat Alice auch, mit dem sie zwar glücklich zu sein scheint, von dem sie aber kein Kind haben will. Other – Beautiful Monster türmt auf diese Weise ein Thema nach dem anderen, ohne dass die einzelnen Bestandteile wirklich ineinandergreifen.

Das Ergebnis schwankt auf diese Weise zwischen unbefriedigend, verwirrend und auch ein wenig langweilig, wenn die Geschichte wenig vom Fleck kommt. Da hätte das Drehbuch dann doch noch einmal überarbeitet werden müssen. Dafür versteht Moreau inszenatorisch sein Handwerk. Wo er bei MadS – Im Rausch der Nacht noch eine rastlose Odyssee zusammenzauberte, in der man sich zunehmend verlor, da spielt er hier mit Kameraeinstellungen und interessanten Kniffen, wenn etwa die Gesichter der männlichen Figuren nicht zu sehen sind. Other – Beautiful Monster zeigt daher erneut, wie gut er Geschichten erzählen kann – er müsste sich nur mehr damit auseinandersetzen, was genau er erzählen möchte.

Credits

OT: „Other“
Land: Frankreich
Jahr: 2025
Regie: David Moreau
Drehbuch: David Moreau, Jon Goldman
Musik: Nathaniel Méchaly
Kamera: Julien Ramirez Hernan
Besetzung: Olga Kurylenko

Bilder

Trailer

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Other – Beautiful Monster
fazit
In „Other – Beautiful Monster“ kehrt eine Frau nach dem Tod ihrer Mutter in die Heimat zurück, wo sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Der Horrorfilm nimmt ein klassisches Szenario, überfrachtet dieses jedoch, bis gar nicht klar ist, was überhaupt erzählt werden soll. Aufgrund einiger inszenatorischer Einfälle kann man jedoch einen Blick riskieren.
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