Neighborhood Watch
© Leonine/RLJE Films

Neighborhood Watch

Neighborhood Watch
„Neighborhood Watch“ // Deutschland-Start: 2. Oktober 2025 (digital/Video on Demand)

Inhalt / Kritik

Simon McNally (Jack Quaid) leidet schon seit langem an einer paranoiden Schizophrenie, verbrachte deshalb auch mehrere Jahre in einer psychiatrischen Anstalt. Inzwischen ist er zwar frei, doch seine Wahnvorstellungen wird er einfach nicht los, was seinen Alltag zur Hölle macht. Eine Arbeit zu finden, ist da nahezu unmöglich, weil ihn sowieso jeder für verrückt hält. Das bekommt er auch zu spüren, als er sich an die Polizei wendet, um die vorher beobachtete Entführung einer jungen Frau zu melden. Detective Liz Glover (Cecile Cubiló) ist davon überzeugt, dass Simon sich auch das eingebildet hat. In seiner Not spricht er deshalb seinen Nachbarn Ed Deerman (Jeffrey Dean Morgan) an, einen pensionierten Wachmann. Der will zuerst selbst nichts davon wissen, willigt dann aber doch ein, ihm zu helfen …

Eingebildet oder echt?

Es ist ein immer wieder gern in Horrorfilmen oder Thrillern verwendeter Kniff: Die Hauptfigur leiden an psychischen Problemen, ist labil oder macht gerade eine große Krise durch. Wenn diese dann unheimliche Erfahrungen macht, kann man nie genau sagen, was davon nun wirklich geschieht oder nicht. Bis das Blut gefriert ist ein klassisches Beispiel dafür, wenn eine Frau, die jahrelang von ihrer despotischen Mutter terrorisiert wurde, in einem abgelegenen Haus Sachen zu sehen oder zu fühlen glaubt. Neighborhood Watch nimmt diesen Trick auf und treibt ihn auf die Spitze. Der Protagonist ist derart kaputt, dass er ständig Stimmen hört oder etwas sieht, das nicht da ist. Das macht es natürlich naheliegend, dass er sich auch die Ausnahmesituation nur eingebildet hat. Wenn ihm niemand glaubt, kann man das gut nachvollziehen.

Anders als viele dieser Filme, die mit der Ungewissheit spielen, was nun real ist und was nicht, lässt dieser hier aber keinen für das Publikum Zweifel daran, dass die Entführung tatsächlich stattgefunden hat. Neighborhood Watch nutzt diese sehr subjektive und gestörte Sicht nicht, um eine Mystery-Stimmung zu erzeugen. Vielmehr machen sich hier Frust und Verzweiflung breit, wenn Simon darum kämpft, das Richtige zu tun und jemandem zu helfen, er dabei aber regelmäßig gegen eine Wand rennt. Die Tonalität schwankt dabei ein wenig. Während einem manche Szenen schon zu Herzen gehen und man Mitleid entwickelt für den verhinderten Helden, sind andere etwas humorvoller geworden. Schließlich sind die Situationen immer wieder peinlich bis absurd, ohne aber dass sich der Film wirklich über den Protagonisten lustig machen würde.

Als Thriller weniger spannend

Nun ist der Film aber weder Drama noch Komödie, sondern wird als Thriller verkauft. Als solcher kann man sich darüber streiten, ob das wirklich geglückt ist. So ermittelt das ungleiche Duo zwar relativ zügig, ohne dabei aber nennenswert vom Fleck zu kommen. Erst spät tauchen tatsächlich brenzlige Szenen auf, in denen es mal um etwas geht und eine wirkliche Gefahr droht. Neighborhood Watch interessiert sich aber auch nicht für den Gegenspieler. Dieser wird dann zwar eingeführt, damit der Fall auch eine Auflösung findet. Aber er verschwindet auch schnell wieder, das Verbrechen ist bei Regisseur Duncan Skiles (The Clovehitch Killer) nur ein Mittel zum Zweck, um die beiden ungleichen Protagonisten auf Spurensuche zu schicken.

Und doch ist das Ergebnis sehenswert. Das liegt gerade auch an Jack Quaid, der in der letzten Zeit mit der Sci-Fi-Thrillerkomödie Companion – Die perfekte Begleitung und der Actionkomödie Mr. No Pain eine interessante Rollenauswahl bewiesen hat. Der Schauspieler ist sehr gut in der Rolle des tragischen Außenseiters, der einfach keinen Weg in diese Welt findet. Neighborhood Watch lebt von diesen Ausbrüchen und den leiseren Momenten. Jeffrey Dean Morgan hat im Vergleich die weniger spannende Rolle, verkörpert den zynisch-abweisenden Möchtegernpolizisten aber mit der notwendigen Intensität. Die besten Szenen sind dann auch nicht, wenn es zur Sache geht, sondern wenn diese zwei Menschen, die niemand ernstnimmt, gemeinsam unterwegs sind.

Credits

OT: „Neighborhood Watch“
Land: USA
Jahr: 2025
Regie: Duncan Skiles
Drehbuch: Sean Farley
Musik: Jojo Draven
Kamera: Luke McCoubrey
Besetzung: Jack Quaid, Jeffrey Dean Morgan, Cecile Cubiló, Jim Klock, Malin Akerman

Bilder

Trailer

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Neighborhood Watch
fazit
In „Neighborhood Watch“ beobachtet ein psychisch kranker Mann eine Entführung, was ihm aber niemand glauben will. Als Thriller ist der Film eher weniger interessant, da nicht so wahnsinnig viel geschieht und das Verbrechen nur der Anlass ist. Sehenswert ist das aber der Figuren wegen, vor allem wegen des Protagonisten, der verzweifelt nach einem Platz für sich sucht.
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