
Schon seit Längerem sucht der Archäologe Danny Freemont (Casper Van Dien) eine legendäre Tafel, die dem Pharao Tutanchamun gehört haben soll und von der es heißt, dass sie ein mächtiges Artefakt ist. Drei Teile hat er bereits gefunden, die jedoch in die Hände seines Rivalen Morgan Sinclair (Jonathan Hyde) gefallen sind, der für den Geheimbund Hellfire arbeitet. Aber ein Teil ist noch übrig, das es braucht, um die Kräfte zu entfesseln. Dieses vermutet Freemont in dem Grab des Pharaos. Und so macht er sich 1922 auf den Weg nach Ägypten, begleitet von Dr. Azelia Barakat (Leonor Varela) und einigen anderen. Doch Sinclair ist ihm bereits auf den Fersen und würde alles dafür tun, um die Tafel doch noch zu komplettieren …
Billig-Abenteuer fürs Fernsehen
Früher einmal, da erfreute sich das Abenteuergenre großer Beliebtheit. Inzwischen ist davon nicht mehr viel geblieben. Es gibt zwar durchaus noch welche, die in fremden Welten spielen, seien es Fantasyorte oder auf weit entfernten Planeten. Titel, die in unserer Welt spielen, sind aber eine Seltenheit geworden. Da darf man sich über jedes Beispiel freuen, das noch herauskommt. Theoretisch. Praktisch heißt das aber nicht, dass das Ergebnis auch sehenswert ist. Das zeigt King Tut – Der Fluch des Pharao, eine TV-Produktion aus dem Jahr 2006, welches sich an Fans solcher traditionellen Filme richtet. Aber man muss da schon ein Auge zudrücken können, um an dem Zweiteiler Spaß zu haben. Manchmal vielleicht sogar besser beide Augen, damit man das Gebotene nicht sehen muss.
Eines vorweg: Wer gute Effekte sehen möchte, sollte den Fernseher lieber ausgeschaltet lassen. Selbst durchschnittliche Effekte sind hier außer Reichweite. Dass eine Fernsehproduktion nicht das Budget hat, um es mit den großen Hollywood-Filmen aufzunehmen, ist klar. So etwas kann man nicht erwarten. Das bedeutet aber nicht, dass man sich deswegen mit den grauenvollen Computergeschöpfen zufriedengeben muss, die einem hier vorgesetzt werden. Gerade das Ende von King Tut – Der Fluch des Pharao ist eine Zumutung, wenn es ans Eingemachte geht und der Fantasyteil ausgespielt wird – Dämonen und Gottheiten inklusive. Das ist insofern schade, weil die Settings zuvor eigentlich ganz stimmungsvoll waren. Zumindest der „reale“ Abenteuerteil kann sich sehen lassen, auch wenn er nicht in Ägypten, sondern in Indien gedreht wurde.
Inhaltlich uninteressant
Wobei es nicht nur visuelle Schwächen sind, die den Film plagen. Inhaltlich ist das nicht unbedingt besser geworden. Dass King Tut – Der Fluch des Pharao sich ein bisschen zu sehr bei offensichtlichen Vorbildern wie Jäger des verlorenen Schatzes bedient hat und bei der Geschichte und den Figuren Eigenständigkeit vermissen lässt, ist das eine. Nicht jeder Film kann und muss originell sein. Aber es gibt eben auch immer wieder Momente, in denen die Dialoge nerven, die Handlung keinen Sinn ergibt oder es anderweitig gelingt, einen zu ärgern. Und wenn Klischees und Belanglosigkeiten auf solche Ärgernisse treffen, darf man sich schon fragen, warum man sich das überhaupt anschauen soll.
Schauspielerisch ist das auch so eine Sache. Jonathan Hyde, mit Filmen wie Anaconda und Die Mumie selbst sehr erfahren im Abenteuerbereich, hat zumindest noch Spaß an seiner Figur. Er genießt das Overacting, wenn er die Karikatur des Gegenspielers zu Leben erweckt. Der Rest des Ensembles hinterlässt hingegen kaum einen Eindruck. Und das gilt dann eben auch für Casper Van Dien, dem das notwendige Charisma fehlt, um das Publikum für seine Figur zu interessieren. Da das Ende von King Tut – Der Fluch des Pharao auch noch ziemlich billig geworden ist, fehlen insgesamt die Argumente, warum man sich knapp drei Stunden vor dem Fernseher platzieren sollte. So sympathisch es prinzipiell ist, wenn so etwas wie hier gedreht wird: Sieht das dann so aus wie hier, kann man sich den Aufwand auch sparen und doch lieber wieder zu den Originalen greifen.
OT: „The Curse of King Tut’s Tomb“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: David Titcher
Drehbuch: Russell Mulcahy
Musik: Nathan Furst
Kamera: Chris Manley
Besetzung: Casper Van Dien, Leonor Varela, Jonathan Hyde, Steven Waddington, Niko Nicotera, Tat Whalley, Brendan Patricks, Patrick Toomey, Malcolm McDowell
Amazon (DVD „King Tut – Der Fluch des Pharao“)
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