
Seit acht Jahren betreut die forensische Psychiaterin Karla Eckhardt (Julia Koschitz) bereits Anton Lisky (Stefan Gorski), der seinerzeit im Drogenrausch seinen Freund ermordet hat. Seither hat er große Fortschritte gemacht, weshalb sich Eckhart dafür einsetzt, dass er in Zukunft unbegleiteten Freigang hat, um besser seiner Arbeit als Gärtner nachgehen zu können – zum Entsetzen von Helene Zenker (Margarethe Tiesel), der Mutter des Opfers. Deren Warnungen scheinen sich zu bestätigen, als kurze Zeit später Leon Wimmer (Anton Noori) ermordet aufgefunden wird, der in derselben Gärtnerei arbeitete. Zumal Lisky spurlos verschwunden ist. Während Kriminalkommissarin Irene Radek (Susi Stach) davon überzeugt ist, dass der Vermisste der Täter ist, glaubt die Psychiaterin an die Unschuld ihres Patienten …
Einmal Mörder, immer Mörder?
Wer regelmäßig Krimis und Thriller im deutschen Fernsehen anschaut, könnte die Psychiaterin Karla Eckhart bereits kennen. Zweimal war diese bislang im Einsatz. Erst musste sie im Frühjahr 2020 in Im Schatten der Angst herausfinden, warum ein angesehener Architekt eine unbekannte Frau entführte und gefangen hielt. Drei Jahre später handelte Im Schatten der Angst: Du sollst nicht lügen von einer pathologischen Lügnerin, die einen Psychologen ermordet haben soll. Weitere drei Jahre später kommt mit Im Schatten der Angst: Der Skorpion ein dritter Teil, bei dem die Protagonistin ihren psychologischen Sachverstand unter Beweis stellen muss und sich dabei selbst in große Gefahr begibt, wenn sie sich auf einen Mörder einlässt.
Zunächst sieht es danach aus, als wäre das hier einer dieser Filme, bei denen es um die Frage der Rehabilitation geht. Kann sich ein Verbrecher wirklich ändern? Muss man einen Mörder wieder in die Gesellschaft aufnehmen, wenn er bereut und sich in Griff hat? Eng damit verbunden ist das Motiv der Vergebung, hier verkörpert durch die Mutter des Opfers. Beispiele für solche Geschichten gibt es mehr als genug, Home und The Unforgivable etwa. Im Schatten der Angst: Der Skorpion hat diesen Überlegungen keine eigenen Gedanken hinzuzufügen, sagt nur brav auf, was andere bereits gesagt haben. Dass die Figuren so uninteressant sind, macht die Sache auch nicht besser. Ob es die besagte Mutter ist oder die Kommissarin, es werden nur Klischees aufgewärmt. Nicht einmal der Beschuldigte selbst ist irgendwie spannend geworden. Das Publikum muss sich damit begnügen, dass er jetzt geheilt ist. Wer Lisky als Mensch ist? Das weiß der Film selbst nicht.
Dämliches Finale
Nun soll Im Schatten der Angst: Der Skorpion aber eben kein Drama sein, das sich tiefgründig mit den angedeuteten Fragen auseinandersetzt. Stattdessen soll der Film spannend sein und das Publikum unterhalten. Als Whodunit-Krimi ist er jedoch unbefriedigend, da verpasst wird, wirkliche Alternativen aufzuzeigen, wer denn den Mord begangen haben könnte. Genauer gibt es in der Geschichte so wenige Figuren, dass kaum jemand in Frage kommt. Die Auflösung ist dann auch ein wenig ernüchternd, da machte man es sich wieder einfach. Immerhin, zwischendurch kommt es zu einem Vorfall, den man so nicht erwartet hätte, weil er schon ziemlich dreist ist. Glaubwürdig ist die Sache hingegen weniger.
Nach den beiden ordentlichen ersten Teilen wäre der Film daher auch so schon mal schwächer geworden. Und dann kommt das Finale. Dass man noch irgendwie versuchen wollte, für Spannung zu sorgen, ist zwar verständlich. Weniger verständlich ist aber, was man daraus gemacht hat. Nicht nur, dass die Einleitung des Finales nicht wirklich nachzuvollziehen ist. Es setzt auch voraus, dass sich Eckhart, die vorher immer als so intelligent dargestellt wird, sich auf geradezu absurde Weise dämlich verhält. Im Schatten der Angst: Der Skorpion verkauft dabei dann auch das Publikum für dämlich, was keine besonders gute Idee ist. Während man sich die ersten beiden Teile trotz ihrer Schwächen durchaus anschauen konnte, ist der dritte letztendlich ziemlich missglückt.
OT: „Im Schatten der Angst: Der Skorpion“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Umut Dag
Drehbuch: Nils-Morten Osburg
Musik: Roman Kariolou
Kamera: Simone Hart
Besetzung: Julia Koschitz, Susi Stach, Jörg Schüttauf, Stefan Gorski, Sylvie Rohrer, Margarethe Tiesel
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