Elon Musk Uncovered
© Beetz Brothers Film Production

Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment

Elon Musk Uncovered
„Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment“ // Deutschland-Start: 30. Januar 2026 (Sky / Wow)

Inhalt / Kritik

Wir leben in einer Zeit, in der die Ideologien der Vergangenheit von einem neuen Glauben abgelöst werden, der stark mit dem rasanten technologischen Fortschritt verbunden ist. Was für manche zunächst wie eine Dystopie klingt, ist von der Grundidee her lediglich eine Konsequenz des Hangs zur Innovation, die unser Leben besser machen soll. Künstliche Intelligenz, Nanotechnologien oder autonomes Fahren sind Technologien, die diesem Prinzip folgen, uns jedoch auch einiges abverlangen. Denn eine Gesellschaft, die sich nicht mitentwickelt, macht sich zum einen von Technologien abhängig und ist zum anderen den Interessen jener Konzerne ausgeliefert, die hinter deren Vermarktung stehen. In ihren Dokumentationen The Cleaners – Im Schatten der Netzwelt und Eternal You – Vom Ende der Endlichkeit machten die Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block auf die für Gesellschaft und Politik gefährlichen Auswüchse von Technologie in den falschen Händen aufmerksam. Wenn Sam Altman, der Mitbegründer von OpenAI, bestätigt, dass selbst er nicht wisse, was genau KI macht, betont dies die Dringlichkeit einer Form der Kontrolle, der Verantwortlichkeit der Konzerne sowie die Notwendigkeit eines aufgeklärten Nutzers.

Wenn wir uns auf die Technologie des autonomen Fahrens konzentrieren, sind die Vorteile offensichtlich. Bedenkt man allein die Zahl der Verkehrstoten jedes Jahr, kann Technologie der richtige Schritt sein, um zu handeln und diese Zahl drastisch zu reduzieren. Diese und viele andere Argumente gehören zum Mantra des Unternehmers Elon Musk, Co-Founder von Tesla, der in den letzten Jahren mit solchen Äußerungen die Notwendigkeit dieser Technologie betonte und damit den Kauf eines Tesla fast schon zu einer moralischen Pflicht erklärte. Dem gegenüber stehen zahlreiche Unfälle, ausgelöst durch Fehlfunktionen eines Tesla, sowie journalistische Arbeiten und Aussagen von Whistleblowern, die Musk vorwerfen, seine Kunden als Versuchskaninchen für eine Technologie zu benutzen, die bestenfalls noch im Anfangsstadium steckt.

In seiner Dokumentation Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment vereint Regisseur Andreas Pichler (Alkohol – Der globale Rausch) diese Facetten zur Person Musk sowie zu seiner Rolle innerhalb des Unternehmens Tesla. Die auf Sky Deutschland verfügbare Dokumentation, die ab Mai 2026 im ARD ausgestrahlt wird, geht von zwei Fällen aus, in denen ein Versagen des Autopilot-Programms eines Tesla zu tragischen Unfällen führte. Daneben werden verschiedene weitere Aspekte angesprochen, unter anderem, wie Musk die Unternehmenskultur bei Tesla beeinflusste, seine Verbindung zur Trump-Administration sowie seine teils kontroversen politischen und moralischen Standpunkte.

Eine Form der Verantwortung

In der zweiten Episode des Podcasts The Ten Reckonings erklärt Autor, Informatiker und Pionier der virtuellen Realität Jaron Lanier, dass künstliche Intelligenz nicht funktioniere, wenn niemand für sie verantwortlich sei. Diese und ähnliche Aussagen finden sich in den 90 Minuten von Elon Musk Uncovered immer wieder oder werden dem Zuschauer angesichts der Fülle an Aussagen, Beweisen und Archivmaterial nahegelegt. Pichler geht es nicht um die Sensation, denn die meisten Fakten zu den Sicherheitslücken des Tesla sind bekannt, gut dokumentiert und wurden in den Medien auf die ein oder andere Weise rezipiert. Die Bedeutung des Zusatzes „uncovered“ deutet vielmehr an, dass die Macher der Dokumentation hinter das Image eines Mannes blicken und ihn als Beispiel für eine neue Form des Unternehmers sehen, für den das menschliche Wohl nicht mehr an oberster Stelle steht. Pichlers Film zeigt nichts weniger als die Eckpfeiler einer neuen Ideologie, die gerade erst beginnt, deren Folgen wir jedoch bereits jetzt in unserem Alltag spüren.

Für die Kultur des Silicon Valley ist der Mensch nicht mehr als eine Schnittstelle. Schon die Causa Mark Zuckerberg hat gezeigt, dass man nicht mehr experimentiert oder Risiken abwägt, bevor man eine neue Technologie auf den Markt bringt, sondern es einfach tut. Die menschlichen Nutzer sind, wie es in Elon Musk Uncovered an einer Stelle heißt, „Beta-Tester“. Regulierung und demokratische Strukturen stören dabei nur, sodass die monetäre Unterstützung einer konservativ-rechten Politik nur der logische nächste Schritt ist. Wegen solcher und ähnlicher Aspekte macht Elon Musk Uncovered nachdenklich und wütend, zeigt aber auch – ähnlich wie die bereits angesprochenen Dokumentationen Riesewiecks und Blocks –, wie notwendig es ist, solche Ideologien nicht länger einfach hinzunehmen, sondern kritisch zu betrachten.

Credits

OT: „Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment“
Land: Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Andreas Pichler
Musik: Henning Fuchs
Kamera: Jakob Stark, Tom Bergmann

Bilder

Trailer

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Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment
fazit
„Elon Musk Uncovered: Das Tesla-Experiment“ ist eine Dokumentation über den Beginn einer neuen Weltordnung, in der nicht mehr das Wohl der Menschen im Fokus steht. Basierend auf tragischen Fällen, in denen das Autopilot-System eines Tesla versagte, entwirft Regisseur Andreas Pichler das erschreckende Bild einer Firma und eines Unternehmers, der moralische Bedenken beiseitewirft und vor allem auf sein Image für die Nachwelt schielt – ohne die damit verbundenen Probleme und Risiken anzuerkennen.
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