Cold Storage
© STUDIOCANAL GmbH / Reiner Bajo

Cold Storage

Cold Storage
„Cold Storage“ // Deutschland-Start: 19. Februar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Mitten in den USA steht ein unscheinbares Self-Storage-Lagerhaus, dessen Mauern ein gefährliches Geheimnis bergen: In den unterirdischen Bereichen wird ein einst in Australien gefundener hochgradig aggressiver Pilz von der Army verwahrt. Als Travis (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) während ihrer Nachtschicht einem ungewöhnlichen Piepen nachgehen, finden sie heraus, dass der dort lagernde Pilz beginnt sich auszubreiten. Er wächst, passt sich an und sucht gezielt nach Wegen, sich zu vermehren. Während das Lagerhaus zunehmend von Sporen und überwucherten Strukturen durchzogen wird, kämpfen Travis und Naomi mit begrenzten Mitteln ums Überleben. Gleichzeitig schlägt der Alarm bei der Army an: Der pensionierte Ex-Offizier Robert Quinn (Liam Neeson), der aus einem früheren Einsatz um die Gefahr des Pilzes weiß und schon lange vor der unzureichenden Verwahrung gewarnt hat, wird zurückgeholt. Als Einzige kennen er und seine ehemalige Partnerin Trini Romano (Lesley Manville) das wahre Ausmaß der biologischen Bedrohung. Doch während sie versuchen, Travis und Naomi zu Hilfe zu eilen, wird das Lagerhaus zur tödlichen Falle – und jede Minute, die verstreicht, erhöht das Risiko, dass der Pilz entkommt und eine Katastrophe auslöst.

Vom Screenwriter zum Romanautor

Der Stoff von Cold Storage geht zurück auf einen Roman von David Koepp, der als Drehbuchautor hinter Blockbustern wie Jurassic Park oder Spider-Man steht und Ende der 2010er schließlich begann, Romane zu veröffentlichen. Sein Debüt erschien hierzulande unter dem Titel Cold Storage – Es tötet. Dass dieser Stoff früher oder später verfilmt werden würde, war absehbar. Koepp adaptierte den Roman selbst fürs Kino, auf dem Regiestuhl nahm Jonny Campbell Platz – ein Brite, der sich vor allem im Fernsehen einen Namen gemacht hat, unter anderem mit der legendären Vincent-van-Gogh-Episode von Doctor Who, aber auch mit Arbeiten für Westworld und die Miniserie Dracula. Für Campbell ist es erst der zweite Kinofilm nach Alien Autopsy von 2006.

Das Ergebnis ist eine Horrorkomödie mit deutlichen Science-Fiction-Anleihen, die sich sehr bewusst an Genre-Regeln und -Klischees orientiert. Zwei eher zufällig zusammengewürfelte junge Menschen, frischgebackene Arbeitskollegen, werden an einem klar abgegrenzten Ort mit einer tödlichen Bedrohung von außen konfrontiert. Der Film spielt dabei offen mit dem Wissensvorsprung des Publikums: Schon vor dem Vorspann wird die Herkunft des Pilzes erklärt, der nach dem Absturz der Raumstation Skylab in Westaustralien entdeckt wurde und dort mehrere Menschen tötete, darunter eine NASA-Wissenschaftlerin. Robert Quinn, der schon den Vorfall in Australien untersuchte, ist der abgehalfterte, aber erfahrene Warner, der stets Recht hatte und nun – da es ernst wird – wieder ranmuss, während seine Vorgesetzten die Gefahr herunterspielen. Unterstützung erhält er heimlich von der jungen Soldatin Abigail (Ellora Torchia), die sich über Befehle hinwegsetzt. Am Ende formiert sich dann eine kleine, improvisierte Gruppe, auf deren Schultern nicht weniger als das Schicksal der Menschheit zu lasten scheint.

B-Movie mit A-Besetzung

Was nach klassischem B-Movie klingt, wird mit einer erstaunlich prominenten Besetzung umgesetzt. Neben Liam Neeson sind auch Vanessa Redgrave in einer prägnanten Nebenrolle sowie Georgina Campbell (Barbarian) und Joe Keery (Stranger Things) in den Hauptrollen zu sehen. Überraschend ist jedoch vor allem, wie kompromisslos der Film in Sachen Gore und Ekel zur Sache geht. Für ein Werk mit dieser Besetzung ist er erstaunlich splatterlastig und schreckt auch vor Body-Horror-Effekten nicht zurück. Diese überwiegend handgemachten Effekte setzen gezielt auf Widerwärtigkeit – etwa wenn der vom Pilz befallener Ex-Freund Naomis (Aaron Heffernan) seine Sporen auf äußerst unangenehme Weise weitergeben möchte. Schwarzer Humor ist also vorhanden, kann die Härte der Bilder aber nur bedingt abfedern.

Wer jedoch tiefgründige Aussagen oder gesellschaftliche Analysen erwartet, ist hier definitiv falsch. Themen wie vertuschte militärische Risiken, Klimawandel oder prekäre Arbeitsverhältnisse werden zwar angerissen, dienen aber eher als Hintergrundrauschen denn als ernsthafte Diskussionsansätze. Im Vordergrund steht der makabre Spaß. Und der funktioniert erstaunlich gut, vor allem dann, wenn Campbell visuell kreativ wird. Unter anderem wenn er zeigt, wie der Pilz es geschafft hat, eine überfahrene Katze zu infizieren und so im Nachhinein zunächst abstrus wirkende Geschehnisse schlüssig erklärt werden. Solche Einfälle, der konsequent schwarze Humor und die effektiven Gore-Momente machen aus einem letztlich sehr vertrauten Invasionshorror-Plot, der nicht zufällig an Die Körperfresser kommen, dessen Romanvorlage Travis zu Beginn seiner Schicht liest, erinnert, einen kurzweiligen, herrlich derben Genrebeitrag für Fans von schleimigem, bissigem Horror.

Credits

OT: „Cold Storage“
Land: UK
Jahr: 2026
Regie: Jonny Campbell
Buch: David Koepp
Vorlage: David Koepp
Musik: Mathieu Lamboley
Kamera: Tony Slater Ling
Besetzung: Joe Keery, Georgina Campbell, Liam Neeson, Lesley Manville, Sosie Bacon, Aaron Heffernan, Vanessa Redgrave, Ellora Torchia, Gavin Spokes

Bilder

Trailer

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Cold Storage
fazit
“Cold Storage” ist eine schwarzhumorige Horrorkomödie mit Science-Fiction-Anleihen, die bekannte Genre-Muster souverän bedient. Dank einfallsreicher Inszenierung, handgemachter Gore-Effekte und starker Besetzung wird aus dem vertrauten Stoff ein kurzweiliger, derber Spaß für Genrefans.
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