Primate
© Paramount Pictures

Primate

Primate
„Primate“ // Deutschland-Start: 22. Januar 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Jahre sind vergangen, seitdem die College-Studentin Lucy Pinborough (Johnny Sequoyah) das letzte Mal bei ihrer Familie auf Hawaii war. Umso größer ist die Freude, als sie mit ihrer besten Freundin Kate (Victoria Wyant) und deren Bruder Nick (Benjamin Cheng) ins Flugzeug steigt. Gut, dass Kate auch noch Hannah (Jessica Alexande) anschleppt, mit der Lucy nicht viel anfangen kann, ist ärgerlich. Aber das kann sie ignorieren, zu schön ist es, wieder Zeit mit ihrem Vater Adam (Troy Kotsur), der als Autor große Erfolge feiert, und ihrer jüngeren Schwester Erin (Gia Hunter) verbringen zu können. Doch es dauert nicht lang, bis sich das fröhliche Zusammensein in einen schlimmen Alptraum verwandet. Denn der treue Haus-Schimpanse Ben wurde von einem Mungo gebissen und entwickelt nun Tollwut …

Der übliche Tierhorror

Sie sind ein fester Bestandteil des Horrorgenres: Filme über Tiere, welche Jagd auf Menschen machen. Die Bandbreite an Tierarten ist dabei groß: Ob Der weiße Hai, Orca, der Killerwal, Anaconda, der Spinnenterror Arachnophobia oder Lake Placid um ein gefräßiges Krokodil, da ist so ziemlich alles möglich. Nachdem es eine Zeit lang etwas ruhiger in dem Segment wurde, wurden in den letzten Jahren wieder verstärkt Titel produziert. Die meisten davon findet man eher im Direct-to-Video-Segment. Dann und wann finden solche Filme aber auch ihren Weg auf die große Leinwand. Aktuellstes Beispiel hierfür ist Primate, das einen eher selten verwendeten Antagonisten in den Mittelpunkt stellt. Denn hier ist es ein Schimpanse, der für eine Familie und diverse Freunde und Freundinnen zur Lebensgefahr wird.

Verantwortlich hierfür ist der englische Regisseur und Co-Autor Johannes Roberts. Dieser ist seit Jahren eine feste Größe im Horrorgenre und hat dabei mit den unterschiedlichsten Bedrohungen gearbeitet, darunter menschlichen und übernatürlichen. Und auch mit Tierhorror hat er seine Erfahrungen gesammelt, seine beiden Filme 47 Meters Down und 47 Meters Down: Uncaged waren an den Kinokassen erfolgreich. Entsprechend routiniert ist es dann auch, was er mit Primate vorlegt. Roberts weiß, wie das funktioniert, er kennt die Regeln dieser Filme und was beim Publikum funktioniert. Und er macht auch genau das. So hat er weder erzählerisch noch inszenatorisch nennenswerte Ambitionen, um sich in diesem doch gut bestückten Genre hervorzuheben. Die Figuren sind beispielsweise bestenfalls funktional, teilweise nicht einmal das. Sie schwanken zwischen nichtssagend und grauenvoll.

Ein erschreckend ähnlicher Feind

Das heißt aber nicht, dass der von Cujo beeinflusste Film gar nichts Eigenes hat. Da ist etwa die Sache mit dem taubstummen Vater. Für den Inhalt ist das zwar nicht sonderlich relevant, hat aber eine nette Passage zur Folge. Auch das Tier selbst ist ein guter Einfall. So arbeitet Primate mit einem Antagonisten, der übermenschlich stark ist, wild, eine echte Naturgewalt. Er ist aber intelligenter, als es die meisten Tiere sind, was die Gefahr noch weiter erhöht. An manchen Stellen meint man fast schon, es mit einem Menschen als Gegenüber zu tun zu haben. Schön ist übrigens auch, dass die Figuren nicht ganz so passiv sind, sondern tatsächlich versuchen, sich aus der Lage zu befreien. Manchmal stellen sie sich zwar etwas doof dabei an, wenn es das Drehbuch gerade so will. Aber das geht insgesamt in Ordnung.

Wer es gern blutiger mag, kommt dabei auf seine Kosten. Streckenweise ist der Film, der auf dem Fantastic Fest 2025 Premiere hatte, ziemlich brutal. Das passt dann zwar zu einer Tierart, die in der realen Welt ohne Scheu andere vergewaltigt, tötet und verstümmelt. Aber man muss schon mit dieser Gewalt umgehen können, um hier seinen Spaß zu haben. Während Primate in der Hinsicht in die Vollen geht, sind die eigentlichen Spannungsmomente eher harmlos. Da gibt es die üblichen Jump Scares oder Szenen, in denen Ben irgendwo im Hintergrund auftaucht, nur um dann beim nächsten Hinsehen verschwunden zu sein. Das funktioniert zwar, ist aber so einfallslos und konventionell, dass der Genrebeitrag unter seinen Möglichkeiten bleibt. Da wäre doch noch mehr möglich gewesen.

Credits

OT: „Primate“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Johannes Roberts, Ernest Riera
Musik: Adrian Johnston
Kamera: Stephen Murphy
Besetzung: Troy Kotsur, Kevin McNally, Johnny Sequoyah, Victoria Wyant, Jessica Alexander, Kae Alexander, Charlie Mann, Gia Hunter, Benjamin Cheng

Bilder

Trailer

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Primate
fazit
In „Primate“ wird eine Gruppe von Menschen daheim von einem Haus-Schimpansen terrorisiert, nachdem dieser mit Tollwut infiziert wurde. Der Antagonist ist eine gute Idee, wenn er irgendwo zwischen Mensch und Tier agiert. Insgesamt funktioniert der überraschend brutale Horrorfilm auch, zeigt aber inhaltlich und inszenatorisch wenig Ambition. Die Figuren sind furchtbar, der Ablauf zu vorhersehbar.
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