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© ZDF/Marq Riley

Tod in Mombasa

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„Tod in Mombasa“ // Deutschland-Start: 5. Februar 2024 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Ein Jahr ist es inzwischen her, dass Farrah Wagner (Dayan Kodua) spurlos verschwunden ist. Dennoch hatten ihr Mann Moritz (Heino Ferch) und Tochter Aluna (Samirah Breuer) nie die Hoffnung aufgegeben sie wiederzusehen. Umso größer ist der Schock, als Moritz einen Anruf aus Kenia erhält, der Heimat von Farrah, wo diese tot in einem See gefunden wurde. Offensichtlich handelt es sich um einen tragischen Unfall, der sie das Leben gekostet hat. Oder steckt am Ende eventuell mehr dahinter? Der Kriegsfotograf will es genauer wissen und macht sich daher auf den Weg nach Afrika. Dort trifft er auch auf seine Schwester Nicole (Barbara Philipp), die deutsche Investitionsgelder verantwortet, und deren Freund, den Anwalt Jürgen Oehlert (Christian Erdmann), die ihm bei der Suche nach der Wahrheit helfen wollen. Doch schon kurz nach seiner Ankunft überschlagen sich die Ereignisse …

Ein Kriegsfotograf als Ermittler

Kaum ein deutscher Schauspieler ist derart eng mit Fernsehkrimis verbunden wie Heino Ferch. So spielt er in mehreren parallel produzierten Reihen die Hauptrolle, mimt mal den Privatier Johann Friedrich von Allmen (Allmen und das Geheimnis der Erotik), den Psychologen Richard Brock (Spuren des Bösen: Schuld) sowie die Polizisten Simon Kessler (Die Frau im Meer) und Ingo Thiel (Briefe aus dem Jenseits). Alle vier Reihen bringen es auf mehrere Filme, insgesamt sind es mehr als 20, weshalb man schon einmal den Überblick verlieren darf, welchen Krimi wir uns da eigentlich gerade anschauen. Wer sich im Vorfeld nicht genauer informiert, könnte daher bei Tod in Mombasa verwirrt sein, wenn hier zusätzlich zu dem bekannten Quartett ein weiterer Fernsehkrimi mit dem dauerbeschäftigten Schauspieler ausgestrahlt wird.

Ob dies der Auftakt einer weiteren Reihe sein wird, ist bislang nicht klar. So verrät das ZDF zwar, dass der Film frei nach den Romanen von Lena Blaudez ersonnen wurde, was weitere Teile impliziert. Wirklich konkret wird der Sender dabei aber nicht. Grundsätzlich ist die Idee, einen Kriegsfotografen zum Protagonisten eines Krimis zu machen, nicht uninteressant. Dies erlaubt die unterschiedlichsten Settings sowie jede Menge harter Geschichten. In Tod in Mombasa ist davon aber noch nicht so wahnsinnig viel zu sehen. Thematisiert wird das zwar schon, etwa wenn die Ehe zwischen Farrah und Moritz an dieser fordernden Arbeit zerbrochen ist. Außerdem wird angesprochen, ob das Dokumentieren des Kriegs sinnvoll ist oder nicht. Das hätte durchaus spannend sein können, wird aber so stiefmütterlich behandelt, dass man es auch gleich ganz hätte weglassen können.

Zu viele Klischees

Dafür hat Regisseur und Drehbuchautor Jörg Lühdorff (Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft) andere inhaltliche Ambitionen. So geht es darum, wie die Menschen in Afrika ausgenutzt werden von ausländischen Unternehmen. Als Thema ist das ohne Zweifel interessant und wichtig. Die gute Absicht wird aber bereits dadurch sabotiert, dass hier zwei Weiße die Einheimischen retten müssen, das alte White-Savior-Prinzip eben. Dass die Bösen ebenfalls weiß sind, macht die Sache nicht besser. Vielmehr führt es dazu, dass man den Eindruck hat, in Afrika würden keine eigenständigen Menschen leben. Dass die einzigen Schwarzen, die wirklich aktiv werden, gleich ermordet werden, hinterlässt auch keinen besonders guten Eindruck. Und dann wäre da noch das mit der Sprache. So wird in Tod in Mombasa später zwar auch Französisch gesprochen. In Kenia können aber aus irgendwelchen Gründen alle Deutsch. Insgesamt hat man schon das Gefühl, es hier mit einer reinen Touriveranstaltung zu tun zu haben.

Leider hält sich auch sonst der Mut zur Eigenständigkeit sehr in Grenzen. Tatsächlich wimmelt es hier nur so vor Klischees, Tod in Mombasa ist nicht mehr als der Zusammenschnitt bekannter Elemente. Klar, dass beispielsweise der Protagonist irgendwann selbst in Verdacht gerät und seine Unschuld beweisen muss. Die Figuren sind alle nur holzschnittartig. Ferch tut auch nicht unbedingt viel dafür, dass dieser Ermittler in Erinnerung bleibt, das ist alles nur Dienst nach Vorschrift. Wem das reicht, kann hier reinschalten. Schließlich gibt es Aufnahmen aus Afrika, die man dann doch eher selten in deutschen Fernsehkrimis sieht. Der Film wirkt aber mehr wie eine Schnitzelbude, bei der als Deko eine Fototapete angebracht wurde.

Credits

OT: „Tod in Mombasa“
Land: Deutschland
Jahr: 2024
Regie: Jörg Lühdorff
Drehbuch: Jörg Lühdorff
Vorlage: Lena Blaudez
Musik: Oliver Biehler
Kamera: Philipp Timme
Besetzung: Heino Ferch, Katharina Schlothauer, Barbara Philipp, Errol Trotman Harewood, Christian Erdmann, Samirah Breuer, Dayan Kodua, Alex Tsanghu

Bilder

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Tod in Mombasa
fazit
„Tod in Mombasa“ will mit einer für deutsche Krimiverhältnisse exotischen Landschaft locken und versucht sich zudem an gesellschaftlichen Themen. Insgesamt ist der Film über einen Kriegsfotografen, der den Tod seiner Frau aufklären möchte, aber ein mit vielen Klischees angereihter Genrebeitrag, der auch durch Heino Ferch recht austauschbar ist.
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