Majin-jō no nemuri hime Dragon Ball Das Schloss der Dämonen Sleeping Princess in Devil's Castle
© Akira Toriyama/Toei Animation

Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen

Dragon Ball Movies
„Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen“ // Deutschland-Start: 20. Juli 2020 (DVD / Blu-ray, „Dragon Ball Movies 1-4“)

Inhalt / Kritik

Der junge Son-Goku ist fest entschlossen, an seinen Kampffähigkeiten zu arbeiten. Zu diesem Zweck wendet er sich an Muten Roshi, den Herrn der Schildkröten und legendären Kämpfer, der zurückgezogen auf einer Insel lebt. Pech für Son-Goku: Kurze Zeit später taucht auch der kleine Mönch Krillin auf, der ebenfalls Schüler bei dem Meister werden möchte. Da dieser aber nur einen Schüler auf einmal akzeptiert, schickt er die zwei zum Schloss der Dämonen, wo eine schlafende Prinzessin gefangen gehalten sein soll. Wem es von den beiden gelingt, diese zu befreien, erhält den Ausbildungsplatz. Das lassen sich die zwei nicht entgehen. Aber auch Bulma, Yamchu, Oolong und Pool, die kurze Zeit später zu Besuch sind, nehmen die Reise zum Schloss auf, wo der finstere Lucifer lebt. Doch schon auf dem Weg dorthin kommt es zu einem Zwischenfall …

Alte Geschichte als neues Abenteuer

Bei erfolgreichen Animeserien ist es nicht selten, dass jedes Jahr ein neuer Film erscheint. Ob nun Pokémon, Detektiv Conan oder Shin-chan, sie alle waren in der Hinsicht sehr produktiv. Anfangs galt das auch für Dragon Ball. 1986 ging die parallel zum Manga und der Fernsehserie produzierte Filmreihe los, bis 1996 kam jedes Jahr ein weiterer Titel hinzu, manchmal sogar mehrere. Wobei die einzelnen Beiträge oft deutlich kürzer waren als die Kinoauftritte der obigen Kollegen. Der erste Film Die Legende von Shenlong war gerade einmal 50 Minuten lang. Der Nachfolger Das Schloss der Dämonen war noch einmal kürzer. Das liegt auch an der Art der Veröffentlichung. So wurden die ersten beiden Filme im Rahmen eines Events gezeigt, zusammen mit anderen kürzeren Anime-Filmen. Erst später wurden auch „echte“ Kinofilme produziert.

Beim ersten Film wurde die Kürze zu einem Problem. So wurde versucht, in Die Legende von Shenlong die ersten Kapitel des Mangas zusammenzufassen, was aber nur bedingt funktionierte. Viele der witzigen Szenen fielen weg, im Schnellverfahren wurden Figuren eingeführt, wodurch der Charme von Akira Toriyamas Geschichte nur durchschimmerte. Einige Fans störten sich zudem an den Änderungen, die der Film vornahm. In der Hinsicht ist Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen noch einmal deutlich schlimmer. Nur der Anfang und das Ende des Animes haben Entsprechungen in der gedruckten Vorlage, der Rest wurde neu erfunden. Wer sich beim Anschauen des Films wundert, woher das Schloss und Lucifer plötzlich kommen und ob man diese vielleinfach vergessen hat: Nein, hat man nicht.

Gut integriert

Und doch ist die Neuerfindung harmonisch, die Neuerungen sind sinnvoller als beim letzten Mal. So wurde in Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen die Einführung von Lunch, die durch sehr unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen auffällt, stark erweitert. Ist sie im Manga nur eine Nebengeschichte, die mehr oder weniger in Abwesenheit erzählt wird, macht der Film daraus ein eigenes Abenteuer. Das hätte es zwar nicht unbedingt gebraucht, an der Hauptgeschichte ändert das nicht viel. Aber es ist doch eine clevere Methode, um das Original zu erweitern, ohne dass es zu gröberen Widersprüchen kommt. Da man sich ansonsten von irgendwelchen Experimenten fernhielt und auf Bewährtes setzte, funktioniert der Film ganz gut innerhalb des Kanons.

So gibt es beispielsweise einen witzigen Einsatz der gestaltwandlerischen Fähigkeiten. Auch die Sache mit der verborgenen Natur von Son-Goku wird gut integriert. Was fehlt, das sind wirklich eigene Ideen, die einem über den Film hinaus in Erinnerung bleiben. Lucifer und dessen Gehilfe Igor passen zwar zum Rest, stechen aber nicht hervor. Der originellste Einfall ist noch die Auflösung, was es mit der Prinzessin auf sich hat. Visuell hebt sich Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen ebenfalls nicht hervor. Das Traditionsstudio Toei Animation, welches auch für die Serie verantwortlich war, hat die Vorlage aber gut umgesetzt. Die Filmfassung trifft Ton und Reiz, hat zudem einen nostalgischen Charme, auch wenn sie letztendlich nur Fans empfohlen werden kann.

Credits

OT: „Dragon Ball: Majin-jō no nemuri hime“
IT: „Dragon Ball: Sleeping Princess in Devil’s Castle“
Land: Japan
Jahr: 1987
Regie: Daisuke Nishio
Drehbuch: Keiji Terui
Vorlage: Akira Toriyama
Musik: Shunsuke Kikuchi
Animation: Toei Animation

Trailer

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Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen
fazit
Wo der erste Film noch versuchte, im Schnellverfahren die Geschichte des Mangas zusammenzufassen, da fügt „Dragon Ball: Das Schloss der Dämonen“ ein neues Abenteuer hinzu. Dieses ist durchaus unterhaltsam und fügt sich harmonisch in den Kanon ein, selbst wenn nennenswerte eigene Ideen und Figuren fehlen.
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