The Color of Money Die Farbe des Geldes arte
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Die Farbe des Geldes

The Color of Money Die Farbe des Geldes arte
„Die Farbe des Geldes“ // Deutschland-Start: 12. März 1987 (Kino) // 16. Mai 2002 (DVD)

Inhalt / Kritik

Früher einmal, da war Eddie (Paul Newman) ein echter Profi am Billardtisch, dem so leicht niemand etwas vormachen konnte. Doch das ist lange her, inzwischen verdient er sein Geld als Spirituosenhändler. Ganz hat er von seiner ehemaligen Leidenschaft aber nicht ablassen können, auch wenn er als Manager von Julian (John Turturro) keine allzu großen Erfolge feiert. Dabei trifft er eines Tages den ungestümen Spieler Vincent (Tom Cruise), der ein unglaubliches Talent hat, aber keinen Sinn fürs Geschäftliche. Seine eigene Chance witternd, überredet Eddie ihn und seine Freundin Carmen (Mary Elizabeth Mastrantonio), gemeinsam durch die Gegend zu fahren und dabei das große Geld zu machen …

Rückkehr in die Vergangenheit

In den letzten Jahren hat es eine Reihe später filmischer Fortsetzungen gegeben, die niemand auf dem Schirm gehabt haben dürfte. Bei manchen Beispielen führte die Rückkehr zu beeindruckenden Ergebnissen, siehe Top Gun: Maverick. Hingegen ist Der Prinz aus Zamunda 2 ziemlich untergegangen. Ein früheres Beispiel, dass sich späte Nachfolger durchaus rentieren können, ist Die Farbe des Geldes aus dem Jahr 1986. Immerhin 25 Jahre waren seit Haie der Großstadt vergangen, bevor das Publikum erfahren durfte, wie es mit dem Spieler Eddie weitergegangen ist. Im Gegensatz zu den obigen Beispielen, wo es sich um rein filmische Fortsetzungen handelt, basiert das Sportdrama auf dem zwei Jahre zuvor veröffentlichten Roman von Walter Tevis. Von eben jenem Mann also, der seinerzeit The Hustler geschrieben hatte, die Vorlage von Haie der Großstadt.

Dass erneut derselbe Autor in die Welt des Billardspiels zurückkehrte, macht die Geschichte natürlich deutlich interessanter. Sicher mögen auch bei Tevis finanzielle Gedankenspiele motiviert haben, noch einmal an damals zu erinnern. Aber er tut dies mit dem Blick eines Mannes, der sich mit dem eigenen Thema auseinandergesetzt hat, anstatt es nur noch einmal aufwärmen zu wollen. So wird auch Die Farbe des Geldes immer wieder zu einer Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit, wenn sich Eddie in Vincent wiedererkennt. Das bedeutet für ihn einerseits, dass er sein Leben noch einmal ausleben darf, den Nervenkitzel, wenn jedes Spiel zu einem kleinen Nervenduell ist. Gleichzeitig weiß er aber auch, welchen Preis ein solches Leben haben kann.

Wenn Schüler zu Rivalen werden

Interessant ist dabei die Dynamik zwischen den beiden Figuren. So beginnt Die Farbe des Geldes damit, dass Eddie eine Mentorfunktion bei Vincent übernehmen möchte, auch wenn es dafür einiges an Überredungskunst braucht. Später wird sich das wandeln. Mit zunehmendem Erfolg wird der junge Spieler selbstbewusster, was irgendwann in Arroganz umschlägt. Das führt dann auch dazu, dass er sich gegen sein Vorbild erhebt und aus der Lehrer-Schüler-Konstellation ein Wettbewerb wird. Wie dieser ausgeht, bleibt dabei lange offen. Wird es der alte Hase aufgrund seiner Erfahrung und seiner Selbstbeherrschung noch einmal schaffen? Oder siegt am Ende die ungestüme Jugend mit ihrem Talent, das kein Gleiches zu kennen scheint? Dabei ist es in erster Linie der junge Mann, der eine Wandlung durchmacht. Eddie wird zwar an früher erinnert, was eindeutig etwas in ihm auslöst. Mit einer grundlegenden Entwicklung ist die Rückkehr in die Vergangenheit aber nicht verbunden.

Sehenswert ist der Film dennoch, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Dynamiken, die sich im Laufe der zwei Stunden einstellen – auch zwischen den Männern und Frauen. Außerdem sind da natürlich noch die Billardspiele selbst: Da sind einige spannende Szenen dabei, zumal Martin Scorsese es schafft, die entsprechenden Duelle packend in Szene zu setzen. Die Farbe des Geldes mag nicht das Monumentale haben, welches andere Werke des berühmten Regisseurs auszeichnet. Aber es ist doch großes Schauspielkino, verpackt in einen leisen, zuweilen melancholischen Film um Menschen, die alle auf die eine oder andere Weise auf der Suche sind. Da ist eine Ruhelosigkeit in dem Bestreben des Trios, die den Film auch dann antreibt, wenn er ausgetretenen Bahnen folgt und man über weite Strecken recht genau weiß, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.

Credits

OT: „The Color of Money“
Land: USA
Jahr: 1986
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Richard Price
Vorlage: Walter Tevis
Musik: Robbie Robertson
Kamera: Michael Ballhaus
Besetzung: Paul Newman, Tom Cruise, Mary Elizabeth Mastrantonio, Helen Shaver, John Turturro

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1987 Bester Hauptdarsteller Paul Newman Sieg
Beste Nebendarstellerin Mary Elizabeth Mastrantonio Nominierung
Bestes adaptiertes Drehbuch Richard Price Nominierung
Bestes Szenenbild Boris Leven, Karen O’Hara Nominierung
Golden Globes 1987 Bester Hauptdarsteller (Drama) Paul Newman Nominierung
Beste Nebendarstellerin Mary Elizabeth Mastrantonio Nominierung

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Die Farbe des Geldes
Fazit
„Die Farbe des Geldes“ folgt einem ehemaligen Billard-Profi, der mithilfe eines jungen Mannes noch einmal seinen alten Träumen hinterherjagt. Sehenswert ist das vor allem für die Dynamik zwischen den Figuren sowie für die packend in Szene gesetzten Spielsituationen, auch wenn die Geschichte an sich nicht ganz so viel zu erzählen hat.
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