Sonic The Hedgehog 2
© Paramount Pictures

Sonic the Hedgehog 2

Sonic The Hedgehog 2
„Sonic the Hedgehog 2“ // Deutschland-Start: 31. März 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich sah es nach einem ganz gemütlichen Wochenende für Sonic aus. Während Tom (James Marsden) und Maddie (Tika Sumpter) in Hawaii sind, um dort die Hochzeit von Maddies Schwester Rachel (Natasha Rothwell) zu feiern, hat er die Bude für sich. Doch gerade, als er richtig in Fahrt kommt, erhält er einen ebenso unerwarteten wie unerwünschten Besuch: Sein Erzfeind Dr. Robotnik (Jim Carrey) ist zurück! Und dieses Mal hat er Verstärkung in Form des roten Kraftprotzes Knuckles, der es wie der verrückte Wissenschaftler auch auf den blauen Igel abgesehen hat. Doch glücklicherweise taucht zeitgleich Tails auf, ein weiteres Wesen aus einer fernen Welt, und hilft Sonic dabei zu fliehen. Nun müssen sie es nicht nur schaffen, ihre Verfolger abzuhängen, sondern auch die Welt zu retten. Schließlich hat Robotnik wieder einen fiesen Plan …

Ein unerwarteter Erfolg

Die Skepsis war groß, als eine Live-Action-Version von Sonic angekündigt wurde. Und sie wurde mit der Zeit nicht eben kleiner. Nicht nur, dass die Adaption der gleichnamigen Kult-Videospielreihe von Sega gegen den Fluch ankämpfen musste, demzufolge Videospiele grundsätzlich schlechte Filme nach sich ziehen. Das Design des blauen Igels sorgte bei den Fans für eine Mischung aus Entsetzen und Gelächter. Umso überraschter durfte man von dem Ergebnis sein. Sonic the Hedgehog war zwar weit von einem Meisterwerk entfernt, aber doch ein insgesamt unterhaltsames Familienabenteuer. Auch die Einspielergebnisse stimmten. Tatsächlich gelang es, in den USA Pokémon Meisterdetektiv Pikachu vom Thron zu stoßen und die erfolgreichste Spiele-Adaption aller Zeiten zu werden. Weltweit brachte man es auf immerhin 300 Millionen US-Dollar, das Dreifache des Budgets.

Und so folgt etwas mehr als zwei Jahre später das obligatorische Sequel. Sonic the Hedgehog 2 schließt dabei nahtlos an die Ereignisse des Vorgängers an. Unser quirliger Titelheld hat es sich inzwischen auf der Erde gemütlich gemacht und sieht diese als sein neues Zuhause an. Ganz angekommen ist er aber noch nicht. So versucht er anfangs, sich als Superheld zu etablieren, auch aus der Sehnsucht nach Anerkennung heraus, hinterlässt dabei jedoch eine Schneise der Zerstörung. Das Thema der Selbstfindung, welches schon beim ersten Teil eine Rolle spielte, wird hier also wieder aufgenommen. Schließlich ist Sonic noch ein Kind, wie anfangs mehrfach gesagt wird. Ein Kind, das erst noch seine Aufgabe finden und in diese hineinwachsen muss.

Action hoch 3

Diese Innerlichkeit wird durch die beiden Neuankömmlinge noch einmal verstärkt. Denn auch Tails und Knuckles sind ein bisschen auf verlorenem Posten, müssen sich in der Welt zurechtfinden und verstehen, was ihre jeweiligen Aufgaben sind. Ansonsten sind die zwei nicht nur des Fanservices wegen drin – neben Sonic gehören sie zum Stammpersonal der Spiele. Sie erlauben es auch, den Actionteil in Sonic the Hedgehog 2 weiter zu erhöhen und ein bisschen abwechslungsreicher zu machen. Zeichnete sich der Igel durch seine hohe Geschwindigkeit aus, steht Knuckles für pure Kraft, wenn seine Antwort auf alles ein kräftiger Fausthieb ist. Tails wiederum sorgt durch ihre gleichermaßen zahlreichen wie skurrilen Erfindungen für Erheiterung.

Überhaupt spielt Humor natürlich wieder eine große Rolle. Da vergeht kaum eine Szene, bei der nicht irgendein Witz versucht wird – was wiederum Knuckles in den Wahnsinn treibt, der mit Sonics ständigen Sprüchen wenig anfangen kann. Und da ist da natürlich noch Robotnik, der Jim Carrey die Möglichkeit gibt, wieder zu seinen klamaukigen Grimasse-Anfängen zurückzukehren. Sonic the Hedgehog 2 ist da sicher nichts für die Anhänger und Anhängerinnen eines feinen oder gar subtilen Humors. Hier ist das alles ziemlich direkt. Aber auch wenn nicht jeder Gag sitzt, das Abenteuer macht insgesamt schon Spaß: Chaos wird hier groß geschrieben, Lee Majdoub gefällt wieder als Robotniks hörig-unterwürfiger Sidekick Agent Stone, zum Schluss gibt es einen schön bescheuerten Showdown.

Ein bisschen lang

Dieser stimmt dann auch versöhnlich, nachdem es zwischendurch zu kleineren Längen kam. Mehr als zwei Stunden hätte es für den Film nicht wirklich gebraucht, zumal das Ergebnis an mehreren Stellen nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Da werden dann Themen angeschnitten und Nebenhandlungen eröffnet, nur um die dann gleich wieder zu begraben. Das hätte man sich dann eher schenken können. Aber das ist nicht weiter gravierend, vor allem für ein Publikum, das schon am ersten Teil Gefallen gefunden hat. Sonic the Hedgehog 2 will diesem in typischer Fortsetzungsmanier noch einen draufsetzen, mit mehr Figuren, mehr Action, mehr Locations. Mehr Spaß macht das damit nicht, aber es ist doch gut genug, um dem Igel noch ein zweites Mal Gesellschaft zu leisten.

Credits

OT: „Sonic the Hedgehog 2“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Jeff Fowler
Drehbuch: Pat Casey, Josh Miller, John Whittington
Musik: Tom Holkenborg
Kamera: Brandon Trost
Besetzung: Jim Carrey, James Marsden, Tika Sumpter, Natasha Rothwell, Adam Pally, Shemar Moore, Lee Majdoub

Bilder

Trailer

Interview

Wie war es, an dem Film zu arbeiten? Und welche Superheldenkräfte hätte er selbst gerne? Diese und weitere Fragen haben wir im Interview Julien Bam gestellt, der bei der deutschen Fassung von Sonic the Hedgehog die Stimme von Sonic ist.

Julien Bam [Interview]

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Sonic the Hedgehog 2
Fazit
„Sonic the Hedgehog 2“ knüpft nahtlos an den Vorgänger an und ist erneut ein spaßiges Abenteuer voller Action und mit viel Humor. Die Gags sitzen nicht immer, der Film ist zudem zu lang, manche Nebenhandlung hätte man sich sparen können. Aber das spielfreudige Ensemble und ein schön bescheuerter Showdown entschädigen für so manche Länge.
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