Shooter

Shooter

Shooter
„Shooter“ // Deutschland-Start: 19. April 2007 (Kino) // 13. September 2007 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Scharfschütze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) ist ein gebrochener Mann. Nachdem er auf einer geheimen militärischen Mission seinen Freund und Späher Donnie (Lane Garrison), sowie das Vertrauen in seine Regierung verliert, möchte er eigentlich nur noch Eines – seine Ruhe. Da kommt es deutlich ungelegen, dass Bob aus seinem Exil gerufen wird, um einen Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten zu verhindern. Pflicht- und Ehrgefühl packen den ehemaligen Soldaten, doch plötzlich stellt sich die ganze Angelegenheit als Falle heraus, um Bob selbst das Attentat anzuhängen. Komplett im Visier intriganter Machtstrukturen rund um Colonel Johnson (Danny Glover) versucht er nun den Verrat aufzudecken und seine eigene Haut zu retten.

Rasanter Beginn

Der Anfang des Filmes hat es dabei erzählerisch, sowie visuell in sich. Zwar muss man sich darauf einlassen, dass Schauwerte über Logik stehen, wenn Bob aus einer riesigen Entfernung zahlreiche Kopfschüsse setzt, jedoch ist man das vom konventionellen amerikanischen Actionkino schon gewöhnt. Zu Beginn steht allerdings vor allem die Tragik um Mark Wahlbergs Figur im Vordergrund. Geprägt von einem fest verankerten Patriotismus ist Bob emotional schwer verletzt und von seinem Land enttäuscht, nachdem man ihn und seinen Freund zum Sterben zurückgelassen hat. Sein Wertesystem ist zerrüttet und zerstört und er hat scheinbar das Vertrauen in die amerikanische Regierung verloren. Da ist es zwar nachvollziehbar, warum die politischen Verschwörer ausgerechnet ihm den Anschlag anhängen wollen, allerdings wird die Motivation Bobs nicht ganz ersichtlich, sich nochmal mit der Regierung einzulassen, die ihn im Stich gelassen hat. Ob es sich um den Wunsch nach Rehabilitation oder purerem Patriotismus handelt, schwebt unbeantwortet im Raum.

Nichtsdestotrotz sind die ersten 30 Minuten spannend und interessant inszeniert, markieren sie doch den Beginn einer klassischen Heldenreise, die unerwartet und unvorhersehbar unterbrochen wird. Allerdings vergisst Shooter dann einen stringenten Thriller über Verschwörungen, Intrigen und Misstrauen zu erzählen. Stattdessen wird der Film zu Bobs persönlicher Agenda, alle Figuren zur Rechenschaft zu ziehen, die ihm selbst übel mitgespielt haben. Das mündet in einem zwanghaft wirkendem Finale, welches nahe an eine Verherrlichung von Selbstjustiz herankommt.

Und die Moral von der Geschicht?

Shooter hätte vieles erzählen können. Die Rückkehr eines Ex-Soldaten, der Frieden mit seiner Vergangenheit schließt, ein packenden Politthriller voller Intrigen und Verschwörungen oder den moralischen Zwist als Scharfschütze Leben zu nehmen und Ruhm dafür zu erlangen. Diese Geschichten sind alle teilweise enthalten, verlieren aber ihre Wirkung, da der Film sich auf alle Aspekte gleichzeitig versucht zu konzentrieren. Während der Anfang packend inszeniert ist, verkommt Shooter so nach einiger Zeit zu einem reinen Geballer, dem reihenweise Menschen zum Opfer fallen. Moralisch begründet oder wenigstens kritisiert ist das ganze dabei nicht wirklich. Die Zuschauenden müssen sich schon mit der Erklärung zufrieden geben, dass Feinde in einer Welt ohne Frieden eben erschossen werden müssen. Ignoriert man die erzählerische Inkonsequenz ist der Film trotzdem ein Genrevertreter, der sich nicht verstecken muss.

Credits

OT: „Shooter“
Land: USA
Jahr: 2007
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Jonathan Lemkin
Musik: Mark Mancina
Kamera: Peter Menzies Jr.
Besetzung: Mark Wahlberg, Michael Peña, Danny Glover, Kate Mara, Lane Garrison

Bilder

Trailer

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Shooter
Fazit
„Shooter“ beginnt mit einer nachvollziehbaren Vorgeschichte und einer spannenden Exposition. Der Politthriller, der sich daraus entspinnen soll, verläuft allerdings etwas im Nichts, sodass sich das Ende lächerlich in die Länge gezogen anfühlt. Auf den ersten Blick ein solider Actionthriller, der allerdings Fragen von Moral völlig außen vor lässt.
Leserwertung2 Bewertungen
5.2
6
von 10