Inhalt / Kritik

„Gold Is Eating People“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Dass Geld eine tödliche Wirkung auf die Menschen haben kann, ist hinlänglich bekannt. Bei Gold Is Eating People ist das durchaus wörtlich zu verstehen, zumindest wenn es nach dem kleinen Jungen geht. Schließlich hat er gesehen, wie jemand in ein mit Gold gefülltes Loch gegriffen hat und nicht mehr herauskam, weil ihn das Loch nicht mehr gehen lassen wollte. Wie so etwas aussieht, das zeigt der Kurzfilm in den acht Minuten gleich mehrfach. Denn sobald das Gerücht von dem frei herumliegenden Gold die Runde macht, begeben sich gleich mehrere Leute auf den Weg hinauf in die Berge, angetrieben von einer Mischung aus Neugierde und Gier.

Bittere Kritik, ungewöhnlich umgesetzt

Regisseur und Co-Autor Xia Su nutzt sein Werk, um basierend auf einem chinesischen Sprichwort die menschliche Natur aufzuzeigen. Eine nicht sehr schöne Natur. Während der kleine Junge noch erschrocken davonläuft und alle zu warnen versucht, ist die Welt der Erwachsenen eine, die sich sehr leicht durch Reichtum korrumpieren lässt. Dafür braucht es nicht viel. Gold Is Eating People braucht auch kaum Worte dafür. Nur an wenigen Stellen gibt es überhaupt Dialoge, diese dienen in erster Linie dazu, das Szenario zu skizzieren. Der Rest wird rein visuell erzählt, wenn nach und nach die Leute auf den Berg klettern und auf ihrer Suche nach dem Vermögen selbst einen hohen Preis bezahlen.

Inhaltlich ist das recht schlicht und ohne große Abwechslung. Dafür ist die audiovisuelle Umsetzung spannend: Gold Is Eating People verwendet traditionelle chinesische Instrumente, um auf diese Weise das Gefühl zu erzeugen, es handele sich hier um eine alte Erzählung. Dazu gibt es beim Kurzfilm skizzierte Figuren, die wie bei der traditionellen Scherenschnitt-Technik animiert werden. Zusammen mit den starken Kontrasten zwischen gelblichem Vordergrund und dem roten Hintergrund entsteht eine ganz eigene, sehr reizvolle Optik, irgendwo zwischen Theater und Schriftrolle, welche der eigentliche Höhepunkt des Werks ist.

Credits

OT: „Huang Jin Chi Ren La“
Land: China
Jahr: 2020
Regie: Xia Su
Drehbuch: Xia Su, Cheng Huang

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Gold Is Eating People
„Gold Is Eating People“ ist ein animierter Kurzfilm, der die Gier der Menschen anprangert. Inhaltlich ist das eher schlicht. Doch die interessante audiovisuelle Umsetzung mit traditionellen chinesischen Instrumenten und einer an Schriftrollen erinnernden Optik machen daraus ein sehenswertes Werk.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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