I Still Know What You Did Last Summer Ich weiss noch immer was du letzten Sommer getan hast
© Sony Pictures

Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast

Inhalt / Kritik

I Still Know What You Did Last Summer Ich weiss noch immer was du letzten Sommer getan hast
„Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ // Deutschland-Start: 29. April 1999 (Kino) // 7. August 2008 (Blu-ray)

Ein Jahr nachdem sie den Mörder ihrer Freunde stellen konnte, versucht Julie James (Jennifer Love Hewitt) die Ereignisse zu vergessen. Geplagt von schrecklichen Albträumen, in denen sie vom Mörder gejagt wird, ist es der jungen Frau aber unmöglich, die zu tun. Auch deswegen sucht sie die Distanz zu ihrem Freund Ray (Freddie Prinze jr.), der nach wie vor in Southport lebt und die Fernbeziehung zu ihr alles andere als gut findet. Als Julie und ihre Freundin Karla (Brandy) bei einem Gewinnspiel im Radio eine Reise auf die Bahamas gewinnen, ist dies für Julie eine mehr als willkommene Abwechslung, welche ihre Freundin direkt nutzt, um sie mit ihrem Mitstudenten Will (Matthew Settle) zu verkuppeln, der schon seit langer Zeit ein Auge auf Julie geworfen hat. Gemeinsam mit Karlas Freund Tyrell (Mekhi Phifer) machen sich die drei Studenten auf den Weg auf die Bahamas, wo sie ein Luxushotel erwartet. Einziger Wermutstropfen für Julie ist, dass Ray nicht mehr auf ihre Nachrichten antwortet, hätte er doch statt Will mitfahren sollen.

Allerdings hat Ray sie keinesfalls ignoriert, denn auf dem Weg zu Julie wurden er und ein Freund von Ben Willis, dem Killer, der zwei ihrer Freunde auf dem Gewissen hat, überfallen. Während in den Bahamas das Hotel wegen der anstehenden Hurrikansaison bis auf Julie, ihre Freunde und ein paar Angestellte komplett verlassen ist, werden auch die Zeuge von seltsamen Vorkommnissen bei denen immer wieder Menschen verschwinden. Schließlich ist auch Julie sich sicher, dass der Mörder von damals überlebt hat und wieder Jagd auf sie und ihre Freunde macht. Doch da die Insel mittlerweile abgesperrt ist, gibt es für sie kein Entkommen. So muss sich die junge Frau abermals dem rachsüchtigen Killer stellen.

Eine neue Jagd kann beginnen

Nur ein Jahr nach dem kommerziellen Erfolg von Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast war es auch schon Zeit für die Fortsetzung, konsequent betitelt mit Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast, damit sogleich klar ist, dass der Killer aus dem letzten Teil alles andere als tot ist. Auf dem Regiestuhl wurde Jim Gillespie von Danny Cannon abgelöst und das Drehbuch schrieb Trey Callaway, der sich zwar an den ersten Teil anlehnte, aber durchaus eigene Wege ging. Auch dieses Mal durften sich die Produzenten über hohe Einnahmen freuen, auch wenn die Fortsetzung mehr noch als das Original verdeutlicht, wie vorhersehbar das Slashergenre geworden war, auch wenn Cannons Films etwas mehr Unterhaltung bietet als der erste Teil.

Bevor man sich, wie es viele Kritiker getan haben, in negativen Bemerkungen zu diesem Sequel übt, sollte man zumindest erwähnen, mit welchem Handicap Cannons Film startet, nämlich damit, dass die Identität des Mörders eigentlich schon bekannt ist. Von daher versucht Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast dieses Manko zu umgehen, durch einen Wechsel des Handlungsortes sowie durch einige frische Gesichter in der Besetzung, von denen insbesondere R&B-Sängerin Brandy einige Akzente setzen kann und ein durchaus gelungenes Debüt als Darstellerin hinlegt. Die parallelen Handlungsstränge, welche die Geschehnisse um Julie und um Ray verfolgen, tragen darüber hinaus ihren Teil dazu bei, dass die Spannungsschraube immer weiter angedreht wird, auch wenn viele Episoden, beispielsweise Rays Krankenhausaufenthalt sowie seine Flucht, vernachlässigbar sind und den Film in die Länge ziehen.

Neben den vier Hauptdarstellern greift Danny Cannons Film zudem auf eine ganze Reihe bekannter Nebendarsteller zurück, von denen der aus den Reanimator-Filmen bekannte Jeffrey Combs als mürrischer Hoteldirektor den meisten Eindruck hinterlässt und vor allem humoristisch mehr Akzente zu setzen weiß als Jack Black, der als stereotyper Kiffer nicht nur die Nerven der anderen Figuren, sondern auch die des Zuschauers anspannt.

Ein Sturm der Vergangenheit

Abermals ist es die Vergangenheit, oder besser gesagt die fehlende Verarbeitung dieser, welche als thematisches wie auch visuelles Muster ihre Spur in der Handlung hinterlässt. Cannon greift hierbei auf das paradiesische Setting zurück sowie Verweise auf Konzepte wie Voodoo, wobei vor allem letztere Anspielungen letztlich im Sande verlaufen und scheinbar nur den ohnehin sehr viel höheren Bodycount der Fortsetzung legitimieren sollen. In der Hauptrolle versucht Jennifer Love Hewitt abermals, eine von Schuld geplagte junge Frau zu spielen, wobei keine sonderliche Entwicklung zum ersten Teil zu sehen ist, was vielleicht auch erklärt, warum ihre Gesten ähnlich und viele Szenen wie ein Echo des Vorgängers wirken. Lediglich ihr Karaoke-Auftritt wird wohl in Erinnerung bleiben, nicht zuletzt wegen der selbstironischen Songauswahl.

Vielleicht ist es diese selbstironische Touch, der Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast trotz seiner inhaltlichen Schwächen vergnüglich macht, denn letztendlich ist der Film ein Slasher der alten Schule, von welchen es nicht mehr sehr viele gibt.

Credits

OT: „I Still Know What You Did Last Summer“
Land: USA
Jahr: 1998
Regie: Danny Cannon
Drehbuch: Trey Callaway
Musik: John Frizzell
Kamera: Vernan Layton
Besetzung: Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze jr., Brandy, Mekhi Phifer, Muse Watson, Bill Cobbs, Matthew Settle

Trailer

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„Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ ist eine leidlich unterhaltsame Fortsetzung des Films von 1997. In Danny Cannons Film ist vieles vorhersehbar, repetitiv und auch zäh, doch viele der Darsteller und ironische Verweise machen den Film dennoch ganz erträglich, was zumindest nicht viele der Fortsetzungen zu Slasherfilmen von sich behaupten können.
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