Hakai no hi The Day of Destruction

The Day of Destruction

Inhalt / Kritik

Hakai no hi The Day of Destruction
„The Day of Destruction“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Einst arbeitete Teppei (Kiyohiko Shibukawa) als Wächter in einer stillgelegten Mine, in welcher ein Monster sein sollte, was noch niemand gesehen hat, noch nicht einmal er selbst. Als eines Tages ein Fremder aus Tokio (Ryuhei Matsuda) anreist, um das Monster zu sehen, kommt es zu einer Katastrophe, denn die Mine bricht zusammen, begräbt den Fremden unter sich und das Monster gelangt an die Oberfläche, was zum Ausbruch einer Pandemie führt. Sieben Jahre später ist die ganze Welt von der Pandemie betroffen, doch Teppei bekommt hiervon nur wenig mit. Seinen Job als Wächter hat er gekündigt und ist nun in einem buddhistischen Tempel, wo er sich in Shugendo, dem Weg der Einübung von Wunderkräften, widmet, in der Hoffnung, einen Weg zu finden, das Monster und damit schließlich die Pandemie zu bekämpfen. Dort trifft er auch auf den Mönch Kenichi (MahiToThePeople), der sich eines ganz eigenen Weges verpflichtet hat, um seinen Körper und seinen Geist zu trainieren, denn auch er will es mit jenem Monster aufnehmen, welches für den Tod seiner Schwester vor vielen Jahren verantwortlich ist.

In Tokio kommen die Figuren wieder zusammen, hat Kenichi doch mittlerweile einen spirituellen Status erreicht, der es ihm erlaubt, die Welt vor der Plage der Pandemie zu befreien. Auch Teppei hat es in die Stadt geschafft, wo er ebenfalls den Kampf aufnehmen will, sodass es zum lange erwarteten Showdown kommt und vielleicht sogar dem Ende des Monsters, und damit dem Ende der Krankheit, die seit so vielen Jahren Japan fest in ihrem Griff hat und schon viele Tote gefordert hat.

Das Monster im Inneren

Mit gleich drei Filmen ist der japanische Regisseur Toshiaki Toyoda (The Miracle of Crybaby Shottan) auf der diesjährigen Nippon Connection vertreten, wobei sein 2020 entstandenes Werk The Day of Destruction sein wohl wütendstes Werk seit langer Zeit ist und viel von jener Stimmung aufgreift, die in seiner Heimat Japan gerade das Leben bestimmt. Um für dieses Klima der Angst, Wut und Unsicherheit den passenden Soundtrack zu haben, wirkten an der Filmmusik in Japan bekannte Rockbands wie Gezan oder Seppuku Pistols mit, welche die Premiere von The Day of Destruction im Juli 2020 mit einem Konzert in den Straßen der japanischen Hauptstadt begleiteten sollten. Neben den Bildern ist es diese Musik, die nicht nur das Chaos eines Werkes wie The Day of Destruction einfängt, sondern eine Frustration und einen Aufruhr, den man in vielen Filmen Toyodas bemerkt, welcher aber auch die Möglichkeit eines Neubeginns sieht.

Mögen sich dem Zuschauer auch nicht alle Verweise in Toyodas knapp einstündigem Film erschließen, so sind die Bezüge auf die Olympischen Spiele, der Planung sowie auf die nach wie vor grassierende Pandemie mehr als deutlich. Das Monster, das im Inneren der Erde wohnt, streng bewacht von Wachleuten wie dem von Kiyohiko Shibukawa (Lowlife Love) gespielten Teppei, ist jedoch mehr als nur der Wegbereiter einer weltweiten Seuche, sondern steht im Kontext der Handlung für viele Erscheinungen in der Gesellschaft. Toyoda zeigt eine Welt gefangen in Apathie, Angst und Wahnsinn, die den Bezug zu sich selbst verloren hat. Das Narrativ des Filmes, welches in teils schwer nachvollziehbaren Schritten die Zeitebenen und Protagonisten wechselt, scheint diesen Zustand des Chaos zu imitieren, was The Day of Destruction als Ausdruck eines gesellschaftlich-politischen Zustands erscheinen lässt.

Der Mut zu einer Veränderung

Darüber hinaus finden sich in The Day of Destruction mehrere Bezüge auf Spiritualität und Religion, die ebenfalls für den Zuschauer nicht immer nachvollziehbar sein werden. Ihnen gemein ist der Wille der Hauptfiguren, Teppei und Kenichi, sich zu verändern, zu einem anderen Bewusstseinszustand zu kommen und letztlich bereit zu sein für einen Exorzismus, also den Kampf gegen das Monster. Sowohl Shibukawa wie auch MahiToThePeople spielen Figuren, deren Ziel es ist, sich über den Zustand der Welt zu erheben und sich nicht der Apathie hinzugeben, was von jedem von ihnen große Opfer fordert. Über seine Figuren und deren Willensstärke kommt Toyoda dann doch zu einem Schimmer der Hoffnung in diesem ansonsten sehr wütenden Werk, das schlussendlich auch über die Fähigkeit des Menschen spricht, sich und andere zu verändern.

Credits

OT: „Hakai no hi“
Land: Japan
Jahr: 2020
Regie: Toshiaki Toyoda
Drehbuch: Toshiaki Toyoda
Musik: Gezan, Mars89, Seppuku Pistols, Toshiyuki Terui
Kamera: Kenji Maki
Besetzung: Kiyohiko Shibukawa, MahiToThePeople, Issei Ogata, Itsuki Nagasawa, Shima Ohnishi, Ryuhei Matsuda, Yosuke Kubozuka

Bilder

Trailer

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"The Day of Destruction" ist eine filmische Parabel auf den Zustand der Welt. Regisseur Toshiaki Toyoda erzählt von Wut, Angst und Stillstand, aber auch von der Möglichkeit diese Emotionen zu überwinden und zu einem Neuanfang zu gelangen. Es ist ein schwieriger Film, aber einer, der wohl nötig war, um eben jene Frustration herauszulassen, die sich wohl auch in Toyoda selbst angestaut hatte und die sein Publikum letztlich gut nachvollziehen kann
7
von 10