Inhalt / Kritik

Vengeance Man Rache kennt kein Limit

„Vengeance Man – Rache kennt kein Limit“ // Deutschland-Start: 3. Dezember 2020 (DVD/Blu-ray)

Der ehemalige britische Soldat John Gold (Stu Bennett), der inzwischen die Rolle eines Söldners ausfüllt, ist stinksauer. Er will den Mord an seinem besten Freund aufklären und fährt für die Investigationen in dessen alte Heimatstadt. Dort angekommen merkt John schnell, dass die örtliche Polizei über keine große Kompetenz verfügt und will die Sache fortan selbst in die Hand nehmen. Dabei helfen ihm Rose (Sapphire Elia) und Sandra (Anna Shaffner), die ihre Stadt ohnehin von der Kriminalität befreien wollen. Und bei den näheren Recherchen ergibt sich schnell eine Spur, die ein Netz aus einem groß angelegten Drogenhandel ans Licht bringt. Soldaten, nun abgebrühte Drogendealer, haben sich in der Stadt niedergelassen und stehen unter der Kontrolle von Hatcher (Gary Daniels). John findet heraus, dass sein verstorbener Freund diese Machenschaften aufdecken wollte und dafür den tödlichen Preis zahlen musste. Doch als jemand, der den physischen Kontakt und das Morden nicht scheut, ist John auf Rache aus.

Klischees über Klischees …

Wenn man sich die Prämisse von Vengeance Man vor Augen hält, bekommt man den Eindruck, dass der knapp neunzigminütige Film eine Schallplatte ist, die seit Jahrzehnten festhängt. Seit vier Jahrzehnten, um genau zu sein, denn nur in den 1980ern hätte man einen (wenn überhaupt) halbherzigen Actionfilm wie diesen wohl noch gerade so akzeptiert. Nichts an diesem Actionfilm wirkt originell, weder die klischeehaft gezeichneten Charaktere, noch die ausgeleierten Wege, die Vengeance Man einschlägt. Schade ist es auch, dass Hauptdarsteller Stu Bennett sich nur soweit bemüht, dass es irgendwo zwischen 08/15 und Fließbandarbeit liegt. Den mürrischen Ex-Soldaten kauft man ihm zwar ab, zusammen mit starkem britischem Akzent, jegliche charakterliche Tiefe lässt er aber vermissen. Zuvor hatte Bennett als aktiver Wrestler namens „Wade Barrett“ in der WWE gezeigt, dass er nicht frei von Charisma und gutem humoristischem Timing ist. In diesem Actionfilm sucht man jedoch beides vergebens.

Wo ist die Action?

Als Wrestler ist Bennett (oder Barrett) harten physischen Einsatz und waghalsige Manöver gewöhnt. Anständig inszenierte Actionszenen wären also kein Ding der Unmöglichkeit gewesen, trotzdem findet man keine von ihnen. Was man stattdessen vorgesetzt bekommt sind, wirkt in Teilen erschreckend dilettantisch und unfertig. Immerhin muss man der Action zugutehalten, dass es gegen Ende, wenn die Charaktere aufeinandertreffen, durchaus einige krachende Szenen gibt. An wenigen Stellen haben die Schläge Wucht und Wirkung und sind mit dementsprechendem Sounddesign unterliegt. Hätte Vengeance Man durchweg eine solche Action gehabt, wäre es zumindest stellenweise eine gute Unterhaltung gewesen. So bekommt man erst gegen Ende einen kleinen, knochenknackenden Lichtblick, der jedoch zu spät kommt.

Profis am Werk (?)

Der Gedanke, dass Regisseur Ross Boyask wohl von vornherein nicht mehr als einen B-Film drehen wollte, drängt sich bei näherer Betrachtung der Besetzung auf. Doch auch in technischer Hinsicht kann der Film keineswegs überzeugen. Sowohl der Schnitt als auch die Kameraarbeit wirken oftmals so, dass man die Post Production vorschnell beendet hat, um den Film noch rechtzeitig auf den Datenträger zu pressen. Die Musik kann den Eindruck kaum verbessern, hört man doch nur generische Beats, die unter die Schießereien und Kämpfe gelegt wurden. Böse Zungen würden von einer Fahrstuhlmusik der Actionfilme sprechen, ehrliche Stimmen nennen es schlichtweg einschläfernd.

Credits

OT: „I Am Vengeance“
Land: UK
Jahr: 2018
Regie: Ross Boyask
Drehbuch: Ross Boyask
Kamera: Simon Rowling
Musik: Greenhaus
Besetzung: Stu Bennett, Anna Shaffner, Gary Daniels, Alan Calton, Sapphire Elia

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Vengeance Man – Rache kennt kein Limit
„Vengeance Man – Rache kennt kein Limit“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein Actionfilm aus seinem Genre fallen kann. Das, was einen guten Actioner auszeichnet, sucht man hier vergebens. Man bekommt eine langweilige Standardproduktion, in die weder Liebe zum Detail noch viel Herzblut geflossen ist.
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