Schon seit vielen Jahren arbeiten Chris und Jason Thornton, die unter der Bezeichnung „The Thornton Brothers“ oder „Them Thorntons“ auftreten, an vielen verschiedenen Projekten. Neben einem Hörspiel namens The River sowie den Dark Fantasy-Romanen der Reapers-Reihe, die man unter anderem über Amazon beziehen kann, arbeiten beide schon seit Jahren an einer Vielzahl von Filmprojekten, teils in der Funktion als Drehbuchautoren, teils aber auch als Regisseure wie in ihren Kurzfilmen Bitch oder Knock Knock. Mit Cactus Jack legten Jason und Chris ihren ersten Langfilm vor, den sie mit einem minimalen Budget gedreht haben. In diesem erzählen sie die Geschichte eines Dokumentarfilmers, der sich für das Leben von Jack, gespielt von R. Michael Gull, interessiert und dies in den Fokus seines nächsten Projektes setzt. Schon bald dreht Jack den Spieß um und nutzt die Kamera als eine Plattform, um seine hasserfüllten Ansichten zu Homosexuellen, Afroamerikanern und Frauen zum Besten zu geben. Cactus Jack ist ein unbequemer Blick in den Keller Amerikas, den Hass, die Ressentiments und das Schweigen darüber.

Im Interview reden wir mit den Thorntons über die Dreharbeiten, die Inspiration für das Projekt und ihre Arbeit mit Hauptdarsteller R. Michael Gull.

Wie kamt ihr auf die Idee zu dem Projekt und zu der Figur des Jack?

Jason: Der Film wurde mit einem minimalen Budget über einen Zeitraum von vier Jahren gedreht und produziert, wobei immer wieder Unterbrechungen diesen Prozess aufhielten. Wir drehten also immer, wann unsere Schauspieler oder wir Zeit hatten, denn eigentlich sind wir in erster Linie Drehbuchschreiber und mussten sogar das Projekt ein Jahr lang pausieren, weil wir an einem anderen arbeiteten, einer Kollaboration mit einem deutschen Fernsehkanal. Wenn du nach der Inspiration für die Geschichte fragst, geht es sogar noch weiter zurück. Vor fünf oder sechs Jahren, als noch niemand einen Gedanken an Donald Trump als zukünftigen US-Präsidenten verschwendete, nahmen wir so etwas wie ein Rumoren im Lande wahr, was in der heutigen Zeit zu einem wahren Beben geworden ist. Dieser Hass, der in Cactus Jack thematisiert wird, nahm seinen Anfang eigentlich als Reaktion auf die Präsidentschaft Barack Obamas seinen Lauf und verselbstständigte sich im Laufe der Zeit, bis er dann, dank Trump, ein Gesicht bekam.

Chris: Die bittere Ironie an dieser Entwicklung ist eigentlich, dass all das, was wir dem Ursprung nach als amerikanisch bezeichnen, einen Gegenpol zur faschistischen Ideologie bildete. Wenn heutzutage jemand behauptet, ein Patriot zu sein, hat dies immer den Beigeschmack der Nazi-Ideologie. Die Werte, für welche die USA mit ihren Symbolen einst einstand, wurden nun ins Gegenteil gekehrt und gleichen mehr und mehr denjenigen, gegen die einst US-Soldaten in den Krieg zogen. Das finde ich sehr frustrierend.

Jason: Natürlich sind vieler dieser Aspekte, wie beispielsweise die Diskussion um Einwanderung, globale Themen, welche die Bevölkerung in vielen Ländern spaltet. Aber in den USA hat dies eine furchterregende Seite angenommen. Cactus Jack ist deswegen ein Horrorfilm, weil er all das repräsentiert, was uns beiden am meisten Angst macht. Dir Figur ist jemand, vor dem wir uns fürchten, doch er ist nicht nur ein Monster, sondern auch ein Mensch, dessen Gedanken und Parolen Teil eines Programms sind, was er vererbt bekam. Vielleicht nicht im biologischen Sinne, aber durch äußere Einflüsse. Es wundert uns irgendwie schon, wenn wir lesen, dass Cactus Jack einen Einblick in die Psyche eines gestörten Menschen zeigt, wie es einige Reviewer behaupten. Doch nicht jeder, der psychisch und physisch missbraucht wurde, wird ja automatisch zu jemandem wie Jack. In der Szene, wenn Jack wütend auf seine Mutter ist, benutzt sie eindeutig rassistische Ausdrücke und sein Vater hat ihm all dieses Zeug hinterlassen, was dafür spricht, dass die Einstellung und der Hass Jacks viel mit seinem Elternhaus zu tun hat. Jack ist jemand, der sehr einsam ist und immer isoliert wurde, was mit Sicherheit dazu beigetragen hat, dass er zu dem Menschen wurde, den wir im Film sehen.

Chris: Cactus Jack erzählt vielmehr davon, welche mögliche Kombination von Einflüssen zu diesem Hass führen kann.

Ich finde es persönlich interessant, aber für die Diskussion um den Film sehr schade, dass Cactus Jack zumindest zum jetzigen Zeitpunkt sehr negative Kritiken erhalten hat und eine sehr niedrige IMDB-Wertung. Fühlt ihr euch und den Film missverstanden?

Jason: Vielleicht hat vieles damit zu tun, dass man Cactus Jack als einen politischen Film betrachtet, was er einfach nicht ist. In erster Linie ist er ein Horrorfilm und eine Fallstudie, in der er es um einen Menschen geht, der sich sehr mit zeitgenössischer Politik und ihren Themen befasst. Uns ging es darum, das Genre zu erweitern. Beispielsweise haben wir uns an dem Konzept der „Hassrede“ orientiert und uns überlegt, inwiefern man den Zusammenhang von Sprache und Gewalt in einem Genrefilm transportieren kann. Dazu gehört eine reduzierte Wortwahl und das Mittel der Wiederholung, was viele dem Film vorwerfen und ihn als redundant bezeichnen. Doch gerade darum geht es. Diese Wiederholung ist eine Art rhetorisches Gefängnis, aus dem Jack nicht mehr herauskommt und in dem er sich wohlfühlt. Übrigens ist es auch auffällig, wie weit die Schere bei den Wertungen für den Film auseinandergeht, was wir als Indiz dafür nehmen, dass Jack und seine Geschichte polarisierend sind. Unsere Helden und Vorbilder sind Regisseure wie Werner Herzog, die mit jedem ihrer Werke solche heftige Reaktionen provozieren, deswegen sind uns diese Extreme eigentlich wichtiger als etwas dazwischen.

Chris: Ein Stern als Wertung ist uns alle Mal lieber als eine drei oder eine vier.

Jason: Hinzu kommen noch die ganzen Vorwürfe aus vielen politischen Spektren, die Cactus Jack als linksgerichtete Propaganda bezeichnen. Vieles kommt daher, dass man die politische Ideologie, an die man glaubt, sehr eng mit der eigenen Identität verknüpft und es deswegen als persönliche Beleidigung ansieht, wenn etwas gegen diese Werte ist. Ich wette, hätten wir einen Film gemacht über einen jungen Mann, der radikalisiert wird und schließlich eine schreckliche Tat begeht, vielleicht ein Haus in die Luft sprengt und viele Menschen umbringt, wären die Reaktion ganz anders ausgefallen. Manchmal fragen wir uns, ob diese Kritiker etwas von Jack in sich selbst sehen und deswegen so persönlich auf den Film reagieren. Ich will ja für diese Menschen hoffen, dass dem nicht so ist. (lacht)

Meiner Meinung nach die stärkste Szene ist, wenn Jack mit dem Dokumentarfilmer die Rollen tauscht, ihm die Kamera ins Gesicht hält und ihn fragt, was er eigentlich von Afroamerikanern hält und ob er meint, Frauen sollten mehr Rechte bekommen. Was macht euch eigentlich mehr Angst in der Szene, Jacks Drohungen und Fragen oder die Tatsache, dass der Regisseur keine Antwort hat und schweigt?

Jason: In den USA betonen wir, von den vielen Rechten, die uns in der Verfassung gegeben sind, vor allem den zweiten Zusatz, nämlich, dass wir Waffen kaufen und zu Hause haben können. Doch genauso ist uns das Recht der freien Meinungsäußerung wichtig, obwohl sich hier ein Widerspruch zeigt, denn gerade Waffengewalt schränkt das Recht seine Meinung zu sagen bedeutend ein. Der Regisseur in der Szene fühlt sich so unter Druck gesetzt, dass er sich nicht traut, seine Meinung zu sagen und er ausweichend antwortet oder eben gar nicht. In gewisser Weise zeigt sich in diesen Momenten etwas, dass den Kontrast von linker Engstirnigkeit hin zu dem Hass der politischen Rechten darstellt. Interessant ist dabei, dass dem Regisseur der Mut fehlt, etwas gegen Jacks Hass zu sagen oder die Gruppen zu verteidigen, gegen die sich dessen Hass richtet.

Chris: Dieser Moment kann auch als eine Art Verweis darauf verstanden werden, was in Deutschland im Dritten Reich passiert ist, als ein großer Teil der Bevölkerung einfach hingenommen hat, was passierte und passiv blieb. Heutige Bewegungen wie Black Lives Matter betonen, dass es in der Verantwortung jedes Menschen liegt, Unrecht nicht einfach hinzunehmen oder sich dem gegenüber passiv zu zeigen. Wir müssen uns bewusst sein, dass es nicht bei den Afroamerikanern oder den Juden bleiben wird, denn wir dies schweigend hinnehmen, sind die Homosexuellen, die Frauen oder die Einwanderer als nächstes dran, und wer weiß, vielleicht man selbst bald auch. Es geht darum, ein Bewusstsein zu bilden, über das, was passiert und welche Konsequenzen dies haben könnte, weshalb wir beispielsweise in unserer Arbeit Diskussionen anregen. Das ist ein guter Weg, um den Hass wie auch das Schweigen zu überwinden. Gerade jetzt kann man in sozialen Medien beobachten, wie Zensur betrieben und verlangt wird. Wenn wir das machen, gehen wir genau den falschen Weg, denn es geht darum, sich mit Ideen auseinanderzusetzen, doch durch Zensur erreichen wir genau das Gegenteil, verstärken wir Ressentiments und letztlich auch den Hass.

Jason: Cactus Jack schafft es hoffentlich solche Diskussionen anzuregen und Zuschauer dazu zu bringen, sich mit dem Ursprung des Hasses zu befassen. Dem Gegenüber zuzuhören und sich auf ein Gespräch einzulassen steht im krassen Widerspruch zu dem, was wir heute immer wieder beobachten, nämlich, dass kein Dialog zugelassen wird. Selbst in Bezug auf die Kommentare zu dem Film gab es solche Diskussionen mit unseren Produzenten, die meinten wir sollten bestimmte, als kontrovers eingestufte Beiträge löschen, aber das wollen wir nicht, denn man soll sich mit dem Gesagten auseinandersetzen. Wenn man zensiert, isoliert man und im schlimmsten Falle ist es so wie bei Jack, der sich in eine Sachgasse gedrängt fühlt und beginnt, um sich zu schlagen.

Konzerne wie Facebook und Twitter gehen hier ja einen wenig sinnvollen Weg, wenn sie beispielsweise den Twitter-Account von Donald Trump löschen, was diesen und seinen Gedanken eine viel breitere Plattform gibt.

Jason: Das stimmt. Letztlich, wenn alle Andersdenkenden vertrieben worden sind, sind die Medien nur noch Spiegel von Meinungen, in ihnen gibt es nur noch Konsens und nichts anderes. Das ist der Inbegriff von Stillstand und war auch der Hintergedanke beim Bild der Medien im Film.

Michael Hull als Jack muss im Film ja einige wirklich schreckliche Dinge tun und sagen. Wie seid ihr auf ihn gekommen und wie habt ihr ihn dazu bekommen, dass er sich auf diese Rolle einlässt?

Jason: Michael, um das gleich vorab zu sagen, hat nichts mit Jack gemein. Es spricht für sein Talent als Darsteller, wenn er eine solche seiner Persönlichkeit eher widerstrebenden Rolle so intensiv und so glaubhaft verkörpern kann. Die Zusammenarbeit mit ihm begann mit einer Konversation ähnlich derer, die wir gerade haben, in welcher es um die Themen und die Intention des Filmes ging. Michael war von der ersten Minute an begeistert, verstand, um was es ging und war bereit, uns zu unterstützen. Als wir dann anfingen zu drehen, habe ich ihm den Text per Teleprompter eingegeben, was zum einen gut war, da die Monologe, die Jack hält, teils mehrere Seiten lang sind, und Michael zum anderen keine Zeit hatte, sich auf das einzustellen, was sein Charakter sagen würde. Er kam dann nach einer Weile jeden Morgen zum Set und fragte: „Was für schlimme Sachen sage ich denn heute?“ (lacht) Darüber hinaus ist Michael noch wegen anderer Aspekte glaubhaft als Jack. Vor ein paar Jahren war er in einen Unfall verwickelt und trug eine Verletzung davon, was man heute vor allem an seinen Zähnen sieht, die abstehen. Im Film trägt dieses Detail zu einer Glaubhaftigkeit als Jack bei und Michael weiß das, beispielsweise, wenn Jack dem Regisseur sagt, er möge ihn doch von der anderen Seite filmen, die noch viel schlimmer aussieht als die andere.

Chris: Während der Dreharbeiten hatten wir keine große Crew um uns herum. Es waren meist nur die Schauspieler, Jason und ich, niemand sonst. Diese Intimität trug mit Sicherheit dazu bei, dass Michaels Darstellung so intensiv wurde, weil er sich richtig gehen ließ und auf die Rolle einließ. Es hatte etwas, was Jason und mich in unsere Kindheit zurückversetzte, als wir uns in den Keller zurückzogen und Szenen nachstellten im Schutz der Dunkelheit.

Jason: Das hatte natürlich auch finanzielle Gründe, was Chris gerade sagte. Am ersten Tag hatten wir eine echte Crew und es fühlte sich wirklich an, wie eine sehr traditionelle Produktion. Der Tag kostete uns insgesamt 800 Dollar, was auf die Dauer der angepeilten Drehzeit einfach nicht machbar war. Abgesehen einmal davon mochten wir es auch nicht, dass wir 45 Minuten für den Aufbau zur nächsten Szene brauchten, während unsere Schauspieler dasitzen und nichts tun. Das war der Moment, in dem wir entschieden, dass wir die Crew reduzieren mussten. Wenn man den Schauspielern das Publikum wegnimmt oder es bedeutend reduziert, konzentrieren sie sich auf die Darstellung und die Szene mehr als auf die Wirkung, die dies haben könnte. Das stärkt die Beziehung von Schauspieler und Regisseur, was letztlich zu einem besseren Resultat führt.

Ich nehme an, dies war auch der Grund, weshalb ihr auch für das found footage-Format entschieden habt.

Jason: Richtig. Uns schwebte zuerst eine Art Natural Born Killers-Hommage vor, ein sehr abstrakter Arthouse-Horrorfilm, wenn du es so nennen willst. Doch davon sind wir ganz schnell weggekommen und haben uns für einen amateurhaften Ansatz entschieden, der im Nachhinein besser zu der Geschichte passt. Dann kam uns die Idee zu der Figur des Dokumentarfilmers, der noch diesen Anspruch hat, ästhetisch besonders raffiniert vorzugehen, was nicht immer funktioniert. Dies brachte eine ganz andere Dimension zu der Geschichte, denn nun hatte Jack jemand, dem er diese ganzen Dinge mitteilen konnte, die ihm im Kopf herumschwirrten. Davon ausgehend haben wir uns dann gedacht, wie wir die Beziehung zwischen Jack und diesem neuen Charakter ausgestalten sollen und ob es einen Moment gibt, in dem Jack dieses Gegenüber nicht mehr braucht und selbst die Regie übernimmt. Das ergab eine interessante Dynamik für die Geschichte. All diese Entscheidungen bezogen auf das Schauspiel und die Form von Cactus Jack haben dazu geführt, dass wir als Filmemacher ein kontrollierbares Revier hatten, in dem wir auf Dinge spontan reagieren konnten, ohne uns lange um Dinge wie das Licht oder ein Drehbuch zu kümmern.

Neben eurer Beschäftigung als Regisseure seid ihr ja, wie man anhand eurer Homepage sehen kann, an vielen anderen Projekten beteiligt. Könnt ihr was zu eurer Arbeit als Schriftsteller, Podcaster und Drehbuchautoren sagen?

Chris: Wir sind Autoren der Reaper-Romane, in denen es um eine militärische Einsatztruppe geht innerhalb eines Universums, was man vergleichen kann mit dem von Game of Thrones. Während ihrer Abenteuer verfolgt man als Leser die politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Welt. Die Homepage gibt einen kleinen Überblick über das, was wir machen, doch wir können auf ein Sammelsurium an Ideen und Konzepten zurückgreifen, das wir uns über die Jahre angelegt haben. Unsere Diskussionen gehen in erster Linie um das Format der Geschichte, die wir erzählen wollen, ob wir es als Drehbuch oder Film machen oder als einen Roman.

Jason: Der Prozess, der in Hollywood üblich ist, bei dem man zunächst Entwürfe zu einer Geschichte verfasst, bevor man überhaupt darüber nachdenken kann, ein Skript zu verfassen, ist nicht nur langweilig, sondern killt jeden Funken Kreativität. Daher sind wir zu einem freien Umgang übergegangen und basieren unserer Projekte wie einen Film auf Kurzgeschichten, weil dieses Format zunächst einmal dem Medium näher kommt und darüber hinaus man sehen kann, ob die Geschichte und deren Figuren überhaupt funktionieren. Viele der besten Filme aller Zeiten, wie zum Beispiel Die Verurteilten, basieren auf Kurzgeschichten. Als Geschichtenerzähler macht es für uns keinen Sinn, sich auf nur ein Format oder ein Medium zu beschränken.

Chris: In erster Linie geht es vor allem um die Zeit, die man bereit ist, zu investieren, was im Falle von Cactus Jack mehrere Jahre waren. Bei unseren Projekten geht es, schon alleine aus finanzieller Sicht, nicht um Big Budget-Produktionen, sondern um Geschichten, die man, wie auch Cactus Jack, mit minimalen Mitteln erzählen kann und dennoch eine gewisse Wirkung erzielt. Das richtige Format für eine Geschichte zu finden, mag manchmal dauern, ist aber eine sehr kreative, lohnenswerte Aufgabe.

Jason: In Hollywood muss man sich und sein Projekt von so vielen Seiten aus absichern, was wir nicht müssen. Ein Projekt wie Cactus Jack kann gar nicht in diesem System produziert werden, denn dazu fehlt es einfach an Mut. Es gibt Geschichten und Filme, die das Thema Rassismus und Hass aufgreifen, dies aber nur punktuell tun, während man ihn in Cactus Jack in seiner puren Form serviert bekommt. Darüber hinaus sind die Filme Hollywoods dann auch noch formal sehr ansprechend, was dem widerspricht, was Rassismus und Hass ausmacht. Die Form muss diesen Inhalt widerspiegeln.

Chris: Wir haben vielleicht nicht die Mittel, die Hollywood hat, aber wir verlassen uns darauf, dass Menschen wie du oder die Leser der Homepage, auf der dieses Interview erscheint, sich für den Film interessieren und ihn sich ansehen. Gerade heutzutage, wenn die Pandemie den traditionellen Weg für eine Filmveröffentlichung unmöglich macht, hoffen wir auf die alternativen Wege, beispielsweise über Streaming. Dies wird uns zwar nicht so reich machen wie die Produzenten in Hollywood, aber auf die Dauer können wir unserer Arbeit so weitermachen wie wir wollen und davon leben.

Jason: Wenn Cactus Jack eins beweist, dann doch auch, dass man mit einem geringen Budget, eine Geschichte erzählen kann, ohne dabei Kompromisse einzugehen. Gerade in der heutigen Zeit, wenn man alles, von der Kameraführung bis zum Schnitt auf Plattformen wie YouTube lernen kann, ist eigentlich jeder in der Lage, seinen Traum von eigenen Film zu verwirklichen. Man kann sogar einen Weg finden, den fertigen Film zu vertreiben, an das Publikum, das den Film sehen will.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.



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