Kritik

REC 2

„[REC]²“ // Deutschland-Start: 20. August 2010 (DVD/Blu-ray)

Nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus in einem Mietshaus im Herzen Barcelonas sind neben Einheiten der Feuerwehr und der Polizei Beamte des Seuchenschutzes sowie des Gesundheitsministeriums am Ort des Geschehens gekommen. Zusammen mit einer schwer bewaffneten Spezialeinheit will sich Dr. Owen (Jonathan Mellor) in das Gebäude aufmachen, um im Obergeschoss dem vermeintlichen Ursprung des Virus auf den Grund zu gehen. Im Gebäude erwartet die Männer ein Bild des Grauens, denn nicht nur befinden sich überall Blutlachen, es sind auch Spuren eines Kampfes zu sehen. In der Dachgeschosswohnung finden Owen und die Beamten zwar allerlei Dokumente, nicht aber Hinweise auf das Virus oder gar einen Impfstoff, dafür aber machen sie schon bald Bekanntschaft mit den Infizierten, die sie wie wilde Bestien angreifen und einen von ihnen beißen, der sich schnell in einen der Tollwütigen verwandelt. Als Owen es gelingt ihren infizierten Kollegen zu bändigen und in einem Zimmer einzusperren, gibt er sich als Priester zu erkennen und nennt den Ursprung des Virus, bei dem es sich in Wahrheit um Fälle dämonischer Besessenheit handelt. Zudem beschreibt er auch die wahre Mission, denn sie müssen ein Mädchen finden, die als Urheberin des Bösen in dem Haus gilt und sich irgendwo versteckt hält. Doch für ihre Suche bleibt den Beamten wenig Zeit, denn nicht nur werden sie von einer Gruppe neugieriger Teenager überrascht, auch die übrigen Infizierten haben ihre Witterung aufgenommen und machen nun Jagd auf sie.

Das Prinzip der Eskalation
Nach dem großen Erfolg von [REC] war es nur eine Frage der Zeit bis das Regieduo Jaume Balagueró und Paco Plaza eine Fortsetzung folgen ließen. Parallel zu der Entwicklung von [REC] 2 wurden bereits die weiteren Teile geplant, die in den nächsten Jahren folgen sollten und die Geschichte weit über die Sphären des Mietshauses der ersten beiden Filme erheben sollte. [REC] 2 setzt nur wenige Minuten nach Ende des Vorgängerfilms ein, bietet abermals eine fast atemlose Mischung aus Action und Horror, die dieses Mal gar Verweise in Richtung religiöser Horror im Sinne von Der Exorzist zu bieten hat.

Im Kern des zweiten Teils steht abermals das Prinzip der langsamen Eskalation. Wie sein Vorgänger etabliert auch REC 2 eine beklemmende Atmosphäre, eine Vorahnung des Horrors, der die Polizisten und den Arzt/Priester erwartet. Erst mit der Zeit zeigt sich das ganze Ausmaß des Grauens, welches sich im Laufe der Handlung immer weiter steigert und letztlich eskaliert in einigen äußerst blutigen Szenen und vielen Hetzjagden durch die engen Korridore sowie das Treppenhaus des Gebäudes.

Im Herzen des Bösen
Eine interessante Wendung ergibt sich mit der Hinwendung zum religiösen Horror, der Besessenheit. Mit einigen Verweisen auf Vorbilder wie Der Exorzist und Tanz der Teufel wird betont, mit welchem Gegner es die Charaktere zu tun haben, der unberechenbar ist und ihnen haushoch überlegen scheint. Die Handkamera kombiniert mit den zahlreichen Nahaufnahmen sowie die durch die Kämpfe verursachten Verzerrungen des Bildes betonen jenes Maß der Eskalation auf der einen Seite, aber auch dieses unsagbar Böse, welches sogar den Film als solchen zu übernehmen droht.

Im Kontrast zum Vorgänger findet sich in [REC] 2 auch eine nicht gerade geringe Menge schwarzhumoriger Szenen, die sich aus den Gewaltspitzen sowie den teilweise recht unglücklich verlaufenden Rettungsaktionen der Charaktere ergeben, welche von den Dämonen mit reichlich Spott kommentiert werden.

Credits

OT: „[REC] 2“
Land: Spanien
Jahr: 2009
Regie: Jaume Balagueró, Paco Plaza
Drehbuch: Jaume Balagueró, Paco Plaza, Manu Díez
Kamera: Pablo Rosso
Besetzung: Jonathan Mellor, Óscar Zafra, Ariel Casas, Alejandro Casaseca, Pablo Rosso, Manuela Velasco, Nico Baixas, Andrea Ros, Àlex Batlori, Paul Poch

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3.4/5 - (7 votes)
[REC]²
"[REC] 2" ist eine würdige Fortsetzung zu "[REC]" und bietet abermals eine gelungene Mischung aus Action, Horror und einer kleinen Prise Humor. Jaume Balagueró und Paco Plaza demonstrieren ihre Versiertheit im oft unterschätzen Format des Found Footage, ohne aber das Rad neu zu erfinden.
6von 10

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