Kritik

Scheideweg

„Scheideweg“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

So eine erste Liebe kann ganz schon schwierig sein. Das führt uns Arkadij Khaet in seinem Kurzfilm Scheideweg vor Augen, wenn auch auf eine humorvolle Weise. Darin erzählt er von dem von Leon Seidel gespielten Jungen, der bei einem Mädchen (Maxine Paatzsch) an der Tür klopft, dort aber barsch von deren Bruder (David Hürten) abgewimmelt wird. Das Publikum denkt an der Stelle natürlich, dass es um die beiden Jüngeren geht. Tut es aber nicht, zumindest nicht so wirklich. Während sie eigentlich davon ausgeht, dass da mal was läuft und darauf wartet, dass er endlich mal was macht, gilt sein Interesse in Wahrheit dem Bruder.

Dieser Twist ist natürlich nett, ebenso ein paar andere Einfälle. Wobei Scheideweg schon sehr albern wird. Tatsächlich emotional wird der Kurzfilm nicht, trotz des Themas. Es wird auch nicht wirklich klar, weshalb der Junge diese Gefühle hat, von den fehlenden Kontexten ganz zu schweigen. Dafür ist der Film mit einer Laufzeit von nur vier Minuten natürlich auch zu kurz. Was bleibt, ist ein schon irgendwie amüsanter Beitrag, der aber nicht wirklich was zu sagen hat und nichts tut, das den Titel rechtfertigen würde.

Credits

OT: „Scheideweg“
Land: Deutschland
Jahr: 2018
Regie: Arkadij Khaet
Drehbuch: Arkadij Khaet
Musik: Balkan Beat Box feat. Victoria Hanna
Kamera: Leonard Ostermeier
Besetzung: Leon Seidel, Maxine Paatzsch, David Hürten



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Scheideweg
„Scheideweg“ ist ein Kurzfilm über einen Jungen, der nur vordergründig an einem Mädchen Interesse hat, sondern sich mehr für deren Bruder erwärmt. Das Ergebnis ist ganz amüsant, aber doch reichlich albern und letztendlich ohne wirkliche Aussage.
5von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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