Kritik

Flug ohne Rückkehr Shootdown

„Flug ohne Rückkehr“ // Deutschland-Start: 25. September 2020 (DVD)

Gerade noch haben sie alle zusammen gesessen, viel gelacht und gefeiert. Doch nun ist Nan Moore (Angela Lansbury) und dem Rest der Familie nicht mehr zum Feiern zumute. Ein Flugzeug einer südkoreanischen Fluglinie ist abgestürzt und hat alle an Bord mit in den Tod gerissen, darunter auch Moores Sohn. Hinzu kommt, dass keiner ihnen sagt, was genau vorgefallen ist und weshalb es zu dem schrecklichen Zwischenfall kam. Also beschließt sie, der Sache selbst auf den Grund zu gehen und herauszufinden, was sich hoch in der Luft zugetragen hat. Einfach ist dies jedoch nicht, da die Behörden sich wenig kooperativ zeigen, niemand wirklich die Antwort zu kennen wollen scheint …

Eine erfolgreiche Spürnase
Bekannt ist Angela Lansbury natürlich schon sehr lang, bereits 1944 erhielt sie ihre erste Oscar-Nominierung, von den zahlreichen Theater-Preisen ganz zu schweigen. Der breiten Masse wurde sie jedoch bekannt, da war sie bereits in ihren 60ern: In 264 Folgen von Mord ist ihr Hobby sowie vier TV-Filmen spielte die Britin eine Autorin, die nebenher immer wieder selbst auf Verbrecherjagd ging. Während der Hochphase sahen ihr jede Woche regelmäßig mehr als 30 Millionen Menschen dabei zu, wie sie Spuren suchte, insgesamt zwölf Jahre wurde die Krimiserie produziert.

In diese Phase fällt auch der TV-Film Flug ohne Rückkehr, der ganz offensichtlich versuchte, ein wenig von diesem Erfolg zu profitieren. Denn auch hier spielt Lansbury eine Frau, die der Wahrheit auf den Grund zu gehen versucht, nach Hinweisen Ausschau hält, Leute befragt. Anders als bei der Dauerbrenner-Serie geschieht dies jedoch nicht allein aus einer kriminologischen Neugierde heraus. Vielmehr ist der Film ein Drama über eine Mutter, die den Tod ihres Sohnes nicht akzeptieren kann und aus diesem Grund alles dafür tut, Antworten bzw. Schuldige zu finden.

Viele offene Fragen
Das ist durchaus nicht unspannend, man will als Zuschauer natürlich schon gern wissen, was da vorgefallen ist. Allerdings basiert Flug ohne Rückkehr auf der realen Katastrophe, als am 1. September 1983 der Flug Korean Air Lines Flight 007 abstürzte. Vieles von dem, was heute bekannt ist, war 1988, als der Film erschien, jedoch noch unter Verschluss. Aus diesem Grund ist das Geschehen hier schon spekulativer, weist auf diverse Ungereimtheiten hin, die nicht erklärt werden konnten. Zwangsläufig endet die Geschichte hier dann auch unbefriedigend, zeigt zwar auf, wie es zu den verschiedenen Verschwörungstheorien kommen konnte, die sich schon früh um den Vorfall rankten. Eine wirkliche Aufklärung findet aber nicht statt.

Man sollte sich Flug ohne Rückkehr deshalb eher der emotionalen Komponente wegen anschauen, wenn die Protagonistin verbissen weitermacht, selbst nachdem andere ihr längst geraten haben, ihren Frieden zu finden. Dabei wird gut der Frust und die Verzweiflung einer Mutter festgehalten. Der Film hat aber auch da so seine Probleme: Lansbury, eine ohne Zweifel hochtalentierte Schauspielerin, neigt hier an manchen Stellen etwas zum Overacting. Das Drama wurde seinerzeit eben doch fürs Fernsehen produziert, wo man es gern etwas plakativer mag. Das gilt besonders fürs Ende, das sich als Plädoyer für mehr Frieden versteht. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, erfolgt hier aber schon etwas mit dem Holzhammer. Insgesamt ist der Film solide, in seiner Mischung aus persönlicher Tragik und Krimielementen, aber doch eher etwas für Sammler.

Credits

OT: „Shootdown“
Land: USA
Jahr: 1988
Regie: Michael Pressman
Drehbuch: Judy Merl, Paul Eric Myers
Musik: Craig Safan
Kamera: William Wages
Besetzung: Angela Lansbury, George Coe, Kyle Secor, Molly Hagan, Jennifer Savidge

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Flug ohne Rückkehr
In „Flug ohne Rückkehr“ sucht eine Mutter die Wahrheit hinter dem Absturz eines Flugzeugs, bei dem ihr Sohn ums Leben gekommen ist. Der auf einem wahren Vorfall basierende Film kombiniert dabei ein tragisches Schicksal mit leichten Krimielementen, ist dabei insgesamt aber nur solide.
6von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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