Akte X 360 Days of Night

Akte X/30 Days of Night

Kritik

Als in der Nähe von Wainwright, Alaska eine Reihe grausam verstümmelter Leichen entdeckt wird, entsendet das FBI gleich zwei Ermittlerteams, die den örtlichen Behörden bei ihrer Ermittlung helfen sollen. Eines besteht aus den mittlerweile berüchtigten Team um Dana Scully und Fox Mulder, die wegen ihrer Beschäftigung mit den X-Akten unter den anderen Kollegen verschrien sind. Am Tatort angekommen zeigt sich Mulder und Scully ein Tatort, wie sie noch nie zuvor einen gesehen haben: Mehrere Leichen sind an eine lange Stange festgefroren, während ihre Köpfe am Fuße der Stange arrangiert sind. Noch während Scully ihre erste Theorie aufstellt ob des Tathergangs und des Mörders, kommt es zur ersten Begegnung mit dem anderen Ermittlerteam, zu welchem Mulders alter Bekannter aus den Tagen an der FBI-Akademie in Quantico Special Agent French zählt. Dieser hält nicht zurück mit seinem Spott für den Fachbereich Mulders und kann nur mit Mühe von seinem Kollegen gebremst werden, welcher, wie auch Scully, sich vor allem auf die Ermittlung konzentrieren will. Schon bald geschehen neue Morde in der kleinen Gemeinde, bei denen der oder die Täter mit gleicher Härte vorgehen. Scully versucht eine rationale Erklärung für die Gräueltaten zu finden, während sich Mulders Theorie, dies wäre das Werk von Vampiren, immer plausibler für ihn wird, was Scully naturgemäß abstreitet. Je weiter ihre Ermittlung jedoch geht, desto mehr kommen Scully und Mulder einer grausamen Geschichte auf den Grund, die sich vor Jahren im ewigen Eis abgespielt hat und anderen Fraktionen, die wie sie auf der Suche nach den Tätern sind. Lange brauchen die Agenten jedoch nicht mehr zu suchen, denn die Blutsauger haben sich bereits an ihre Fersen geheftet.

Eine weitere X-Akte
Nach dem Ende der Fernsehserie um die FBI-Ermittler Mulder und Scully, die in den 2010er Jahren ein kurzlebiges Revival erfuhr, machten sich kurzerhand Comic-Autoren und Zeichner daran, weitere Staffeln von Akte X zu erstellen, diese dann aber in Comic-Form. Im Jahre 2015 kam es dann zu einem interessanten Crossover zwischen mit dem Erzähluniversum der 30 Days of Night-Reihe, die Steve Niles zusammen mit Illustrator Ben Templesmith ins Leben gerufen hat. Für Akte X/30 Days of Night ist Templesmith zwar nicht mit von der Partie, aber dafür wird Niles unterstützt von Co-Autor Adam Jones und Comiczeichner Tom Mandrake, der schon bei vielen DC-Titeln mitgearbeitet hat.

Erzählerisch folgt die Geschichte dem Aufbau einer der etwas längeren Episoden von Akte X. Vergleichbar mit den „creature feature“-Episoden der Serie vermischen sich Thrillerelemente mit starken Horror-Einflüssen, für welche die Vampire sorgen, samt ihren Bluttaten und ihrer Mythologie, die Leser von 30 Days of Nights kennen dürften. Doch auch ohne deren Kenntnis findet man sich schnell wieder in dieser Handlung, sind doch Mulder und Scully Außenstehende in dieser Welt, Beobachter und Ermittler, die auf der Basis dieser ihre Theorien entwickeln, natürlich mit der gewohnten Mischung aus Rationalität und Fantastik. Gerade Fans der Serie werden zu schätzen wissen, wie genau und authentisch Niles und Jones die Dynamik zwischen Mulder und Scully eingefangen haben, von den kleineren Geplänkeln über Mulders zunächst einmal abstrus scheinende Ansätze bis hin zu der Begehung eines Tatortes. Abgesehen von der Anspielung auf Mulders Ruf innerhalb des FBI gibt es wenig Anknüpfungspunkte an die bisherigen Fälle der beiden Ermittler, was dem Lesevergnügen freilich keinen Abbruch tut.

Weiße Wüste, dunkle Stadt
Auf ästhetischer Ebene gehen die Illustrationen eigene Wege, verbinden teils die Ästhetik der Akte X-Comics mit den kunstvollen Designs der 30 Days of Night-Reihe. Dies ist besonders bei der Gestaltung der Räume und der weißen Landschaft Alaskas mehr als deutlich, deren Weite eher bedrückend scheint und den Vampiren als perfektes Jagdrevier dient. Wie die Ermittler fühlt man sich ausgeliefert, sind die Blutsauger doch schnelle, gnadenlose Wesen, die es lieben, mit ihrer Beute zu spielen und diese gar auf sadistische Weise quälen, bevor sie zuschlagen.

Credits

OT: „The X-Files/30 Days of Night“
Land: USA
Jahr: 2015
Geschichte: Steve Niles, Adam Jones
Zeichnung: Tom Mandrake

Bilder

Kaufen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.



(Anzeige)

"Akte X/30 Days of Night" ist ein sehr gelungenes Crossover zweier Comicreihen, welches Fans beider Erzähluniversen erfreuen dürfte. Der Logik einer Episode der Serie "Akte X" folgend und unterstützt durch die Zeichnungen Tom Mandrake, welche die bedrückende Weite und die Bedrohung, die von dieser weißen Wüste ausgeht, zeigen, ist diese weitere X-Akte sehr unterhaltsam und spannend.
4