Kritik

Sags nicht weiter Liebling

„Sag’s nicht weiter, Liebling“ // Deutschland-Start: 14. Februar 2020 (DVD/Blu-ray)

Emma Corrigan (Alexandra Daddario) ist eine junge Frau, die ein wenig vom Pech verfolgt ist. Nicht nur, dass ihr Job nicht immer so rund läuft, wie sie es gerne hätte – plötzlich starrt sie auch noch dem Tode in die Augen, als ihr Flugzeug abzustürzen droht. Völlig aufgelöst vor Angst, beginnt sie dem Nächstbesten ihre intimsten Geheimnisse zu erzählen und kann in Panik gar nicht mehr aufhören, von ihrem traurigen Leben zu quasseln. Neben den alltäglichen Katastrophen auf Arbeit hat sie auch noch einen Freund, der es weder schafft, sie sexuell noch intellektuell zu befriedigen. Nur kurz darauf reißt eine Stimme sie aus ihrem Geplapper heraus und sie muss erstaunt feststellen, dass das Flugzeug doch sicher gelandet ist und sie mehr als eine halbe Stunde einem völlig fremden Mann all ihre Geheimnisse verraten hat. Wie gut, dass sie diesen Mann nie wieder sehen muss…… oder doch?

Elf Jahre nachdem erstmalig mit Shopaholic – Die Schnäppchenjägerin ein Buch der britischen Romanautorin Sophie Kinsella verfilmt wurde, hat sich Regisseurin Elise Duran ein weiteres Werk aus der riesigen Menge an Publikationen herausgegriffen und für die Filmliebhaber adaptiert. Das Buch zu Sag’s nicht weiter Liebling erschien schon 2004. Für die Hauptrolle der Emma Corrigan wurde dafür Alexandra Daddario gecastet, die wohl am ehesten aus Filmen wie Percy Jackson, San Andreas oder Baywatch bekannt sein dürfte und mit ihren gerade einmal 34 Jahren noch viel vorhat.

Alles schon mal gesagt
Mit Sag’s nicht weiter Liebling wird versucht, dem Zuschauer eine unterhaltsame Liebeskomödie zu präsentieren, welche für die ganze Familie geeignet ist. Rausgekommen ist jedoch vielmehr ein Produkt des überflüssigen Massenkonsums, in dem eine übliche Schablone genutzt wurde, die eher etwas veraltet wirkt. Die Geschichte lebt eigentlich ganz und gar von einem einzigen peinlichen Moment, welcher nie gänzlich ausdiskutiert wird und somit stets Probleme bereitet. Diese Konfliktsituation ist schon frühzeitig erkennbar und kommt daher wenig überraschend.

Tatsächlich ähnelt der Grundgedanke ein wenig der Fifty Shades of Grey-Geschichte, denn auch hier gibt es einen eher wohlhabenderen, unnahbaren und teilweise provokanten Mann, der unerwartet auf eine eher schusselige, beziehungsunfähige und dennoch engagierte Dame, die in einer WG lebt, trifft. Die Story ist simpel gestrickt und folgt dem klassischen Film-Ein-Mal-Eins, in welchem ein herzlicher Verlauf stets mit kleinen dramatischen Schüben versetzt wird, um das Interesse der Zuschauer beizubehalten. Leider jedoch sind alle Twists eher armselig und bieten nichts wirklich Innovatives.

Eine Romanze ohne Kribbeln
Während der Trailer zum Film tatsächlich gut geschnitten ist und eine dramaturgisch ansprechende Unterhaltungskurve verspricht, wirkt die Handlung viel zu arg auseinandergezogen und verliert daher enorm an Power. Die Krisenpunkte sind letztlich keine wirklichen Krisen und die Romanze nicht wirklich romantisch. Der Film bewegt sich daher in der grauen Masse der Filme à la: „Ist jetzt nicht schlimm, dass ich ihn gesehen habe, aber morgen ist er dann auch schon wieder vergessen.“ Dazu tragen auch die eher durchschnittlichen schauspielerischen Auftritte bei, die vor allem von völliger Ausdruckslosigkeit geprägt sind und nie so richtig schaffen, den Zuschauer mitfühlen zu lassen.

Wieder einmal muss auch ein Wort zum unglücklich gewählten Titel verloren werden, denn während der originale den Kerninhalt doch recht präzise trifft, verfehlt Sag’s nicht weiter, Liebling diesen doch um Haaresbreite. Die Aussagen sind zwar im Grunde recht ähnlich, doch stört vor allem das Wort „Liebling“ im deutschen Titel, da dies der Handlung völlig widerspricht. Dieses Problem ist natürlich nur ein kleineres Manko und spielt daher für den Gesamteindruck keine wesentliche Rolle.

Credits

OT: „Can You Keep A Secret?“
Land: USA
Jahr: 2019
Regie: Elise Duran
Drehbuch: Peter Hutchings
Vorlage: Sophie Kinsella
Musik: Jeff Cardoni
Kamera: Autumn Eakin
Besetzung: Alexandra Daddario, Tyler Hoechlin, Laverne Cox, Judah Friedlander, Kimiko Glenn, Sunita Mani, Kate Easton, Courtney Gonzalez

Bilder

Trailer

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Sag’s nicht weiter, Liebling
Die Idee des Films ist ganz nett, das Publikum wird ein wenig unterhalten und es gibt auch den ein oder anderen peinlichen und humoristischen Moment, in dem man mit der Protagonistin gut mitfiebern kann. Zudem wird gegen Ende hin ein wirklich gut gewählter Song eingespielt, der die Stimmung, nach teilweise langen Durststrecken im Storyverlauf, auch ein wenig auf den Zuschauer übertragen kann.
4von 10

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