Kritik

Ausgestopft Stuffed

„Stuffed“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Das Leben kann ganz schon schwierig sein. Und groß. Verwirrend. Einfach zu viel. Diese Erfahrung dürfte jeder mal gemacht haben, wenn einem alles über den Kopf wächst. Das gilt auch für die kleine Katze, die Hauptfigur in Stuffed. Der animierte Kurzfilm erzählt davon, wie die Protagonistin zunächst damit überfordert ist, ihre Gefühle in den Griff zu bekommen, beispielsweise ihre Wut. Doch dann lernt sie eine Giraffe kennen, mit der sie durch das Land reist und dabei nach und nach zu sich findet und zu einer inneren Ruhe.

Ein Stoff für jung und alt
Viele Worte benutzt Stuffed, das beim MyFrenchFilmFestival 2020 unter dem Titel Ausgestopft verfügbar ist, nicht. Eigentlich sogar kein einziges. Doch das ist kein Nachteil, der eher für ein jüngeres Zielpublikum konzipierte Kurzfilm schafft es sehr schön, auch ganz ohne Text seine Geschichte zu erzählen. Ohnehin wird man viel zu sehr damit beschäftigt sein, sich die wunderbaren Bilder anzuschauen. Die sollen bewusst an Stop-Motion-Filme erinnern, Stofftexturen und etwas holprige Animationen inklusive, während die namenlosen Figuren durch eine sehr freundliche, farbenfrohe Welt wandern. Entstanden ist das französische Werk jedoch am Computer, durch die Hand von Studierenden.

Das Ergebnis ist eher entspannend als spannend, das Abenteuer hat etwas sehr Traumartiges an sich. Dabei geschieht den beiden nie etwas tatsächlich Bedrohliches. Es ist eher amüsant, wie sie umher reisen, sich mit der Zeit näherkommen: ein kleiner Film über eine große Freundschaft, eine Art Roadmovie ohne Straßen, dafür mit viel Charme und Herz.

Credits

OT: „Stuffed“
Land: Frankreich
Jahr: 2019
Regie: Édouard Heutte, Clotilde Bonnotte, Élise Simoulin, Anna Komaromi, Marisa Di Vora Peixoto, Helena Bastioni
Drehbuch: Élise Simoulin
Musik: Romain Camiolo

Bilder



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Stuffed
3.78 (75.65%) 23 Artikel bewerten

Stuffed
„Stuffed“ ist ein süßer Kurzfilm im Pseudo-Stop-Motion-Stoff-Stil, der von einer kleinen Katze erzählt, die mit Hilfe einer Giraffe ihre Gefühle unter Kontrolle bekommt. Das kommt komplett ohne Dialoge aus, richtet sich eher an ein junges Publikum und überzeugt durch jede Menge Charme.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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