Atom the Beginning Vol 1

„Atom the Beginning“ // Deutschland-Start: 26. Oktober 2018 (Vol. 1/DVD + Blu-ray) // 23. November 2018 (Vol. 2/DVD + Blu-ray) // 14. Dezember 2018 (Vol. 3/DVD + Blu-ray)

Fünf Jahre sind vergangen seit dem Krieg, der so viel Leid und so viel Zerstörung brauchte. Doch inzwischen ist Japan längst wieder auf dem Weg der Besserung: den Robotern sei Dank! Das Land setzte schon früh auf die Errungenschaften der Technik, im ganzen Land tüfteln Erfinder an neuen Maschinen, die das Leben der Menschen einfacher machen sollen. Zwei davon sind Umatarou Tenma und Hiroshi Ochanomizu, die trotz ihrer Unterschiede im Team arbeiten. Dabei geht es ihnen nicht darum, einfach nur das Bestehende zu verfeinern. Vielmehr haben sie eine Revolution vor Augen: Sie wollen Robotern ein eigenes Bewusstsein geben. Doch das ist einfacher gesagt denn getan, denn da wäre ja auch die Frage der Finanzierung …

Schon die bloße Idee dürfte bei vielen als Frevel durchgehen: Eine Vorgeschichte zu Astro Boy schreiben, dem großen Klassiker von Osamu Tezuka, der oft als Gott des Mangas bezeichnet wird? Wer kommt denn auf die wahnwitzige Idee? Tetsuro Kasahara heißt der Mann, der für die gedruckte Vorlage zuständig ist, die seit Ende 2014 erscheint und hierfür die Grundlage bildete. Und er hat einen sehr ordentlichen Job hierbei gemacht, der eben nicht die befürchtet billige Neuauflage eines alten Helden ausmacht. Vor allem, da vom ikonischen Roboterjungen hier noch gar nichts zu sehen ist.

Viele Köche, guter Brei
Stattdessen stehen bei der Adaption des gleichnamigen Mangas die zwei Erfinder Umatarou Tenma und Hiroshi Ochanomizu im Vordergrund, die später einmal eine wichtige Rolle spielen werden. Hier sind die noch deutlich jünger und weniger erfahren, die typischen Designs, wie wir sie aus dem Werk der 50er/60er kennen, schimmern aber schon durch, umgesetzt durch zeitgemäße Bilder. Die Optik ist insgesamt sehr angenehm, das Zusammenspiel der beiden Traditionsstudios OLM (Oh! My Goddess) und Production I.G (Psycho-Pass), ergänzt um die jüngeren Kollegen Signal.MD (Ancien und das magische Königreich), funktioniert gut.

Spaß macht die Serie ohnehin, dank der beiden etwas skurrileren Hauptfiguren. Gerade die erste Hälfte von Atom the Beginning legt einen größeren Fokus auf die beiden und ihr Umfeld. Die Versuche, irgendwie über die Runden zu kommen und an ihrer Robotervision zu arbeiten, die ist oft humorvoll und geprägt von einer enthusiastischen Unschuld. Man schaut den zweien einfach gern zu, wie sie sich balgen, um die richtige Technologie streiten und dabei im Zwischenmenschlichen immer wieder an ihre Grenzen gelangen. Wie verschrobene Wissenschaftler nun mal so sind.

Seichte Abgründe
In der zweiten Hälfte verschiebt sich der Ton dann aber doch spürbar. Zum einen erhöht sich der Actionanteil, wohl in dem Versuch, den vorherigen Slice-of-Life-Momenten ein bisschen Nachdruck zu verleihen. Aber auch die grundsätzlichen Fragen zu einem Bewusstsein schieben sich nun mehr in den Vordergrund. Dabei wagt sich Atom the Beginning zwar nicht in die existenziellen Abgründe eines Ghost in the Shell. Dafür bleibt die Serie dann doch zu nett, zu versöhnlich auch, zu hell in den Farben. Aber als Einstieg ins Thema taugt der Anime allemal und ist dabei selbst für ein etwas jüngeres Publikum noch gut zugänglich.

Atom the Beginning
3.79 (75.71%) 14 Artikel bewerten

Atom the Beginning
„Atom the Beginning“ erzählt, welche Widrigkeiten die Erfinder Tenma und Ochanomizu bewältigen mussten, bis der kultige Roboter Astroboy entstehen konnte. Die Serie orientiert sich dabei an den klassischen Designs, kombiniert diese jedoch mit einer modernen Optik. Und auch inhaltlich ist der Anime mit seiner Mischung aus Slice of Life, Roboaction und leichten Grundsatzfragen gelungen.
7von 10

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