„Egal was kommt“, Deutschland, 2018
Regie: Christian Vogel; Musik: Mitsch Kohn

„Egal was kommt“ läuft ab 2. August 2018 im Kino

Einmal mit dem Motorrad um die Welt? Christian Vogel, 34 Jahre alt und Fernsehjournalist, möchte nicht nur davon reden, sondern seinen Traum aus Jugendtagen in die Tat umsetzen. Ihn treibt die Sehnsucht. Nach dem Leben, nach der Welt. Er will so viel wie möglich sehen, aufnehmen und erleben. Nicht irgendwann bereuen, es nicht gewagt zu haben. Und so kündigt er seinen Job, verabschiedet sich von seiner neuen Freundin und seinen Eltern und bricht auf. Über seine Reise und Erfahrungen dreht er den Dokumentarfilm Egal was kommt.

In Orlando, an der Ostküste der USA, startet sein Abenteuer. Zwölf Monate nimmt er sich dafür Zeit. Mit maximal 1.000 Euro pro Monat will er durchkommen. Schläft deshalb im Zelt, in Garagen und bei einheimischen Motorradclubs. Fährt durch Sonne, Dauerregen und Schnee. In Kanada lernt er mit einem Gewehr zu schießen, in der Mongolei schiebt er sein Bike bei 40 Grad Hitze durch die Wüste Gobis. In China darf er aufgrund einer Terrorwarnung sein Hotel vier Tage lang nicht verlassen. Mit zwei angebrochenen Rippen durchquert er Kasachstan und Kirgistan, strandet ohne Bargeld in Pakistan.

Ein Abenteuer ohne Verpflichtungen
Eine Weltreise per Motorrad ist hart, riskant und gefährlich. Aber gerade auch deshalb so interessant, so reizvoll. Man ist frei. Hat keine Verpflichtungen. Lernt, alleine zu sein. Entscheidungen zu treffen. Zweifel und Rückschläge zu überwinden und Herausforderungen anzugehen. Aber auch: anderen zu vertrauen. Und so wird der Film auch zu einer Liebeserklärung an die Menschen, denn aus seinen Reisebekanntschaften werden Freunde. Wie jeder Vielreisende macht auch er die Erfahrung: Die Menschen sind besser als ihr Ruf. Fast immer wird ihm geholfen, meistens von Wildfremden – und oft wird er spontan in ihr Zuhause eingeladen oder auf eine Sightseeing-Tour mitgenommen.

Doch nicht alles läuft glatt: Nach einem Frontalzusammenstoß in Indien ist nicht nur die Gabel des Motorrads gebrochen, sondern auch sein Handgelenk. Weiterfahren undenkbar. Ersatzteile? Müssen aus Deutschland versendet werden. Außerdem ist eine Hand-OP unumgänglich. Wochenlang hängt er in Indien fest, statt auf den Straßen unterwegs zu sein. Zweifelt. An sich, dem Vorhaben, der Umsetzung. Aber die Reise abzubrechen kommt für ihn nicht in Frage. Er will das, was er begonnen hat, auch beenden. Dank seiner Freundin, die für ein paar Wochen zu ihm nach Indien fliegt und ihn unterstützt, bewältigt er auch diese Herausforderung und setzt endlich seine Reise fort. Zu seinem Ziel Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands in Portugal. Wo sich der Kreis schließt.

Beeindruckende Landschaftsaufnahmen wechseln sich ab mit Gopro-Szenen sowie Erklärungen und Einschätzungen aus Interviews mit Vogels Mutter und Freundin. Heraus kommt ein Film, der Lust macht auf mehr. Auf Reisen, auf einen Blick über den Tellerrand. Darauf, sich selbst ein Bild von der Welt zu machen, als einfach Vorurteile zu übernehmen. Denn sie ist es wert, angeschaut zu werden. Die Welt.

Egal was kommt
4.11 (82.13%) 75 Artikel bewerten

Egal was kommt
Keine Verpflichtungen, wenig Geld, dafür viele Herausforderungen: In seinem Dokumentarfilm "Egal was kommt" nimmt uns Christian Vogel mit seinem Motorrad mit auf eine Reise um die Welt und macht dabei Lust, selbst die Sachen zu packen und über den Tellerrand des Alltags hinauszuschauen.
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Über den Autor

Eine Antwort

  1. FastHugo

    Ein Roadmovie. Selbstgedreht. Ohne Kamerateam. Die Takers machen die Situationen selbst.
    Dieser Flim lässt uns einige Erkenntnisse gewinnen: Nicht alle Menschen sind selbstsüchtige Deppen, nein das Gros ist es eben nicht. Alleine aus diesem Grund ist dieser bildgewaltige Streifen eindrucksvoll und vielsagend. Desewegen volle Punkte, denn es geht auch ohne Explosionen und Stars!

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