(OT: „Olaf’s Frozen Adventure“, Regie: Kevin Deters/Stevie Wermers, USA, 2017)

Die Eiskoenigin Olaf taut auf

„Die Eiskönigin: Olaf taut auf“ läuft seit 20. November 2017 als Vorfilm von „Coco“ im Kino

Weihnachten steht vor der Tür. Und das wollen Anna und Elsa ganz groß mit den Dorfbewohnern feiern! Aber irgendwie will das nicht so klappen wie gedacht. Nicht nur, dass jeder schon etwas vorhat, was er traditionell an diesem Abend macht. Den beiden fällt zudem auf, dass sie selbst überhaupt keine Weihnachtstradition in der Familie haben. Um den beiden Schwestern zu helfen, macht sich Schneemann Olaf auf den Weg ins Dorf, um dort die schönsten Traditionen zu sammeln und so das Weihnachtsfest zu retten.

Die 00er Jahre waren als Disney-Fan eine weniger erfreuliche Zeit. Die Hauptfilme ließen zu einem großen Teil die Qualitäten früherer Klassiker vermissen. Schlimmer noch waren aber die billigen Fortsetzungen, mit denen der Konzern damals die DVD-Regale überschwemmte. Ein bisschen weckt der neue Kurzfilm zu Die Eiskönigin – Völlig unverfroren Erinnerungen an diese dunkle Phase der Animationsmeister. Ganz so schlimm wie einige der damaligen Rohrkrepierer ist das hier zwar nicht, zudem zeigen sich hier auch die regulären Disney Animation Studios verantwortlich – anders als die sonstigen Sequels, die meist von den DisneyToon Studios stammten. Mit der Qualität des Megahits kann es das hier aber dennoch nicht aufnehmen.

Die Zeit ist kurz, die Ideen rar
Natürlich sollte man an einen Kurzfilm mit anderen Erwartungen angehen als einen ausgewachsenen Spielfilm. Umso mehr, wenn es sich hierbei um ein reines Weihnachtsspecial handelt. Dennoch hätte dabei doch etwas Besseres herausspringen können und müssen als Olaf taut auf. Sicher, der kleine Schneemann ist auch vier Jahre nach seinem Debüt irgendwie putzig. Und die gelegentlichen Missgeschicke sind zudem für Schmunzler gut. Aber eben auch nicht mehr. 22 Minuten dauert der Kurzfilm, was eigentlich nicht sehr viel ist. Und doch fehlte irgendwo die Idee, wie man diese füllen könnte. Und so besteht die „Geschichte“ zum Großteil darin, dass Olaf durchs Dorf läuft und altbekannte Weihnachtsbräuche das erste Mal hört.

Das wird durch Lieder und Humor aufgelockert, so zumindest war die Idee. Beide sind aber eher schwach auf der Brust. Die Songs entwickeln nie Ohrwurmqualitäten, sind genauso harmlos und schnell vergessen wie die Witze. Immerhin die Optik macht einiges her, der Winterlandschaft verdanken wir einige schöne Bilder. Der eine oder andere Kommentare zu einer bewährten Tradition ist sogar überraschend gemein. Das alleine reicht aber nicht aus, um den langweiligen, später auch recht kitschigen Inhalt ausgleichen zu können. Besinnlichkeit zu Weihnachten schön und gut, ganz so überzuckert muss es dann aber doch nicht sein. Am ärgerlichsten ist aber, dass Olaf taut auf hierzulande als Vorfilm von Coco – Lebendiger als das Leben läuft, wir somit dieses Mal auf den üblichen Pixar-Vorfilm verzichten mussten. Dass ausgerechnet ein Kurzfilm, der das Aufrechterhalten von Traditionen propagiert, eine eigene Tradition bricht, das ist der bemerkenswerteste Aspekt eines Werks, das selbst so gar nicht bemerkenswert ist.

Die Eiskönigin: Olaf taut auf
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Die Eiskönigin: Olaf taut auf
Das Wiedersehen mit den Figuren aus dem Megahit „Die Eiskönigin“ ist kurz, die Freude noch kürzer. Während die winterliche Optik gefällt und Olaf ein paar kleinere amüsante Momente hat, so ist die Geschichte um Weihnachtstraditionen recht langweilig, später sogar ziemlich kitschig.
5von 10

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