(OT: „Neues von der Katze mit Hut“, Regie: Sepp Strubel, Deutschland, 1983)

Neues von der Katze mit Hut

„Neues von der Katze mit Hut“ ist seit 23. Juni 2017 auf DVD erhältlich

In einem Punkt sind sich die Katze mit Hut und die vielen Gäste, mit denen sie sich das Haus in der Backpflaumenallee 17 teilt, ja einig: Ihr Heim ist so toll, dass niemand jemals wieder ausziehen mag! Es ist eher der Rest, bei dem man oft doch recht unterschiedlicher Ansicht ist. Beispielsweise bekommen sich das Dudelhuhn und Kapitän Knaak in die Haare, wer denn nun die Vizekatze ist, wenn die Katze aus dem Haus ist. Und auch der Zappergeck sorgt für eine Menge Aufregung, als er eines Tages plötzlich wie eingefroren dasitzt. Aber mögen tun sie sich dann doch. Und so hilft jeder fleißig mit, wenn es darum geht, den anderen ein passendes Geburtstagsgeschenk zu besorgen.

Auch wenn das Kinderbuch Katze mit Hut von Simon und Desi Ruge heute eher in Vergessenheit geraten ist, so war es damals doch erfolgreich genug, um einige Zeit später eine Fortsetzung zu erhalten. Das ließ sich die Augsburger Puppenkiste nicht zweimal sagen und adaptierte wie schon beim ersten Band auch den zweiten für die heimischen Flimmerkisten. Wer den Vorgänger gesehen hat, der wusste schon recht genau, was ihn hier erwartet: Erzählt wird die Geschichte einer etwas eigenen, tierischen Wohngemeinschaft, die es sich in einem schicken leerstehenden Haus gemütlich gemacht hat und der ständig etwas Komisches passiert.

Kuriose Figuren im Dutzend
Unterhaltsam war dies vor allem der doch recht kuriosen Figuren wegen. Der Hundertfüßler, der so lichtscheu ist, dass er sämtliche Glühbirnen bei sich hortet. Die Brüder Erbenstein – zwei der wenigen menschlichen Charaktere –, die dauernd irgendwelche verrückten Sachen erfinden. Oder auch der Stolpervogel, der seinem Namen wirklich alle Ehre machte. In Neues von der Katze mit Hut ist das prinzipiell nicht anders. Nur das mit dem „neu“ in dem Titel kommt nicht so ganz hin. Wo beim letzten Mal noch im Sekundentakt weitere skurrile Leute den Weg in die Backpflaumenallee fanden, begnügte man sich diesmal größtenteils mit dem Status Quo. Ein bisschen schade ist das schon, da der Reiz eben auch in der Neugierde begründet war, was wohl als nächstes noch alles passieren würde. Und eben diese Neugierde wird weniger befriedigt als beim ersten Teil. Charme hat die vier Folgen umfassende Miniserie jedoch, nach einem etwas schleppenden Auftakt fängt sich Neues von der Katze mit Hut im Laufe der Zeit noch und ist eine süße Serie für Kinder.

Wie immer liebevoll umgesetzt
Während die zweite Staffel inhaltlich nicht ganz das Niveau der Vorgängerin erreicht, sieht es bei der Umsetzung anders aus. Sepp Strubel (Kater MikeschSchlupp vom grünen Stern), der erneut Regie führte, konnte zusammen mit seinen Augsburgern das visuelle Angebot noch einmal etwas steigern. Zeitgemäß ist die Puppenshow natürlich auch beim zweiten Anlauf nicht, die deutlich sichtbaren Fäden sind beispielsweise etwas störend. Die liebevolle Einrichtung des Hauses macht das aber größtenteils wieder wett. Durch Elemente wie Schnee oder kleinere Kamerafahrten ist zudem trotz des eingeschränkten Schauplatzes – erneut spielt fast alles im Haus oder direkt davor – für genügend Abwechslung gesorgt. Wer kleine Kinder hat oder nostalgisch veranlagt ist, kann daher die überarbeitete Wiederveröffentlichung zum Anlass nehmen, der Chaostruppe ein bisschen Gesellschaft zu leisten.

Neues von der Katze mit Hut
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Neues von der Katze mit Hut
Inhaltlich kommt „Neues von der Katze mit Hut“ nicht ganz an die erste Staffel heran, da zu wenig Neues passiert, sich bei den Figuren nicht viel tut. Durch die liebevolle, diesmal etwas abwechslungsreichere Optik wird dieses Manko aber fast wieder ausgeglichen, charmant ist die verrückte Tier-WG ohnehin wie eh und je.
6von 10

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