(„Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ directed by Theresa Strozyk, Tony Loeser, 2016)

„Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ läuft ab 14. Juli im Kino

Geburtstage sind für Schwein Waldemar immer das Größte! Nicht nur, dass seine ganzen Freunde auf dem Bauernhof in Mullewapp zusammenkommen, es gibt zudem eine tolle Leckerei. So toll, dass Waldemar eigentlich auch gar nicht so lange warten mag, um die riesige Schoko-Erdbeer-Torte zu verputzen. Da braucht es schon viel Hilfe und gutes Zureden von den anderen, um sich zurückzuhalten. Wildschwein Horst, der ebenfalls ein Auge auf die Süßigkeit geworfen hat, kommt das gerade recht, kann er so doch an seinem Plan arbeiten, die Torte schon vorab zu stehlen und die Schuld auf jemand anderen zu schieben. Waldemar und seine Freunde Johnny und Franz ahnen zwar, dass der Fremde nichts Gutes im Schilde führt, sind bald aber mit einem ganz anderen Abenteuer beschäftigt und müssen nun erst versuchen, wieder nach Hause zu kommen.

Es hat eine Weile gedauert, bis wir die tierischen Freunde aus Mullewapp wiedersehen durften. Ursprünglich einer Kinderbuchreihe von Helme Heine (Sauerkraut) entstammend, waren sie 2009 die Helden des Films Mullewapp – Das große Kinoabenteuer der Freunde, ab 2011 die der Serie Geschichten aus Mullewapp, welche junge Zuschauer aus Die Sendung mit der Maus kennen. Nun also melden sie sich zurück auf der großen Leinwand und bekommen es dabei mit einem fiesen Wildschwein und dessen Schergen zu tun, denen sie nur mit vereinten Kräften beikommen.

Die größte Neuerung ist hierbei optischer Natur: Anstatt erneut auf bewusst etwas altmodische 2D-Zeichnungen zu setzen, passte man sich dieses Mal dann doch den heutigen Sehgewohnheiten an und sprang auf den breiten 3D-Zug aus. Mit einem etwas zwiespältigen Ergebnis. Zum einen ging der Kinderbuch-Charme der Vorlage in Eine schöne Schweinerei ein wenig verloren. Zum anderen werden durch die Technik Vergleiche mit der übergroßen Konkurrenz aus Übersee fast zwangsläufig provoziert. Und stellt man die deutsche Produktion den visuellen Wunderwerken von Disney, Pixar oder auch Illumination gegenüber, wirkt das hier mit den fehlenden Details und simplen Texturen einfach einige Jahre zu spät.

Dafür sind die Figuren nach wie vor witzig gestaltet – vor allem die übermütigen Karateküken – und gut animiert, die neu hinzugekommenen 3D-Effekte tun ihr übriges, um das Zielpublikum bei Laune zu halten. Denn dieses ist auch diesmal im recht jungen Segment angeordnet. Die Geschichte ist sehr simpel und erinnert an den Disney-Klassiker Aristocats. Während dort Katzen den Weg zurückfinden müssen, um ihr Erbe anzutreten, sind es diesmal eben Schwein, Hahn und Maus, die von ihrer Torte getrennt werden sollen. Der Weg ist so wie dort auch hier das Ziel, die kleinen während der Rückreise erlebten Abenteuer stehen im Vordergrund, ebenso die Figuren, denen unsere Helden dabei begegnen.

Mit denen des Vorbilds können es Biber Benny & Co. zwar nicht aufnehmen, dafür sind auch diese ein bisschen zu alltäglich gehalten. Dafür gefällt Eine schöne Schweinerei durch seine exzellente Synchronisation: Axel Prahl, Ralf Schmitz, Michael Kessler, Carolin Kebekus, Christian Ulmen – das kann sich alles schon sehr gut hören lassen. Der Showdown bringt durch seine überraschend gruselige Atmosphäre ein bisschen Abwechslung in den kunterbunten Alltag, zudem wird in den Animationsfilm der klassische Wert der Freundschaft hochgehalten. Wer den eigenen Nachwuchs gut 80 Minuten beschäftigen möchte, der findet hier eine kindgerechte und pädagogisch durchaus vertretbare Möglichkeit. Für die Eltern wird jedoch nur wenig geboten, dafür ist der zweite Ausflug nach Mullewapp optisch wie inhaltlich dann doch zu einfach gestrickt, regt trotz eines zuweilen höheren Tempos und diverser Slapstickeinlagen nicht wirklich die Lachmuskeln an.

Mullewapp – Eine schöne Schweinerei
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Mullewapp – Eine schöne Schweinerei
Der zweite Kinoauftritt der Kinderbuchhelden bietet erneut zielgruppengerechte Unterhaltung, die sowohl inhaltlich wie optisch recht einfach gehalten ist. Der Sprung in die dritte Dimension ist etwas zwiespältig. Sehr gute Arbeit liefert hingegen das hochkarätige Synchronisationsensemble.
6von 10

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