(„Dinopaws“ directed by Harold Harris, 2014)

Dinotaps 4

„Dinotaps 4: Das Ding, das am Ende der Welt war“ ist seit 24. Juni auf DVD erhältlich

Auch die größten, schönsten, allerbestesten Dinge müssen einmal ein Ende finden. Und das gilt dann auch für Dinotaps, jene Vorschulkinderserie, in der drei junge Dinosaurier umherstreifen. Ganz besonders sogar gilt das für Volume 4. Nicht nur, weil es die letzte ist und die Serie damit abschließt. Das Ende wird auch mehrfach thematisiert. Am schönsten passiert das zum Schluss, bei der mit 22 Minuten doppelt so langen Folge Das Ding, das uns wärmte, die zu den Höhepunkten der gesamten Produktion gehört. In dieser ist die Sonne plötzlich verschwunden, die Welt ist in Folge ziemlich kalt. Also machen sich die naseweiße Gwen, die alles besser weiß, der gutmütige Brontosaurus Bob und der quirlige Mini-T-Rex Toni auf den Weg, sie zu suchen, begegnen dabei allerlei anderen Dinos, die sie fortan begleiten. Ein andere Episode, welche der Volume ihren Titel gab, zeigt das Trio, wie es bei seinen täglichen Abenteuern einmal die komplette Welt umrundet.

Beides steht stellvertretend für das, was die britische Serie von Anfang an ausgezeichnet hat. Aber auch dafür, wo es immer mal wieder mangelte. Die große weite Welt durch Kinderaugen zu zeigen, das war das Anliegen von Dinotaps. Zwar sind es in diesem Fall solche von Dinosauriern, ansonsten aber überzeugten die Geschichten oft gerade dadurch, dass sie das Gefühl von Abenteuern mit kindlicher Neugierde und skurrilen Erklärungsversuchen kombinierten. In Das Ding, das nicht zu sehen war stellt Bob beispielsweise erschrocken fest, dass jedes Mal, wenn er die Augen schließt, danach etwas verschwunden ist. Weshalb er sich dafür entscheidet, die Augen einfach nicht mehr aufzumachen. Denn dann kann auch nichts mehr verschwinden.

Solche schönen Beispiele verquerer, aber für die Zielgruppe nachzuvollziehende Kinderlogik gab es immer mal wieder im Laufe der insgesamt 51 Folgen. Aber eben auch solche wie besagte Titelfolge, in der Einfälle eben fehlten, mehr als zehn Minuten lang immer wieder dasselbe geschieht. Das junge Publikum wird sich an diesen repetitiven Inhalten vielleicht nicht stören. Schließlich ist alles hier bunt und niedlich, in der britischen Dinovariante gibt es allenfalls mal Meinungsverschiedenheiten, jedoch keine wirklichen Gefahren oder natürliche Fressfeinde. Da darf man sich auch mal nur daran freuen, wenn hier abwechselnd rumgequietscht oder – auch das gehört bei Dinotaps dazu – kontinuierlich Wörter abgewandelt oder neu geschaffen werden.

Als Erwachsener kann diese Eintönigkeit jedoch durchaus an den Nerven zehren. Vor allem Gwens ständiges „Ich weiß, ich weiß“, selbst wenn sie gerade nichts weiß, verliert auf Dauer doch deutlich an Reiz, ärgert mehr als dass es unterhält. Optische Reize gibt es ohnehin nicht, auch beim Ende der Welt. Die grob modellierten Figuren und Hintergründe, die schwammigen, detailarmen Texturen, das alles wirkt wie aus einem anderen Zeitalter, was gerade auch dann auffällt, wenn der Fokus auf der Entdeckung der Welt liegt. Denn wo alles gleich aussieht, stellt sich nur schwer das Gefühl eines Abenteuers ein. Nur selten, wenn beispielsweise mal Schmetterlinge auftauchen oder auch kugelförmige Vögel, kommen neue Elemente ins Spiel, ansonsten sehen die zwölf Folgen nahezu identisch aus. Das passt natürlich zum Inhalt, der erneut keine Entwicklung zulässt, sondern mit jeder Folge wieder von vorne anfängt. Es lädt aber auch nicht unbedingt ein, sich die Serie über Dauer anzuschauen. Als kleine Zwischenhappen für den Nachwuchs hat jedoch auch der Abschluss von Dinotaps seinen Reiz, mehr als die schwächere Volume 3 ohnehin. Die Mischung aus harmloser Albernheit, hyperaktiver Absurdität und nachdenklichen Episoden ist charmant und für Kleinkinder zumindest einen Blick wert.

Dinotaps 4: Das Ding, das am Ende der Welt war
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Dinotaps 4: Das Ding, das am Ende der Welt war
Die vierte und letzte Volume der britischen Vorschulkinderserie überzeugt wieder mehr als die direkte Vorgängerin, zeigt kindgerecht die Welt aus jungen Dinoaugen. Auch hier gibt es vereinzelt einfallslose Folgen, die Optik ist nach wie vor extrem simpel. Ihren Reiz hat „Dinotaps“ jedoch, gerade wenn sie kindliche Neugierde und skurrile Erklärungsversuche miteinander kombiniert.
5von 10

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