(„Mission: Impossible II directed by John Woo, 2000“)

Mission Impossible IIIMF-Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) hat einen neuen Auftrag. Sein ehemaliger Kollege und gelegentlicher Doppelgänger Sean Ambrose (Dougray Scott) hat die Seiten gewechselt und das Gegenmittel für einen hochgefährlichen Virus an sich gebracht. Nun versucht er den dazugehörigen Erreger in seine Gewalt zu bekommen. Dies soll Ethan Hunt verhindern und so reist er, in Begleitung von Seans Ex-Freundin Nyah Nordoff-Hall (Thandie Newton) nach Sydney. Dort angekommen merkt er jedoch, dass er diesen Auftrag unmöglich ohne Verstärkung durchziehen kann. So eilen ihm der Pilot Billy (John Polson) und der Computerexperte Luther (Ving Rhames) zur Hilfe. Bleibt die Frage, ob diese vier es schaffen können, die Pläne von Sean Ambrose zu durchkreuzen.

Ich war natürlich nicht dabei, als die kreativen Köpfe hinter der Kamera damals die ersten Ideen zur Fortsetzung zu Mission: Impossible in Szene brachten. Doch ich kann mir vorstellen, dass zu irgendeinem Zeitpunkt ein Satz wie „Wir müssen cooler werden“ oder „Wir müssen mit der Zeit gehen“ gefallen ist. Eigentlich ist an dieser Idee grundsätzlich nichts auszusetzen, wenn man sie denn gut umsetzt. Leider misslang der Versuch bei Mission: Impossible II deutlich. Quasi alles, was den Vorgänger auszeichnete, hat man hier über Bord geworfen. Doch man hat nicht nur Teil 1 mit Füßen getreten, man hat es nämlich auch versäumt das Sequel mit frischen Ideen anzureichern, was leider zur Folge hat, dass das Endergebnis mehr als enttäuschend ist.

Die Handlung an sich kann man noch als okay bezeichnen. Es dauert etwas, bis sie an Fahrt aufnimmt und sich auf die Jagd nach dem Supervirus konzentriert, dem man irgendeinen griechischen Mythennamen verpasst hat. Ein bisschen mehr Spannung und besser ausgearbeitete Charaktere hätte man hier ruhig mit einbringen können, um den Zuschauer über zwei Stunden lang bei Laune zu halten, doch schon nach einer Stunde sehnt man sich dem Ende entgegen und ertappt sich immer wieder beim auf die Uhr schauen. An der ein oder anderen Stelle versucht der Film dann doch zu überraschen, doch die kleinen, aber wohl gemeinten Kniffe in der Handlung sind leicht zu durchschauen. Eben auch, weil man auf einen Trick dreimal zurückgreift, ohne dass man auf die Idee kommt, dass dieser mal ausgelutscht sein könnte.

Wie schon gesagt, hat Mission: Impossible II nichts mehr mit seinem Vorgänger zu tun. War Teil 1 noch ein smarter Agentenfilm, so ist Teil 2 ein lahmer ideenloser Actionstreifen. Das Schlimme dabei ist, dass die ganzen Actionsequenzen, mit denen der Film vollgepackt ist, unglaublich schlecht umgesetzt wurden. Die Verfolgungsjagden und Schießereien bringen kaum merklich Schwung in die Handlung und was technische Spielereien angeht hat man hier sowieso versagt. Ich frage mich immer noch, wie man so viele schlecht getimte und unnötige Zeitlupensequenzen in einem Film unterbringen kann. Nach der gefühlt 200. Slow Motion ist man über das Augenverdrehen und Lachen hinaus und kann sich nur noch fassungslos an den Kopf fassen. Gleiches gilt für die Kampfchoreographie von Tom Cruise. Egal in was für Situationen – es ist immer Zeit für eine Körperdrehung oder noch einen Salto obendrauf (zu allem Überfluss dann noch manchmal in Zeitlupe). Ob diese Bewegungen irgendeinen Sinn ergeben? Nein, doch sie sollen eben cool aussehen, und das ist es wohl, worauf man bei diesem Film am meisten bedacht war.

Mission: Impossible II
4.44 (88.89%) 18 Artikel bewerten

Mission: Impossible II
Der Vergeich mit Teil 1 ist hinfällig, da es keine nennenswerten Gemeinsamkeiten gibt. Die Fortsetzung ist ein langweiliger und dazu noch schlecht gemachter Actionfilm, bei dem nichts wirklich funktioniert.
3von 10

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