(„Outpost 37“ directed by Jabbar Raisani, 2014)

Outpost 37Zehn Jahre sind vergangen seit eine Invasion Außerirdischer Millionen von Menschen das Leben gekostet hat. Die Heavies, so wurden die extraterrestrischen Aggressoren seinerzeit genannt, konnten zwar vertrieben werden, doch noch immer treiben kleinere Gruppen von ihnen auf der Erde ihr Unwesen. Diese in Schach zu halten, ist die Aufgabe der Outposts. Mit den Jahren gerieten diese jedoch zunehmend in Vergessenheit, müssen mit Budgetkürzungen und Unterbesetzung kämpfen. Outpost 37, eines der berüchtigsten Überbleibsel des Krieges, erhält eines Tages Besuch: Zwei Journalisten wollen den Alltag der Soldaten dokumentieren und begleiten sie mit ihren Kameras sowohl innerhalb der Basis als auch aufs Kampffeld.

Während man in der Horrorabteilung der Videotheken kaum mehr einen Schritt tun kann, ohne dabei von Pseudo-Dokumentationen im Stil von Blairwitch Project, Paranormal Activity und deren Erben verfolgt zu werden, wurden andere Genres von der Found-Footage-Modewelle größtenteils verschont. Dabei zeigte Europa Report vor etwas mehr als einem Jahr, dass das Spiel mit den Kameraaufzeichnungen durchaus auch im Science-Fiction-Bereich seine Berechtigung hat. Outpost 37 ist der Theorie nach zwar ein enger Verwandter des Weltraumabenteuers, in der Praxis ist davon aber nur wenig zu sehen. Anders als beim sehr ruhigen Ausflug zum Jupitermond stehen hier Kämpfe und Action im Vordergrund. Manchmal zumindest.

Tatsächlich muss man rund eine halbe Stunde warten, bis wir das erste Mal einen der Heavies sehen dürfen. Davor wird zwar viel darüber gesprochen, was es heißt, ein Leben des Kampfes führen zu müssen, nie zu wissen, ob der neue Tage nicht dein letzter sein kann. Zu spüren ist davon aber nur wenig, denn in dem interviewlastigen Film passiert schlicht zu wenig, als dass sich wirklich ein Gefühl der Bedrängnis und der Gefahr einstellen will. Mag sein, dass dies wie auch der Kniff des Found Footage auf das geringe Budget zurückzuführen ist. Für den Zuschauer hat dies jedoch zur Folge, dass Outpost 37 über weite Strecken eher langweilig ist. Erst zum Schluss darf sich in die Kampfanzüge gepresst werden, dann jedoch wird es schnell hektisch und unübersichtlich, die billigen Effekte und Kostüme wecken auch nicht unbedingt den Eindruck, Teil einer epischen Schlacht zu sein.

Abgesehen davon bietet die britisch-südafrikanische Produktion größtenteils Durchschnitt. Die Protagonisten setzen sich wie üblich aus muskelbepackten Hünen zusammen, die sich regelmäßig bemüht coole Sprüche um die Ohren hauen, bis zum Schluss aber so farblos bleiben, dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Etwas Exotik kommt durch den Schauplatz hinzu – Outpost 37 befindet sich im Iran – abgesehen von einer Passage über den Islam hat dieser jedoch keine Auswirkungen aufs Geschehen. Und so plätschert das Spielfilmdebüt von Regisseur Jabbar Raisani insgesamt etwas lustlos vor sich her, gibt wenig Anlass für Ärger, aber eben auch keinen zur Freude.

Schade auch, dass die Besonderheiten des Found Footage kaum ausgenutzt werden, an einigen Stellen die angebliche Anwesenheit von Journalisten reine Behauptung ist, weniger ein konkreter Teil des Films. Immerhin hielt sich Raisani jedoch mit unnötigen Spielereien zurück, versucht erst gar nicht, mit aufgesetzten Szenen vor der Kamera die Authentizität zu erhöhen. Wer verzweifelt auf der Suche nach Sci-Fi-Action ist und die Blockbustervarianten in Gestalt von Pacific Rim, Edge of Tomorrow oder dem diese Woche startenden Chappie schon durch hat, kann es hiermit mal versuchen. So richtig befriedigend ist der Low-Budget-Kollege jedoch nicht.

Outpost 37 – Die letzte Hoffnung der Menschheit
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Outpost 37 – Die letzte Hoffnung der Menschheit
Epische Weltraumschlachten? Die hat „Outpost 37“ nicht zu bieten, dafür war das Budget auch einfach zu gering. Die Effekte und Kostüme sind bescheiden, die Actionszenen erstaunlich sparsam. Stattdessen setzt der Science-Fiction-Film vor allem auf Interviews und Found-Footage-Anleihen, ohne diese jedoch wirklich zu nutzen.
4von 10

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