(„Un Plan Parfait“ directed by Pascal Chaumeil, 2012)

Der Nächste, bitte!„Schnappe dir den erstbesten Deppen und heirate eben den.“

Keine sehr nette Aufforderung, die Corinne (Alice Pol) da für ihre Schwester Isabelle (Diane Kruger) hat. Aber verzweifelte Zeiten erfordern verzweifelte Maßnahmen. Und Isabelle ist ziemlich verzweifelt. Eigentlich hätte sie ja allen Grund zur Freude: Pierre (Robert Plagno), ein erfolgreicher, solider und attraktiver, Zahnarzt, mit dem Isabelle seit Jahren schon Praxis und Bett teilt, will sie heiraten, und zwar richtig. Also alles schön und gut, gäbe es da nicht den alten Familienfluch, der besagt, dass jedes Mitglied erst eine gescheiterte Ehe hinter sich haben muss, bevor das mit dem „Bis dass der Tod sie scheidet“ funktionieren kann.

Also braucht die hübsche Frau dringend einen Mann, den sie zuerst heiratet und von dem sie sich gleich wieder scheiden lassen kann. Nachdem die geplante Scheinhochzeit in Dänemark ins Wasser fällt, muss es also wirklich der erstbeste werden, denn bis zur richtigen Hochzeit ist es nicht lange hin. Und der erstbeste ist ausgerechnet Jean-Yves (Dany Boon), dem sie zufällig im Flugzeug über den Weg läuft. Sonderlich erfolgreich ist der nicht, solide auch nicht unbedingt und als attraktiv würde man ihn eh nicht bezeichnen. Aber er ist da und Single, die beiden einzigen Voraussetzungen, die ein Mann für Isabelle gerade mit sich bringen muss. Tatsächlich, mit ein bisschen Nachhilfe und Augenklimpern, gelingt der durchtriebenen Blondine, den naiven Reiseredakteur zu ehelichen – doch damit fangen die eigentlichen Probleme erst an.Der Nächste, bitte! Szene 1

Der Nächste, bitte! vereint mit Diane Kruger und Dany Boon nicht nur zwei internationale Stars sondern im Grunde auch gleich zwei Komödien in einem, die nicht immer ganz zueinander finden. Da wären neben der naheliegenden Liebeskomödie auch die Auseinandersetzungen verschiedener Kulturen. Immer wieder wechselt der Schauplatz von Kenia zu Frankreich zu Russland und wieder zurück. Genug Anlässe, um die Eigenheiten der verschiedenen Länder gegenüberzustellen. Das sorgt zwar für tolle Aufnahmen, etwa von afrikanischen Märkten, Eingeborenendörfern oder russischen Volkstänzen, aber gleichzeitig auch für recht platte Witze. Dass bei einer vornehmen Pariserin der Würgreflex einsetzt, wenn sie ein Tierauge schlucken soll, dafür braucht es nicht wirklich viel Fantasie.Der Nächste, bitte! Szene 2

Das gleiche gilt für den Romanzenteil, der nach dem bekannten Strickmuster angelegt wurde. Nett ja, gelegentlich lustig, aber insgesamt deutlich zu vorhersehbar. Besser gefallen da die Szenen von Isabelles verschrobener Familie, die immer wieder eingestreut werden und die die Rahmenhandlung von Der Nächste, bitte! vorgeben. Zusammen mit der originellen Grundidee wird so immerhin beim Drumherum variiert, wenn schon nicht beim Kern der Geschichte. Wer auf der Suche nach einer netten, spätsommerlichen Unterhaltung ist, findet hier also nicht den schlechtesten Zeitvertreib. Insgesamt bleibt der französische Film aber dann doch zu harmlos und zu sehr Stückwerk, um wirklich zu begeistern.

Der Nächste, bitte! ist seit 30. August auf DVD und Blu-ray erhältlich

Der Nächste, bitte!
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Der Nächste, bitte!
Wer ist der richtige Mann für mich? Während sich Hauptfigur Isabelle noch im Liebeskarussell dreht, weiß der Zuschauer längst Bescheid, worauf es bei Der Nächste, bitte! hinausläuft. Für Abwechslung im nett-seichten Liebeskomödienallerlei sorgen dafür der originelle Aufhänger und der Ausflug in die Ethno Comedy.
6von 10

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