Inhalt / Kritik

Wrong Turn

„Wrong Turn 4: Bloody Beginnings“ // Deutschland-Start: // 25. Oktober 2018 (DVD)

Es sind Semesterferien an der Weston Universität und neun Freunde machen sich auf zur Hütte eines Bekannten, mitten in den Wäldern West Virginias, wo sie die nächsten Tage verbringen wollen. Doch bereits nach wenigen Stunden ist von der anfänglichen Ausgelassenheit der Gruppe nicht mehr viel übrig, denn sie haben sich in den Wäldern verlaufen und es zieht ein Schneesturm auf. Als sie schon die Hoffnung aufgegeben haben, sehen sie ein altes Gebäude, ein Sanatorium, welches Lauren (Ali Tataryn) aus Geschichten kennt und dessen unheimlicher Ruf bekannt ist. Ihre Freunde ignorieren sie und machen sich auf, das Gebäude zu erkunden und sich einen Platz zum Schlafen zu suchen. Innen ist noch viel intakt, beispielsweise der Generator, sodass die Gruppe schon bald Strom hat. Die Patientenakten im Büro des Direktors jedoch bestätigt Laurens Geschichten über den Ort, an dem Menschen eingesperrt waren, die durch Inzest und Gewalt verhaltensgestört und gefährlich geworden sind.

Was die Gruppe noch nicht ahnt, die Insassen haben keineswegs das Weite gesucht, denn die Gebrüder Hillicker, auch bekannt als Three Finger (Sean Skene), One Eye (Daniel Skene) und Saw Tooth (Scott Johnson), haben die jungen Leute bereits seit deren Ankunft im Visier.

Neues Futter für die Kannibalen

Wie schon die letzten beiden Teile der Wrong-Turn-Reihe erfuhr auch Wrong Turn 4: Bloody Beginnings nur eine Heimkinoauswertung, was sich als durchaus lukratives Geschäftsmodell erwiesen hatte. Nachdem in Wrong Turn 3: Left For Dead mit Three Finger das letzte Mitglied der Kannibalenfamilie ums Leben gekommen war, musste eine neue Idee für die Fortsetzung her, sodass sich Regisseur Declan O’Brien, der auch das Drehbuch schrieb, auf eine Origin-Story besann. Das Ergebnis ist eher unausgegoren und steht darüber hinaus noch im krassen Widerspruch zur den aufgedeckten Hintergründen in Wrong Turn 2: Dead End, wonach die giftigen Abfälle einer Papierfabrik für die Missbildungen der Killer verantwortlich sind. Dennoch hat auch O’Briens Konzept einige Vorzüge.

Zunächst einmal jedoch wird sich der Zuschauer in bekanntem Terrain wiederfinden, denn Wrong Turn 4 ist, abgesehen einmal von den ersten Minuten, ein wahrer 08/15-Horrorfilm. Dass die Budgets für solche Produktionen knapp bemessen sind, mag stimmen, jedoch muss dies nicht zwangsläufig der Kreativität im Wege stehen, die man in diesem vierten Teil der Reihe leider an vielen Stellen vermisst. Stattdessen karrt O’Brien neues Kanonenfutter für die Kannibalenfamilie heran, wobei nicht sicher ist, für wen man eigentlich als Zuschauer sein soll, sind die Charaktere der Studenten insgesamt so austauschbar und eindimensional, dass eine Unterscheidung zunehmend schwerfällt. Da ihre Zahl jedoch rasch dezimiert wird, fällt dies nicht so ins Gewicht, sprich aber auch für einen gewissen Zynismus von Autor und Regisseur, dessen Darsteller teilweise hilflos und weitestgehend talentfrei agieren.

Die Gemeinschaft von Brüdern

Ein einzelner Lichtblick in diesem krude zusammengeschusterten Machwerk sind die drei Brüder, welche im Gegensatz zum letzten Teil wieder alle mit dabei sind. Leider nimmt sich die Inszenierung sehr viel Zeit für die langweiligen Sexgeschichten der Studenten, die gar nicht wie Freunde wirken, wenn man sieht, wie sie miteinander umgehen. In den wenigen Momenten, in denen sich der Film nur auf die drei Brüder konzentriert, zeigen sich interessante Aspekte, beispielsweise, wie diese miteinander kommunizieren oder der Zusammenhalt, welcher sie ausmacht und daher auch den Studenten überlegen macht. Insbesondere die Eröffnungsszene, welche die Flucht der drei Brüder aus ihrer Zelle zeigt und wie sie zusammen mit den anderen Patienten die Kontrolle über das Sanatorium übernehmen, beleuchtet diese Aspekte und gehört inszenatorisch zum Besten, was Wrong Turn 4 zu bieten hat.

Darüber hinaus wäre ein Wrong Turn-Film nicht vollständig, wenn dieser nicht auch einige Gewaltspitzen zu bieten hätte, wobei der vierte Teil keine Ausnahme von der Regel ist. Vermisst man Kreativität in Sachen Charaktere und Geschichte, so findet sich diese in den ausgefallenen, brutalen und bisweilen auch schwarzhumorigen Tötungsszenarien, von denen in der FSK 18-Version leider nicht mehr allzu viel übrig bleibt.

Credits

OT: „Wrong Turn 4: Bloody Beginnings“
Land: USA
Jahr: 2011
Regie: Declan O’Brien
Drehbuch: Declan O’Brien
Musik: Claude Foisy
Kamera: Michael Marshall
Besetzung: Jenny Pundavick, Tenika Davis, Kaitlyn Wong, Terra Vnesa, Sean Skene, Daniel Skene, Scott johnson, Victor Zinck Jr., Dean Armstrong, Ali Tarayn

Trailer

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Wrong Turn 4: Bloody Beginnings
"Wrong Turn 4: Bloody Beginnings" ist ein routiniert abgedrehter Eintrag in eine Reihe, die schon viel länger andauert, als ihr eigentlich zusteht. Abgesehen einmal von den Killern zeichnet sich auch dieser Teil durch langweilige Charaktere, eine berechenbare Struktur und einige Gewaltspitzen aus, von denen man in der gekürzten deutschen Fassung jedoch nicht mehr viel sieht.
5von 10

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