Inhalt / Kritik

Wrong Turn

„Wrong Turn 3: Left For Dead“ // Deutschland-Start: // 25. Oktober 2018 (DVD)

In einem Gefängnis in West Virginia bereiten sich Aufseher Nate Wilson (Tom Frederic) und seine Kollegen auf einen Gefangenentransport vor. Unter den Insassen befinden sich zwei Häftlinge, Chavez (Tamer Hassan) und Crawford (Jake Curran), die sich während ihrer Haft angefreundet haben und nach ihrer Freilassung gemeinsame Geschäfte planen. Den beiden Justizbeamten zur Seite steht der U. S. Marshall Willy Juarez (Christian Contreras), der sich als Gefangener bereits das Vertrauen von Chavez erschlichen hat und so hofft, Näheres über dessen Organisation zu erfahren. Auf der Fahrt will Willy noch mehr über die Verbindung zwischen dem Neonazi Floyd und Chavez erfahren, doch mitten in den Wäldern kommt es zu einem Unfall, in dessen Folge die Gefangenen die Kontrolle an sich reißen und die Beamten entwaffnen können. Da Nate sich in den Wäldern auskennt, weil er vorher für einige Jahre in dem Gebiet Sheriff war, lässt ihn Chavez am Leben, vor allem, da die Gruppe nun zu Fuß durch dieses unwegsame Gelände muss. Jedoch sind sie nicht alleine, denn zwei unbekannte Angreifer machen bereits Jagd auf sie, und wer ihren gezielten Pfeilen nicht entkommen kann, läuft Gefahr in die zahlreichen, tödlichen Fallen zu tappen, die sie ausgelegt haben.

Als dann auch noch Alex (Janet Montgomery) zur Gruppe stößt, wird klar, dass es sich um  degenerierte Kannibalen handelt, die bereits Alex’ Freunde auf dem Gewissen haben. Chavez zeigt sich unbeeindruckt und schließlich gelingt es ihm, einen der beiden Angreifer sogar zu erschlagen, sodass er denkt, seinen Kumpan in die Flucht geschlagen zu haben. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn „Three Finger“ (Borislav Petrov), der schon seit Jahren in den Wäldern lebt, schwört blutige Rache.

Ein Schritt in die falsche Richtung

Zwei Jahre nach Wrong Turn 2: Dead End kam mit Wrong Turn 3: Left For Dead der nunmehr dritte Teil der bislang insgesamt sieben Teile umfassenden Horrorfilm-Reihe auf den Markt. Auch dieser wurde, abgesehen von wenigen Festivals, direkt für die Heimkinoauswertung produziert, was man der Produktion an allen Ecken und Enden auch ansieht. Zudem ist Wrong Turn 3 der erste Beitrag zur Filmreihe von Regisseur Declan O’Brien, einem „Spezialisten“ für Fortsetzungen, der sich bereits in unterschiedlichen Genres austoben durfte und der Reihe auch in den folgenden Teilen, Wrong Turn 4: Bloody Beginnings und Wrong Turn 5: Bloodlines erhalten bleiben sollte.

Eine der Hauptaufgaben eines neuen Films zu einer Reihe ist es in erster Linie eine bekannte Formel zu variieren, was Wrong Turn 2: Dead End bis zu einem gewissen Grade durchaus gelang. Von den kreativen Ideen des Vorgängers ist im dritten Teil jedoch kaum etwas zu spüren, wenn lediglich der Grund ausgewechselt wird, warum sich die Figuren in den Wald begeben sollen. Von Logik und Glaubwürdigkeit einmal ganz abgesehen, ist die Masche bis ins kleinste Detail berechenbar. Einzig und alleine die Tatsache, dass die Gruppe es nunmehr mit einer stark dezimierten Anzahl von Kannibalen zu tun bekommen, erscheint eine Neuerung zu sein, was aber freilich nicht zur Spannung beiträgt. Im Gegenteil setzt Wrong Turn 3 viel mehr noch auf blutige Effekte und die zahlreichen Tötungsszenarien, von denen in der FSK 18-Fassung jedoch so gut wie nichts mehr bleibt, was O’Briens Film „auszeichnen“ könnte.

Spannungen in der Gruppe

Während Wrong Turn 2 noch darauf ausgelegt war, dass die Figuren unsympathische Ich-AGs waren, beschränkt sich Connor James Delaneys Drehbuch zu Wrong Turn 3 nun in erster Linie auf Klischees, mit denen die teils austauschbaren Figuren versehen werden. Die „Guten“ sind als Helden genauso vergessenswert und langweilig wie die Straftäter, von denen insbesondere der von Tom McKay gespielte Crawford durch seine nervigen, vor allem sexuell konnotierten Sprüche unangenehm auffällt. Da die meisten von ihnen ohnehin als „Kanonenfutter“ für die Kannibalen gedacht sind, scheint man sich nicht die Mühe zu machen, sie mit etwas mehr Substanz auszustatten, was vielleicht auch das unbeholfene Schauspiel erklärt.

Lediglich zum Ende hin scheint O’Briens Film noch eine interessante Idee zu haben, was aber in den viel zu lang wirkenden 85 Minuten nur noch wenig retten kann.

Credits

OT: „Wrong Turn 3: Left For Dead“
Land: USA, UK
Jahr: 2009
Regie: Declan O’Brien
Drehbuch: Connor James Delaney
Kamera: Lorenzo Senatore
Musik: Claude Fosey
Besetzung: Tom Frederic, Janet Montgomery, Gil Kolirin, Tom McKay, Borislav Petrov, Borislav Illiev, Jake Curran, Tamer Hassan, Christian Contreras

Trailer

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Wrong Turn 3: Left For Dead
„Wrong Turn 3: Left For Dead“ ist ein unterdurchschnittlicher Horrorfilm, der nur auf grausame Tötungsszenarien setzt, von denen in der geschnittenen FSK 18-Fassung aber nicht mehr viel bleibt. Trotz der vergleichsweise kurzen Laufzeit wirkt Declan O‘Briens Film ermüdend lang und berechenbar.
4von 10

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