(„Meet Bill“, directed by Bernie Goldmann, Melisa Wallack, 2007)

Ja, ja, die Midlife-Crisis, sozusagen die Wechseljahre der Männer.

Bänker Bill (Aaron Eckhart) kann davon leider ein Lied singen, denn trotz seiner Position als Manager einer Bankfiliale wird nur auf ihm rumgehackt und obwohl er sich Mühe in der Ehe gibt, geht seine Frau Jess (Elizabeth Banks) ihm mit einem schmierigen Nachrichtenmoderator Chip (Timothy Olyphant) fremd. Zu allem Überfluss hat er ein Zuckerproblem, da er sich wegen seinen Problemen in die Welt der Schokoriegel flüchtet und immer mehr zunimmt. Doch eines Tages erhält er durch das Mentoren-Programm seiner Bank Kontakt zu Kid (Logan Lerman), einem pfiffigen Schüler, der ihm mithilfe seiner Freundin Lucy (Jessica Alba) wieder auf die Beine helfen will. Doch bevor es soweit ist, warten noch so einige Situationen auf Bill, die sein Leben nicht gerade einfacher gestalten.

Meet Bill ist eine Dramen-Komödie über die Depressionen, das Glück, die Höhen und Tiefen im Alltag, die Arbeit und die Liebe. Die Story kommt sehr detailverspielt daher, achtet auf die kleinen Dinge und nicht die Oberflächligkeit. Als Hauptcharakter Bill spielt Aran Eckart seine Rolle sehr gut, von Natur aus hat er verzweifelte Gesichtszüge und kann die eben genannten Probleme und Situationen sehr gut darstellen. Viele schöne Momente lassen den Zuschauer schmunzeln, mitfühlen, bedauern oder vor Schadenfreude lachen. Genau deswegen darf man den Film nicht wegen auf die Anzahl der herzlichen Lacher beschränken, wie es viele Zuschauer oftmals tun, nein, wenn man sich auf den Film und das Thema einlässt, hat man einen lustigen Ratgeber für die späteren Jahre vor sich.

Besonders der Wandel vom bierbäuchigen Mann, auf dem nur rumgetrampelt wird zum selbstständigen Unternehmer, der etwas selbstsüchtig ein eigenes Donutgeschäft eröffnet, ist sehr gut dargestellt, die gezeigten Monate seines Lebens kann man sozusagen mit leben und spürt die Veränderungen. Besonders die Wendungen ab Beginn des letzten Drittels sind spannend anzusehen, denn im Gegensatz zum Anfang des Films schkägt Bill eine 180° Drehung ein und lebt sein Leben fortan anders.

Einziger Kritikpunkt an diesem Film, der wirklich mit viel Aufmerksamkeit genossen werden sollte, ist die Frage, was Jessica Alba in diesem Film zu suchen hat, den eigentlich ist die relativ nutzlos, man könnte sogar meinen, die sei zur Zierde engagiert worden, denn die mittragende Rolle in diesem Stück spielt ‚The Kid‘, für den er den Mentor spielt.
Was man hier also sieht, ist keine typische Komödie, aber trotzdem absolut sehenswert, denn wie in Thank You For Smoking hat man es hier mit einem sehr guten Schauspieler zu tun, der zu überzeugen weiß.

Triff Bill, den liebevollen Trottel von Nebenan.

Meet Bill
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