(„Solomon Kane“ directed by Michael J. Bassett, 2009)

Robert E. Howard dürfte den Meisten wohl wegen seiner fiktiven Romanfigur Conan ein Begriff sein. Der Cimmerier schaffte es bereits 1982 in die Kinos und sorgte für Arnold Schwarzeneggers Durchbruch in Hollywood. Nun wagte sich der mir bisher unbekannte Michael J. Bassett an die Schriftwerke des Texaner und holte eine nicht minder interessante Figur aus der Vergessenheit.
Ich persönlich habe die Originalwerke nie gelesen, meine marginalen Vorkenntnisse beruhen lediglich auf die Comic-Adaption die der US-Verlag Dark Horse vor einigen Jahren veröffentlicht hat. Nach den durchaus interessanten Trailer war ich deshalb umso mehr gespannt, wenn auch ohne große Erwartungen.

Solomon Kane (James Purefoy) hat es sich zur Aufgabe gemacht ein ehrbares und rechtschaffenes Leben zu führen. Nachdem der ehemalige Soldat der britischen Krone sein Dasein bisher mit Plünderungen, Mord und anderen schweren Sünden verbracht hatte, lebt er nunmehr zurückgezogen in einem Mönchskloster. Es dauert aber (zumindest für den Zuschauer) nicht allzu lange und schon muss Solomon sein altes Handwerk abrufen, denn der dämonische Zauberer Malachi (Jason Flemyng) der seit kurzem in halb England für Angst und Schrecken sorgt, lässt seine neuen puritanischen Freunde, die Crowthorns, beinahe gänzlich eliminieren. Das im Sterben liegende Familienoberhaupt (Pete Postlethwaite) bittet Kane darum seine älteste Tochter (Rachel Hurd-Wood) zu retten, wurde diese doch von Malachis Schergen entführt und scheint das eigentliche Ziel des Hexers gewesen zu sein.

Solomon Kane unterhält überraschenderweise über die gesamte Spielzeit, ohne allerdings dabei irgendwelche Akzente setzen zu können.
Purefoy,den ich schon in der TV-Serie Rom nicht sonderlich herausragend fand sondern wohl eher wegen seinem Overacting in Erinnerung habe, fällt hier nicht sonderlich auf. Dies liegt aber primär nicht am Schauspieler, denn immer dann wenn sein Können gefragt wäre, wird eine furiose Actionsequenz eingebracht. Die einzig wirklich interessante Thematik die man vertiefen hätte können, wäre die Glaubensfrage gewesen, doch dafür bleibt in den nicht ganz 100 Minuten kaum Zeit.

Wem von vornherein klar ist, dass hier mehr Schwerter gewetzt als schlaue Worte geklopft werden, der wird am Ende auch nicht enttäuscht sein. Lediglich die, vor allem zu Beginn, recht billig wirkende Computergrafik hätte man wohl mit schlichteren und weniger überladenen Szenen ersetzen sollen. Der Streifen versucht Abenteuer, Action und dämonische Gestalten unter einem Hut zu vereinen ohne dabei allzu sehr auf eine innovative Story oder gar ausgeklügelte Charktere zu setzen.
Selbst die Tragik um Kanes Familie (Max von Sydow spielt übrigens seinen Vater), die eng mit dem Hauptplot verwoben ist und am Ende für den altbekannten Twist sorgen soll, überrascht den Zuschauer nicht wirklich.

Das wohl markanteste Merkmal von Solomon Kane. bleibt, mal abgesehen von genannten CGI-Effekten, seine Bildgewaltigkeit, die mich übrigens sehr an den erst besprochenen Centurion erinnerte. Im Vergleich dazu hält sich der Film von Bassett bei Gewaltszenen wiederum sehr zurück, schließlich führt eine niedrigere Altersbeschränkung zu einer größeren Zielgruppe.

Wer mehr als plumpes Actionkino erwartet sollte lieber auch um die am 07. Oktober erscheinende Disc einen Bogen machen, ansonsten darf gerne ein Blick riskiert werden. Am besten einfach ohne Erwartungen herangehen, dann klappt das auch mit der Unterhaltung.



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