(„The End of the Line “ directed by Rupert Murray, 2009)

Diese bewegende Dokumentation, mit einem Titel, der besser nicht hätte sein können, bringt dem Zuschauer die fatalen Folgen der Überfischung unserer Weltmeere näher. Nicht nur, dass eine der größten, lebenden Ressource der Erde ausgerottet wird, ebenso gerät das gesamte Ökosystem ins schwanken. Die Fischereiflotten sind viel zu groß für das mittlerweile nur noch reduzierte Fischvorkommen der Ozeane. Ganze Fischereiverbände mogeln bei den anzugebenden Zahlen ihres Gesamtfangs, um einzelne Beförderungen nicht zu gefährden.

Diese Doku ist ein Aufruf, für Politiker, Fischer, Konsumenten und Vertriebe, ihr Verhalten und ihre Gewohnheiten drastisch zu ändern. Auf der Welt gibt es nur wenige Schutzzonen, in denen das Fischen verboten ist und sich der ökologische Haushalt wieder erholen kann. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 99% der Meere sind fischbar und nur 1% ist geschützt. Auf diese Weise kann die katastrophale Ausrottung allerdings keine Wendung nehmen. Dieser Film proklamiert auf schonungslose Art und mit brutal-realen Bildern, dass es im Jahre 2050 keine Fischvorkommen mehr geben wird, vorausgesetzt es bleibt alles so wie es momentan ist.

Ich möchte nicht den Moralapostel raushängen lassen, denn auch ich esse gerne Fisch und Fleisch. Doch was mir diese Dokumentation näher gebracht hat, berührt  mich auf ernste Weise. Natürlich ist es naiv zu denken, dass alles gut ist, weit im Hinterkopf weiß man was da draußen geschieht und es nicht sonderlich gut um unsere Welt steht. Doch wenn einem diese schwere Kost so konzentriert vor Augen tritt, sieht man es noch einmal in einem ganz anderen, düsteren Licht. Ich empfehle jedem, ohne Ausnahme, sich diesen Film zu Gemüte zu führen, auf sich wirken zu lassen und sein Wissen über unseren gefährdeten Lebensraum zu erweitern und aufzufrischen.

Die DVD verfügt über ein gängiges Menü, mit einem einschneidenden Soundsampler. Unter dem Menüpunkt Bonus, kann man sich die Trailer des Films auf deutsch und englisch anschauen, einen Promofilm, einige Kurzfilme und einen weiteren Beitrag in Originalton „Das Korallen Dreieck, Kinderstube der Meere“. Des Weiteren gibt es eine Kapitelauswahl, Einstellungen und weitere Trailer.

Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane erscheint am 08.10 auf Blu Ray und DVD

Die unbequeme Wahrheit über unsere Ozeane
4.17 (83.33%) 12 Artikel bewerten

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6 Responses

  1. Inspector Santini

    Ich hab schon vor langer Zeit die einzig logische Konsequenz gezogen und Fisch sowie Fleisch von meinem Speiseplan verbannt. Man kann es wenden wie man will, am Ende ist es der Konsument der das Zepter in der Hand hat und so lange bei dem kein Umdenken stattfindet wird die industrielle Fischerei ohne Skrupel die Meere leerputzen. Vieleicht sind optimierte Aquakulturen und Fischfarmen die Lösung, aber erstmal kommt es z.B die EU billiger irgendeinen korrupten afrikanischen Staatschef zu schmieren und armen Fischern die Lebensgrundlage zu nehmen.
    Ich werd mir den Film nicht anschauen, weil mich das Thema einfach zu sehr deprimiert

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  2. Candide

    Habe weder etwas zur Besprechung beizusteuern noch Lust mir eine Web 2.0-Schlacht mit irgendwen zu liefern, dazu habe ich kurz gesagt einfach keine Zeit.
    Wollte aber loswerden, dass zu diesem Thema neben den bekannten Darwins Albtraum und We Feed The World auch noch Unser Täglich Brot sehr empfehlenswert ist. Hab ihn erst vor kurzem entdeckt:

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  3. Ijon Tichy

    @ movie-struck: Tolle Review 🙂

    Zum Thema: Kann mich als Vegetarier und bewusster Konsument nur an das Gesagte des Inspectors anschließen 😉
    Allerspätestens auf Basis von Dokus wie „Wee feed the World“, den ich wie Candide nur weiterempfehlen kann, ist es m.E. eine Qual sein Verhalten als Konsument beizubehalten.

    Wenn wir schon bei Empfehlungen sind: „The Corporation“ – Pflichtdoku über das skrupellose Verhalten von Unternehmen und die fatalen globalen Zusammenhänge.
    „Cash Rules Everything Around Me“ – der Wu-Tang Clan hat leider recht und die Formel trifft auch (aber bei weitem nicht nur) auf die (industrialisierte) Fischerei zu.

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  4. Inspector Santini

    Ich kann mir diese „Downer-Dokus“ nicht mehr ansehen – ist vieleicht eine Art Selbstschutz um nicht total verrückt zu werden.
    Als Konsument steckt man oft in einem Dilemma, wer nämlich moralisch konsumieren will muss extrem genau hinschauen und sich auch auf Kompromisse einlassen, allein darüber kann man schon verrückt werden.
    Tja „Cash Rulez“ – mit moralischen oder ethischen Appellen wird man dem Treiben nicht Einhalt gebieten können, ganz besonders nicht solchen Konzernen wie Syngenta, Monsanto oder Dow.

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  5. Christian

    Aufgeben gilt nicht und zu sagen kann man eh nichts machen auch nicht. Denn wer soll es denn richten, wenn nicht wir. Wir Verbraucher haben die Macht, dass steht fest. Wir entscheiden was wir kaufen und was nicht. Es ist wirklich kein Problem beim Fischkauf auf das Siegel zu achten, welches bescheinigt „aus nachhaltiger Fischerei“! Ausserdem ist das ganz und gar keine Downer-Doku, sondern eine die wachmacht und auch Lösungen zeigt. Sie sagt nicht, es ist alles zu spät, sondern sagt was man tun kann, damit es eben nicht zu spät ist. Als Konsument steckt man nicht im Dilemma. Heutzutage braucht keiner mehr extrem hinzuschauen – über all auch in den Discountern gibt es mittlerweile Bioprodukte und um die Welt für unsere Kinder zu erhalten, sollte etwas besser hinschauen so möglich sein. oder?

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  6. Inspector Santini

    Bei mir rennst Du offene Türen ein 😉 Ich esse weder Fisch noch Fleisch ! Das ist zwar kein Freifahrtschein um sich zurückzulehnen, aber ich persönlich bin über das Thema schon ausreichend informiert. Ich muss mir ja auch nicht immer wieder die extrem grausamen Videos von chinesischen Fellfarmen anschauen, wenn ich um das blutige Geschäft mit billigem Pelz unterrichtet bin. Um es kurz zu machen: Solche Dokus sind wichtig.
    Aber in einem Punkt muss ich Dir wirklich wiedersprechen! Als Konsument muss man genau hinschauen . Wenn du dir z.B nichtsahnend einen Schokoriegel von Masterfoods kaufst, unterstützt du einen Konzern, der auf unsinnige und grausame Tierversuche setzt.
    Und wer sich vegetarisch oder vegan ernähren will, sollte genau hinschauen ob er sich jetzt wirklich Margarine oder einen „Brotaufstrich mit Gelantine“ in den Einkaufswagen gelegt hat, und ob jetzt tierisches Lab für den Käse verwendet wurde ist auch nicht immer ersichtlich.

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