(„Zoolander“ directed by Ben Stiller, 2001)

ZoolanderDass ich Ben Stiller mag dürfte regelmäßigen Lesern des Blogs wohl kaum ein Geheimnis sein. Nachdem ich vor nicht allzu langer Zeit erst seinen letzten Streich „Tropic Thunder“ rezensioniert habe, war es nun höchste Zeit sein Spielfilmdebut als Regisseur nachzuholen.
Soweit ich mich erinnern kann gingen damals die Meinungen und Kritiken ziemlich auseinander, ich persönlich fand jedoch die knappen 90 Minuten sehr unterhaltsam und lustig.
Das weltberühmte Model Derek Zoolander (Ben Stiller) kann sich von Aufträgen nicht mehr retten und es ist für ihn nichts ungewöhnliches sein Gesicht auf irgendwelchen Covers von Zeitschriften oder Werbeplakaten zu sehen. Dieses Jahr soll er zum vierten mal in folge zum „Model of the year“ gekürt werden allerdings gibt es da noch den blonden Newcomer Hansel (Owen Wilson), der ihm das Leben schwer macht. Als letzterer dann tatsächlich auch noch den besagten Preis abräumt fällt für Zoolander eine Welt in sich zusammen. Seine Karriere scheint Höhepunkt und Ende gleichzeitig erreicht zu haben.
In der Zwischenzeit sieht sich Mugato (Will Ferrell), der wohl größte zeitgenössische Modeschöpfer, damit konfrontiert dass seine Fabriken in Malaysia nicht mehr so billig produzieren können. Dort wurde nämlich soeben ein neuer Präsident gewählt und seine erste Amtshandlung war Kinderarbeit als illegal zu erklären. Die Textilindustrie ist schockiert, reagiert aber schnell: zwielichtige Gestalten versammeln sich um Mugato und hecken einen Plan aus um wieder ins Geschäft zu kommen. Ihr Plan scheint dabei sehr einfach wie „einleuchtend“ zu sein: Der neue Präsident muss aus den Weg geräumt werden, somit kann wieder die Kinderarbeit im Lande gefördert werden. Wer anderer als der fallende Stern und Loser Zoolander wäre also als Killer besser geeignet?
Nachdem er einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, soll Derek während einer seiner vermutlich letzten Modenschauen, den malaysischen Präsidenten erledigen der dort als Gast auftreten wird.
Die Story klingt schwach und das ist sie auch, keine Frage. Wo Stiller allerdings mächtig punktet ist seine gekonnt überzogene Darstellung der Welt der Schönen und Reichen. Er bringt den Zuschauer nicht nur zum lachen sondern – und das ist viel wichtiger – auch zum nachdenken. Seine Kritik gilt nicht nur dem (mörderischen) Textilhandel und der (kurzlebigen) Welt der Models sondern auch denen die sich daran ergötzen und blenden lassen.
Mit viel Witz unterstreicht Stiller also die Perversität unserer modernen Welt die jedoch wie bei ihm üblich von der Liebe und nur von dieser geheilt werden kann. Typisch für seine Filme also auch der weibliche Part, den hier Christine Taylor übernommen hat. Anfangs ist sie noch die nervende Reporterin des Time-Magazin, schnell entpuppt sie sich aber als das nötige Gegenmittel um Zoolander von seinem Erfolgsrausch zu heilen.
Das Ende hätte m.E. durchaus anders/unvorhersehbarer gestaltet werden können, denn im Prinzip schwingt doch wieder der „Erfolg ist alles“-Unterton mit. Das Happy-End wirkt also doch ziemlich aufgesetzt aber bestätigt wohl dass Leute wie Mr. Zoolander kaum so schnell ihren Hang zu Eitelkeit und Reichtum ändern werden.
Übrig bleiben aber überwiegend gute Erinnerungen, wie etwa ein Ben Stiller mit gewohnt guter Performance und einige Szenen bei denen ich vor lachen fast die nächste Sequenz verpasst hatte. Auf jeden Fall ein Streifen, den ich in meiner Sammlung nicht missen möchte, weil eben auf seine Art und Weise intelligent.



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Zoolander
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