(„Brokeback Mountain“ directed by Ang Lee, 2005)

Nachdem ich bisher nur gutes über den Film gehört hatte und ich von Ang Lee bisher noch nie enttäuscht wurde,war es höchste Zeit den dreifachen Oscar-Preisträger selbst unter die Lupe zu nehmen. Basierend auf der Kurzgeschichte von Annie Proulx, konzentriert sich die Story auf die ländlichen Gegenden der USA. Zwei Cowboys in den 60er-Jahren, Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal), sind in den Bergen von Wyoming unterwegs. Ihr Job besteht darin, die Schafe eines reichen Farmers zu hüten. Das Leben im Gebirge erweist sich als hart und oft auch als langweilig und monoton. Nach einiger Zeit in den kalten und einsamen Höhen, beginnen die beiden Männer sich ständig besser zu verstehen. Eines Nachts geht dies sogar so weit, dass die beiden intim werden und Geschlechtsverkehr miteinander haben. Ennis, der anfangs schockiert ist und sich selbst als heterosexuell bezeichnet, geht erstmal auf Distanz. Die stürmischen Nächte und das Einmannzelt machen dies aber quasi unmöglich und ihre spezielle Beziehung beginnt wieder aufzublühen. Nachdem ihr Job in den Mountains ein unerwartet, frühzeitiges Ende findet, trennen sich die Wege der beiden. Jack kehrt nach Texas zurück wo er wieder Rodeo-Reiter wird, Ennis hingegen bleibt in Wyoming bei seiner Freundin, die er später heiraten wird. Es scheint so als ob die Sommermonate als Schafhirte nur eine einmalige Sache gewesen wäre, doch dann erhält Ennis Del Mar, der mittlerweile Vater von zwei Töchtern geworden ist, eine Postkarte von Jack Twist: Sie sollen sich am Brokeback Mountain wieder treffen um alte Erinnerungen hochleben zu lassen. Nachdem sie offiziell fischen waren findet von nun an dieses Meeting regelmäßig statt. Obwohl vor allem Ennis Ehefrau Verdacht schöpft, können die beiden Männer auf ihre „Ausflüge“ nicht verzichten. Es scheint so als ob dies auf lange Zeit nicht gut gehen könnte…
Wie schon Eingangs erwähnt wurde der Film mit Preisen überschüttet, soweit ich das aber mitbekommen habe, war er aber trotzdem nicht ganz unumstritten. Dies dürfte wohl aufgrund des äußerst selten angesprochene Thema der Homosexualität in Mainstream-Filmen so sein: Das überwinden von Stereotypen und die „romantische Ehe“ zwischen Mann und Frau die als Zwang, als Einschränkung der eigenen Freiheit dargestellt wird, dürfte wohl für den einen oder anderen zu viel des guten gewesen sein. Ansonsten überzeugt der Streifen in seinen doch relativ langatmigen 135 Minuten Laufzeit, mit tollen Bildern und einem passenden Soundtrack, der von Gustavo Santaolalla stammt. Besonderes Lob an den leider erst vor kurzem verstorbenen Heath Ledger, der hier eine formidable Performance abgeliefert hat. Ich freu mich jetzt nur noch mehr auf seinen Part als Joker in „The Dark Knight„, der aufgrund seines tragischen Todes (während der Dreharbeiten) schon jetzt Kultstatus hat.



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Brokeback Mountain
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