(„Indien“ directed by Paul Harather, 1993)

Ein weiterer Film aus der Standard-Reihe und ein weiteres Beispiel von guten Kabarett-Künstlern aus Österreich. Das eigentliche Theaterstück, das hier erfolgreich von Paul Harather verfilmt wurde, handelt von zwei Gastgewerbe-Inspektoren die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der kleinbürgerliche und spießig wirkende Kurt Fellner (Alfred Dorfer) und sein unordentlicher und primitiver Kollege Heinzi Bösel (Josef Hader) machen sich auf den Weg Österreichs Wirte zu terrorisieren. Vom mit „Maggi“ zugeklebten Salzstreuer bis zu fehlenden Brandschutztüren zwischen Hotel- und Badezimmer finden sie alles erdenkliche um den Gastronomen das Leben schwer zu machen. Gerne wird dabei aber ein Auge zugedrückt, wenn der Gasthof-Besitzer ein paar Flaschen aus seinem gut sortierten Weinkeller locker macht. Obwohl anfangs kein Konsens zwischen Bösel und Fellner herrscht, kristallisiert sich zwischen den beiden eine immer tiefer gehende Freundschaft heraus. Bald ist es kein Problem mehr über die Sexpraktiken mit seiner eigenen Frau oder den Problemen von Bösels Stuhlgängen zu sprechen, bis eines Tages jedoch bei Fellner Hodenkrebs diagnostiziert wird. Die behandelnden Ärzte geben ihm noch zwei Wochen zu leben. Bösel, dem es sichtlich schwer fällt die richtigen Worte zu finden, versucht alles zu unternehmen dem lieb gewonnenen Freund ein bestmögliches Ende vor dem Tod zu bereiten. Interessanterweise hat jedoch Bösel mehr Angst als Fellner selbst, denn letzterer glaubt an die Wiedergeburt…
In nur 85 Minuten Laufzeit bekommt man satte Unterhaltung geboten. Beide Kabarettisten spielen für mich phänomenal ihre Rollen und kreieren wahnwitzige Situationen. Von gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber Migranten bis höchst philosophischen Gesprächen über das Wesen der Welt, greift der Streifen so ziemlich alles auf was uns im Alltag begegnet. Zurecht ein hochgelobter Film den man unbedingt gesehen haben sollte. Erwähnenswert noch einer der ersten Auftritte von Karl Markovics.

Indien
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