Kritik

„Der Fall Jägerstätter“ // Deutschland-Start: 11 April 1971 (TV) // 25. Oktober 2007 (DVD)

Der Film von Axel Corti basiert auf einer wahren Begebenheit. Schauplatz ist Österreich im Zweiten Weltkrieg. Eingebettet ins deutsche Großreich werden auch dort Soldaten für die Wehrmacht rekrutiert. Franz Jägerstätter (Kurt Weinzierl), Messner einer kleinen Bauerngemeinde in Oberösterreich, sorgt für mächtig Aufruhr. Er verweigert den Kriegsdienst und begründet dies damit, dass es gegen seinen christlichen Glauben sei einem solchen Krieg zu dienen. Er verurteilt das Naziregime aufs Schärfste und lässt sich dabei nicht den Mund verbieten. Sofort wird er verhaftet und als Kriegsdienstverweigerer in Berlin gemeldet. Anfangs versuchen die Nationalsozialisten, noch den religiösen Mann für den Fronteinsatz zu gewinnen, doch er lässt sich auf keinen Deal ein und auch seine Frau (Julia Gschnitzer) und seine drei Kinder können seine Überzeugung nicht brechen. Selbst der örtliche Pfarrer (Helmut Wlasak) und schließlich sogar der Erzbischof (Fritz Schmiedel) raten ihm, sich dem Willen der Nazis zu beugen. Er fühlt sich aber alleine Gott und seinem Sohn Jesus Christus verpflichtet und will auf keinen Fall den „Zug zur Hölle“ besteigen, den Adolf Hitler anführt. Schließlich kommt es soweit, dass er nach Berlin überstellt wird, wo ihn das Reichskriegsgericht verurteilen soll …

Ein wirklich beachtlicher Film, der teilweise aus echten Interviews der Dorfbewohner und Bekannten von Jägerstätter besteht. Vermutlich mit minimalsten Budget in den 70er Jahren gedreht, stellt der Streifen die Geschichte des Idealisten und Christen Franz Jägerstätter in ca. 90 Minuten auf eindrucksvolle Art und Weise dar. Die Dialoge stammen teilweise aus Jägerstätters Tonbandaufnahmen, sind also sehr authentisch. Filme über Helden und Idealisten gibt es viele. Jene, die es aber wirklich wert sind gesehen zu werden – so wie dieser – sind jedoch Mangelware.

Credits

OT: „Der Fall Jägerstätter“
Land: Österreich, Deutschland
Jahr: 1971
Regie: Axel Corti
Drehbuch: Hellmut Andics
Vorlage: Gorden C. Zahn
Kamera: Walter Kindler
Besetzung: Kurt Weinzierl, Julia Gschnitzer, Rose Dybal, Helmut Wlasak, Walter Jokisch



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