Kritik

Crying Freeman

„Crying Freeman“ // Deutschland-Start: 29. Mai 1997 (Kino) // 22. Juni 2018 (DVD)

Der Film basiert auf das gleichnamige Manga von Kazuo Koike und Ryoichi Ikegami. Eines gleich vorweg: Der Film von Christophe Gans kann der Vorlage bei weitem nicht das Wasser reichen. Fairerweise muss man aber sagen, dass eine Adaption in 100 Minuten Laufzeit schier unmöglich war bzw. ist. Der Film konzentriert sich meines Erachtens zu sehr auf den Yakuza-Clan und den Hong Kong-Triaden.

Yo Hinomura (Mark Dacascos) wurde gegen seinen Willen vom Clan der „Söhne des Drachen“ als ihr Vollstrecker abgelernt. Sein Job besteht darin, Feinde des chinesischen Geheimbundes zu eliminieren. Er übt seinen Beruf äußerst professionell und effizient aus, bis er eines Tages auf die hübsche Emu O’Hara (Julie Condra) trifft. Sie wird Zeugin eines Mordes den Yo, der Crying Freeman (so genannt weil er nach jedem begangenen Mord weint), begeht. Laut den Gesetzen und Regeln der Söhne des Drachens müssen alle Zeugen ebenfalls neutralisiert werden, doch Yo schafft es nicht Emu zu erschießen. Unnötig zu erwähnen dass sich zwischen den beiden jungen Menschen eine starke Liebe entwickelt, wofür der Clan von Yo beschließt, dass er sterben muss. Zuerst soll er aber die gehasste und feindliche japanische Yakuza ausrotten.

Der Zuschauer bekommt nun einen Bandenkrieg zu sehen der sehr schön inszeniert ist und schon anno dazumal erahnen ließ, in welche Richtung Gans‘ Filme gehen werden. Die musikalische Untermalung finde ich bis auf wenige Ausnahmen sehr schlecht und unpassend. Auch die Entfremdung einiger Charaktere werden den Comic-Kenner stören. Die Adaption ist über lange Strecken sehr genau eingehalten, aber gewisse, wichtige Aspekte des Manga fehlen entweder komplett (bspw. der Mythos der Tätowierung des Freeman) oder sind mir zu radikal abgeändert. Auch die Location San Francisco ist unglücklich gewählt und dass Frau Emu O’Hara eine Amerikanerin ist, passt mir erst recht nicht in den Kram. Alles in allem aber ein solides Actionspektakel, das vor allem durch die schönen Bilder lebt. Tipp: Sollte der Film gefallen, sollte man sich unbedingt das Manga angucken.

Credits

OT: „Crying Freeman“
Land: Kanada, Frankreich
Jahr: 1995
Regie: Christophe Gans
Drehbuch: Christophe Gans, Thierry Cazals, Laurie Finstad-Knizhnik
Vorlage: Kazuo Koike, Ryoichi Ikegami
Musik: Patrick O’Hearn
Kamera: Thomas Burstyn
Besetzung: Mark Dacascos, Julie Condra, Tchéky Karyo

Trailer

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Crying Freeman
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