Kritik

„Syriana“ // Deutschland-Start: 23. Februar 2006 (Kino)

Dieser äußerst komplexe Polit-Thriller von Stephen Gaghan (Gold) konnte mich durch und durch überzeugen. Der Film ist aufgrund der aktuellen politischen Weltlage mehr als aktuell. Die Story erzählt von einem CIA-Agenten, Bob Barnes (George Clooney) der, nachdem er in Ägypten einen Auftrag vermasselt hat, beim amerikanischen Geheimdienst in Ungnade gefallen ist. Sein Privatleben ist auch nicht gerade Friede-Freude-Eierkuchen und als er zu einem gefährlichen Auftrag nach Beirut geschickt wird, ist er sichtlich froh aus Amerika „fliehen“ zu können. Seine Aufgabe wird es sein Prinz Nasir (Alexander Siddig) zu liquidieren. Dieser kämpft um die Nachfolge des scheidenden Öl-Emirs, doch die USA können ihn nicht gebrauchen da er ein Hardliner ist der sich öffentlich gegen die Vereinten Nationen ausspricht. Unterdessen erfährt der Zuschauer, dass Bryan Woodmann (Matt Damon), ein Öl-Makler und Finanzexperte, durch einen familiären Unfall (der Tod seines Sohnes), mit Prinz Nasir in Kontakt kommt und in ihm eine gute Geldquelle sieht. Gleichzeitig findet eine illegale Fusion zweier amerikanischer Ölkonzerne statt, die von Staatsanwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright) aus politischen Gründen und äußerern Druck gebilligt wird. Er wird zwar von Gewissensbissen verfolgt, aber gegen die mächtigen Ölmogule (Christopher Plummer und Chris Cooper) hat er keine Chance. Eine weitere Geschichte im Film erzählt von einem jungen Pakistaner (Mazahr Muzir) der von muslimischen Terroristen indoktriniert und zum Märtyrertod bewegt wird.

Das klingt alles sehr kompliziert und das ist es auch. Teilweise ist es etwas schwer den Schritt zu halten, aber insgesamt bekommt der Zuschauer in ca. 125 Minuten Laufzeit einen guten und vor allem aktuellen Film geboten. Der Streifen verurteilt dabei weder die eine noch die andere Seite, sondern versucht aufzuzeigen wie komplex das politische Weltgeschehen ist. Die Bilder und die Atmosphäre in den jeweiligen Ländern sind dabei sehr gut eingefangen worden.

Credits

OT: „Syriana“
Land: USA
Jahr: 2005
Regie: Stephen Gaghan
Drehbuch: Stephen Gaghan
Vorlage: Robert Baer
Musik: Alexandre Desplat
Kamera: Robert Elswit
Besetzung: George Clooney, Matt Damon, Jeffrey Wright, Chris Cooper



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